Kurioser Ortsname in Sommerloch: Warum das Dorf Besucher anzieht

Ortsbürgermeister Boos arbeitete vor dem Ruhestand beim Landeskriminalamt in Mainz. | Foto: Uwe Anspach/dpa
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Sommerloch. Wer im Sommer nach einem Ausflugsziel in Rheinland-Pfalz sucht, stößt auf einen Ort, der schon mit seinem Namen neugierig macht: Sommerloch im Landkreis Bad Kreuznach liegt idyllisch zwischen Weinbergen und zeigt, dass hinter der bekannten Redewendung ein lebendiges Weindorf mit starker Dorfgemeinschaft steckt.

Ein Name, der Gespräche auslöst

Rund 420 Menschen leben in Sommerloch mit der Postleitzahl 55595. Der Name sorgt weit über die Region hinaus für Aufmerksamkeit. Winzerin Andrea Kolling erlebt bei Festen zwischen Rheinland und Westfalen immer wieder denselben Effekt: Kaum ist „Sommerloch“ gelesen, beginnen Gespräche. Der Ortsname wird so zum besonderen Wiedererkennungsmerkmal für den Weinort.

Mehr als eine Redewendung

Mit Nachrichtenflaute oder Leerlauf hat der Ort wenig zu tun. Nach Angaben aus dem Dorf ist über das Jahr verteilt viel geboten. Ehemalige Naheweinköniginnen wie Laura Tullius und Andrea Kolling beschreiben Sommerloch als aktiven Ort mit engem Miteinander.

  • Hoffeste
  • Weinwanderungen
  • Kerb
  • Weinfeste
  • Weinabende der Winzer

Gerade diese Mischung aus Weinbau, Vereinsleben und Nachbarschaft macht den Ort für Gäste interessant. Sommerloch war früher auch für seine vielen Kirschbäume bekannt. Heute prägen unter anderem Feuerwehr, Fastnacht und Sportclub das Dorfleben.

Woher der Name Sommerloch kommt

Ortsbürgermeister Bernhard Boos verweist auf die mittelalterliche Herkunft des Namens. Der Legende nach entwickelte sich Sommerloch aus „Sumerlachen“. Gemeint war eine feuchte Mulde in südlicher Lage, in der Mönche gute Bedingungen für Ackerbau und Weinbau fanden. Im Güterverzeichnis des Klosters Eberbach finden sich dafür frühere lateinische Bezeichnungen wie „Sumelacke“ und „Sumerlacho“.

Warum der Ort auch heute auffällt

Sommerloch profitiert nach Einschätzung vor Ort von seinem ungewöhnlichen Namen. Er macht den Weinort bekannt und lockt Besucher an. Zugleich verweist die Gemeinde auf weiteres Wachstum: Derzeit wird ein neues Gebiet mit 16 Bauplätzen erschlossen. Von Landflucht ist im Ort nach Angaben des Bürgermeisters keine Spur.

Damit steht Sommerloch für etwas, das in vielen Dörfern besonders wertvoll geworden ist: sichtbares Gemeinschaftsleben, feste Termine im Jahreslauf und ein Ortsname, den kaum jemand vergisst. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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