Klare Linie bei Torsten Sträter: Tumor wird kein Comedy-Stoff

Torsten Sträter, Komiker, kommt zur 15. Verleihung des Deutschen Radiopreises im Stage Theater Neue Flora. | Foto: Christian Charisius/dpa
  • Torsten Sträter, Komiker, kommt zur 15. Verleihung des Deutschen Radiopreises im Stage Theater Neue Flora.
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Torsten Sträter. Der Comedian setzt nach seiner überstandenen Tumorerkrankung eine klare Grenze: Sein neues Bühnenprogramm soll keine Krankheitsgeschichte werden. «Ich will keine Tumorgeschichte erzählen», sagte der neunundfünfzigjährige Dortmunder dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Sträter begründet das mit dem Blick auf viele Betroffene in seinem Publikum. «Erst mal kennt das jeder Dritte aus seinem Umfeld und erfährt dann nur, dass ich die gleichen Ängste und Schmerzen habe wie alle anderen auch. Das will ich nicht.» Er wolle schließlich unterhaltsam sein. «Aber zu dieser Mischung aus schwerer Erkrankung und Unterhaltung fehlt mir noch die Idee», sagte Sträter.

Torsten Sträter will auf der Bühne nicht die Krankheit erzählen

Zu Jahresbeginn hatte Sträter wegen einer Tumordiagnose Auftritte absagen müssen. Im Mai kehrte er zurück auf die Bühne. Im September geht der Kabarettist mit einem neuen Programm auf Tournee, nur eben ohne die Erkrankung zum Zentrum des Abends zu machen.

Gerade sei seine Erkrankung nicht da, sagte Sträter. Angesprochen auf das Älterwerden beschrieb er, wie sehr sich sein Blick auf einfache Dinge verändert hat. Er brauche gar nicht viel: «Ein bisschen Stille, ein bisschen geliebte Menschen um mich herum, ein bisschen einen guten Film im Kino sehen, ein bisschen Autofahren.» Wie gerne er Autofahren mag, sei ihm erst aufgefallen, nachdem er es sechs Wochen lang nicht durfte.

Ein anderer Blick aufs Leben nach der Diagnose

Nach der Diagnose habe sich sein Blick verändert. «Ich mache Dinge jetzt sofort, die ich früher gern verzögert habe. Und ich kann mich neuerdings aufraffen, Dinge sofort zu machen, um mich selbst mit Erinnerungen anzufüllen und Dinge geregelt zu bekommen», so Sträter.

Dass diese Worte so nah gehen, liegt auch an Sträters Rolle in der deutschen Comedy. Er zählt zu den erfolgreichsten Kabarettisten des Landes, wurde für sein Live-Programm mit dem Deutschen Comedypreis ausgezeichnet und erhielt gemeinsam mit Kurt Krömer einen Grimme-Preis in der Kategorie Unterhaltung für ein TV-Gespräch über Depressionen.

Für Fans heißt das: Sträter kommt zurück, aber auf seine Weise. Sein neues Programm dürfte deshalb weniger von Krankheit erzählen als von dem, was nach einer solchen Zäsur wieder möglich wird. dpa/red

Autor:

Stephanie Walter aus Wochenblatt Kaiserslautern

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