Finale in Rust: „Immer wieder sonntags“ endet am Sonntag

Seit rund 22 Jahren moderierte Stefan Mross das Format. (Archivbild) | Foto: Silas Stein/dpa
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Rust. Schlagerfans verlieren am Sonntag, 6. September, ein festes Sommerritual im Ersten: In Rust läuft um 10 Uhr die finale Ausgabe von „Immer wieder sonntags“. Der Südwestrundfunk führt die Sendung nicht fort. Moderator Stefan Mross will das Format nach eigener Aussage aber weiterführen.

„Ich werde nichts vermissen, weil ich weiß, es geht weiter“, sagte Mross der Deutschen Presse-Agentur. Der Optimismus sei da, dass es weitergehe. Nach seinen Worten gab es bereits zahlreiche Gespräche, unter anderem mit Fernsehsendern, die Interesse an einer Fortführung hätten. Details nannte der 51-Jährige nicht.

Mross hofft weiter auf Rust

Ein besonderer Wunsch des Moderators ist, auch künftig aus dem Europa-Park in Rust senden zu können. Mit dem Freizeitpark ist Mross nach eigenen Worten seit Kindheitstagen verbunden. Die Open-Air-Sendung wurde seit Ende der 90er Jahre auf dem Gelände des Europa-Parks produziert, zuletzt neben der Wasserwelt Rulantica.

„Immer wieder sonntags“ startete vor mehr als 30 Jahren im Ersten. Zunächst führte Max Schautzer durch die Sendung, später übernahm Sebastian Deyle für eine Staffel. Stefan Mross prägte das Format seit mehr als 20 Jahren. Mit ihm als Gastgeber und einem neuen Konzept stiegen die Quoten deutlich.

Zur Sendung gehörten Schlagerstars, Volksmusik-Acts und Newcomer. Ein wichtiger Teil des Erfolgs war die Nähe zum Publikum. Mross holte Menschen auf die Bühne, ließ Kinder singen, band Zuschauer in Spiele ein und stellte sich selbst immer wieder ungewöhnlichen Aufgaben.

Warum der SWR die Sendung beendet

ARD und SWR hatten die Absetzung im Frühjahr mit Sparmaßnahmen begründet. Zudem wollen die Sender neue digitale Formate entwickeln und ein jüngeres Publikum stärker erreichen. SWR-Programmdirektor Clemens Bratzler sprach von einer „schmerzhaften“ Entscheidung, die dem Sender angesichts des großen Erfolgs nicht leicht gefallen sei.

Nach Angaben des SWR steckt hinter den stabilen Marktanteilen ein strukturelles Problem. Bei gleichem Marktanteil erreiche die Sendung heute rund 30 Prozent weniger Menschen als vor zehn Jahren, weil weniger Menschen lineares Fernsehen schauen. Die Nutzung durch 14- bis 49-Jährige habe sich im gleichen Zeitraum halbiert.

Für Mross bleibt die Entscheidung schwer nachvollziehbar. Im Publikum säßen inzwischen drei Generationen, vom Kind bis zur Großmutter. „Von mir aus hätte es in den nächsten zehn Jahren noch weitergehen können“, sagte der Oberbayer. Er gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge, weil er eine sehr schöne Zeit hinter sich habe.

Die Quoten waren bis zuletzt stark. Im vergangenen Jahr sahen die zwölf Live-Ausgaben im Ersten im Schnitt 1,26 Millionen Menschen. Der durchschnittliche Marktanteil lag bei rund 17 Prozent.

Was für die letzte Ausgabe bekannt ist

Der Inhalt des Finales bleibt weitgehend geheim. Mross sagte, er dürfe bei den Proben nicht dabei sein und wisse nicht, was ihn in der Sendung erwarte. Bekannt seien bisher nur zwei Gäste: Andy Borg und Stefanie Hertel.

Nach dem Ende im Ersten plant Mross eine eigene Tour unter dem Titel „Immer wieder Stefan“. Rund 60 Termine sind nach seinen Angaben bereits vorgesehen. Den Zeitraum von Anfang Mai bis September, in dem die TV-Show sonst lief, habe er sich für alle Fälle freigehalten.

Für viele Zuschauer endet damit zunächst ein fester Termin im Sommerprogramm. Jahr für Jahr kamen Schlagerfans aus dem deutschsprachigen Raum nach Rust, um „Immer wieder sonntags“ live zu erleben. Was in den letzten 30 Sekunden der finalen Ausgabe passiert, soll laut Mross besonders werden. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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