Felchenfang am Bodensee: Bleibt das Fangverbot?
- Dürfen Felchen bald wieder gefischt werden. (Archivbild)
- Foto: Felix Kästle/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Wasserburg am Bodensee. Ob der beliebte Speisefisch Felchen bald wieder auf den Tellern rund um den Bodensee landet, entscheidet sich voraussichtlich am Donnerstag, 18. Juni. Vertreter aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein beraten dann über die Zukunft des Fangverbots.
Seit einer mehrjährigen Schonung dürfen Felchen im größten Teil des Bodensees derzeit nicht gefangen werden. Die Maßnahme sollte den stark geschrumpften Beständen Zeit zur Erholung geben. Nun steht die Frage im Raum, ob und unter welchen Bedingungen die Fischerei wieder erlaubt wird.
Traditionsfisch der Region
Felchen gelten seit Jahrzehnten als kulinarisches Aushängeschild des Bodensees. In vielen Gasthäusern rund um den See gehören gebratene oder geräucherte Felchen traditionell auf die Speisekarte. Die Fische haben nur wenige Gräten und sind deshalb bei Gästen und Einheimischen besonders beliebt. Vor Beginn der Schonzeit lag der Preis bei Fischern bei rund 26 Euro pro Kilogramm Filet.
Warum der Fang gestoppt wurde
In den vergangenen Jahren brachen die Bestände deutlich ein. Besonders betroffen war der sogenannte Blaufelchen, der im Freiwasser des Bodensees lebt. Wissenschaftler schlugen Alarm. Die Fische fanden weniger Nahrung und konkurrierten zunehmend mit invasiven Arten wie dem Stichling.
Die Internationale Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei beschloss deshalb eine dreijährige Schonung. Das Fangverbot gilt im Obersee seit dem Jahr 2024. Am Untersee durfte weiter gefischt werden.
Forscher sehen erste positive Signale
Nach Angaben der Fischereiforschungsstelle in Langenargen zeigen sich inzwischen erste Verbesserungen:
- Felchen wachsen wieder besser.
- Die Zahl der invasiven Stichlinge ist zuletzt zurückgegangen.
- Es werden wieder mehr Felcheneier und Larven beobachtet.
Viele Fachleute raten dennoch zur Vorsicht. Die Bestände hätten sich zwar erholt, die Lage gelte aber weiterhin als empfindlich.
Welche Regeln künftig möglich sind
Bei der Sitzung in Wasserburg beraten die Vertreter aus Bayern, Baden Württemberg, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein über mehrere Optionen. Für Änderungen der Fischereiregeln ist Einstimmigkeit erforderlich.
Diskutiert werden unter anderem:
- eine begrenzte Wiederaufnahme der Fischerei
- größere Maschenweiten für Netze
- weniger Netze oder Fangtage
Mit solchen Maßnahmen könnte die traditionelle Berufsfischerei entlastet werden, ohne die Bestände erneut zu gefährden. Ein Beschluss der Internationalen Bevollmächtigtenkonferenz wird für Donnerstag, 18. Juni, erwartet. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |