NANO Doku: Was 3sat über toxische Männlichkeit zeigt
- NANO Doku: Das Projekt „Hacking the Manosphere“ setzt auf Theater als Ansatz gegen Frauenhass im Netz.
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NANO Doku. Wenn Frauenhass als Social-Media-Trend auftaucht und „Alpha“-Posen wieder cooler wirken sollen, wird es schnell unübersichtlich. 3sat setzt am 21. Mai ab 20.15 Uhr einen Schwerpunkt auf das Thema und fragt, wie sich diese Entwicklung bremsen lässt.
Im Mittelpunkt steht die „NANO Doku: Männlichkeit auf Abwegen – Was tun gegen Frauenhass?“. Direkt danach folgt um 21 Uhr der „NANO Talk“, moderiert von Stephanie Rohde.
NANO Doku: Zahlen, Ursachen und Gegenstrategien
Die Dokumentation greift auch Ergebnisse aus Untersuchungen auf: 40 Prozent der jungen Männer glauben demnach, mehr Rechte zu haben als Frauen, und jeder Dritte hält Gewalt gegen Frauen für gerechtfertigt. Als Gründe nennen Forschende vor allem Verunsicherung und Orientierungslosigkeit unter Männern.
Dazu kommen Beispiele, wie Prävention aussehen kann: Das Kölner Männerseminar „Warrior Spirit“ will Raum schaffen, um Stärke, Kraft und Aggressionen zu reflektieren. Außerdem stellt die Doku den Psychologen Oliver Schultheiss vor, der den Einfluss von Testosteron erforscht und keine Belege dafür findet, dass männliche Gewalt biologisch zwangsläufig ist.
Warum die „Manosphere“ so wirksam ist
Ein Punkt, den die Sendung aufgreift: Unklare Rollenbilder können das Ideal des dominanten „Alphamanns“ für viele verführerisch machen. In der „Manosphere“ werden Machos aus Politik und Wirtschaft zu Vorbildern, Misogynie verbreitet sich und wird in sozialen Medien verstärkt.
Der Zürcher Experte Markus Theunert warnt dabei konkret vor der Lücke, die entsteht, wenn Gegenangebote fehlen: „Wir dürfen als Gesellschaft das Feld nicht Figuren wie Andrew Tate überlassen, sondern müssen selbst Lösungsansätze bieten.“ Tate gilt als einer der erfolgreichsten und bekanntesten Frauenhasser im Netz.
Was im Talk diskutiert wird
Im „NANO Talk“ geht es ab 21 Uhr um „Männlich – toxisch? Männer und ihre Rollenbilder“. Stephanie Rohde spricht darüber mit Esther Lehnert, Pädagogin und Professorin an der Alice Salomon Hochschule Berlin, Dieter Lukas, Evolutionsbiologe am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, sowie dem Psychologen und Therapeuten Björn Süfke.
Auch hier steht der Gegensatz im Raum: Einerseits Influencer, die autoritäre Männlichkeitsideale und traditionelle Frauenbilder verherrlichen, andererseits das wachsende Interesse an neuen Rollenbildern, die Gefühle, Gleichberechtigung und neue Identitätsformen betonen.
Wann und wo die Sendungen laufen
Die „NANO Doku: Männlichkeit auf Abwegen – Was tun gegen Frauenhass?“ läuft am 21. Mai um 20.15 Uhr in 3sat. Um 21 Uhr folgt der „NANO Talk“. Wer früher schauen will: Die „NANO Doku“ steht ab 17. Mai auch in der 3satMediathek unter 3sat.de . „Wir dürfen als Gesellschaft das Feld nicht Figuren wie Andrew Tate überlassen, sondern müssen selbst Lösungsansätze bieten“, so Theunert. [red]
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |