Felchen-Fang am Bodensee vor Entscheidung der Anrainer
- Dürfen Felchen bald wieder gefischt werden? (Archivbild)
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Wasserburg am Bodensee. Der traditionelle Bodensee-Fisch Felchen könnte bald wieder häufiger auf den Teller kommen. Fachleute aus vier Ländern beraten seit Mittwoch, 17. Juni, in Wasserburg über die Zukunft der Fischerei im See.
Bei der Jahrestagung der Internationalen Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei beraten Vertreter aus Bayern, Baden Württemberg, Österreich und Liechtenstein über neue Regeln. Der Felchenfang ist im größten Teil des Bodensees seit 2024 ausgesetzt. Die Maßnahme sollte dem stark geschrumpften Bestand Zeit zur Erholung geben.
Nach Einschätzung von Fachleuten zeigen sich inzwischen erste Anzeichen einer Stabilisierung. Baden Württemberg spricht sich deshalb dafür aus, den Fang wieder in begrenztem Umfang zu erlauben. Voraussetzung ist laut Landwirtschaftsministerium, dass sich die Bestände weiter erholen können.
Warum der Felchenbestand eingebrochen ist
Der Rückgang der Bodensee-Felchen gilt als Folge mehrerer Entwicklungen. Fachleute nennen unter anderem:
- die Ausbreitung des invasiven Stichlings
- steigende Wassertemperaturen im See
- veränderte Nahrungsbedingungen für die Fische
Ende 2023 beschlossen Deutschland, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein deshalb eine dreijährige Schonzeit. Seitdem dürfen Felchen im Obersee weitgehend nicht mehr gefangen werden.
Lockerung nur mit strengeren Regeln denkbar
Eine Rückkehr zu den früheren Fangregeln gilt derzeit als unwahrscheinlich. Diskutiert werden strengere Vorgaben für die Fischerei. Dazu gehören größere Maschenweiten bei Netzen, weniger eingesetzte Netze oder eine geringere Zahl an Fangtagen.
Felchen gelten als kulinarisches Aushängeschild des Bodensees. Viele Gäste verbinden den See mit geräuchertem oder gebratenem Felchenfilet. Der Fisch hat wenige Gräten und ist daher besonders beliebt. Vor Beginn der Schonzeit lag der Preis bei Fischern bei rund 26 Euro pro Kilo Filet.
Die Entscheidung über die künftigen Regeln für den Bodensee Obersee wird für Donnerstag, 18. Juni, erwartet. Beschlüsse der Konferenz müssen einstimmig gefasst werden. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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