Probenstart in Worms: Nibelungen-Festspiele proben „Hunnenkönigin“
- «Die Hunnenkönigin» stammt von Autor und Regisseur Oliver Lansley (r) sowie Regisseur James Seager (l). (Archivbild)
- Foto: Wolfgang Jung/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Worms. Auf der Freilichtbühne vor dem Wormser Kaiserdom laufen die Vorbereitungen für eines der größten Theaterereignisse der Region. Gut sechs Wochen vor der Premiere haben die Proben für die Nibelungen-Festspiele begonnen. Das Ensemble kam zum ersten gemeinsamen Textstudium im Veranstaltungszentrum der Stadt zusammen.
Rund zwei Dutzend Beteiligte nahmen dafür an Tischen Platz, die zu einem großen Viereck aufgebaut waren. Mit dabei sind unter anderem Schauspielerin Maria Dragus, bekannt aus „Das weiße Band“, sowie Aram Tafreshian und Jeanette Hain.
Premiere im Juli vor dem Kaiserdom
Die neue Inszenierung trägt den Titel „Die Hunnenkönigin“. Premiere ist am Freitag, 17. Juli, auf der Freilichtbühne vor dem Dom St. Peter. Die Festspiele dauern bis Sonntag, 2. August. Intendant ist weiterhin Nico Hofmann, der das Festival seit 2015 leitet.
Das Stück stammt von Autor und Regisseur Oliver Lansley sowie Regisseur James Seager. Beide gehören zur Londoner Theatercompagnie Les Enfants Terribles, die für visuell starke Inszenierungen bekannt ist. Im Mittelpunkt steht Burgunderprinzessin Kriemhild. Nach dem Tod von Drachentöter Siegfried wechselt sie ins Lager der Hunnen und steigt zur mächtigsten Frau des Kontinents auf.
Musik von Alice Merton live auf der Bühne
Die Inszenierung verbindet Schauspiel, Musik und große Bilder. Die Veranstalter sprechen von einer „theatralen Achterbahnfahrt“. Erzählt wird eine Geschichte über Rache, Macht und die Frage, wie weit eine Figur gehen kann, um Gerechtigkeit zu erreichen.
Neu in diesem Jahr ist auch die musikalische Gestaltung. Die Sängerin und Komponistin Alice Merton übernimmt gemeinsam mit Musiker Alexander Wolfe die Musik. Beide sollen während der Aufführungen live auftreten. Merton wurde international mit dem Hit „No Roots“ bekannt.
Neue Sitzplätze direkt auf der Bühne
Auch für das Publikum gibt es Veränderungen. Erstmals entstehen links und rechts der Hauptspielfläche zusätzliche Tribünen direkt auf der Bühne. Die Veranstalter orientieren sich dabei an einer Shakespeare ähnlichen Bühnenanordnung. Ziel ist ein besonders unmittelbares Theatererlebnis.
Die Festspiele werden seit 2002 jedes Jahr neu inszeniert und greifen Motive aus dem Nibelungenlied auf. Der Spielort gilt als historisch. Eine zentrale Szene des mittelalterlichen Epos, der Streit der Königinnen, ist in der Sage auf der Nordseite des Wormser Doms angesiedelt. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |