Donaueschinger Musiktage 2026: Klang trifft Gegenwart
- Donaueschinger Musiktage 2026: Eine Orchesterprobe stimmt auf die Klanginstallationen und Uraufführungen des Festivals ein.
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Donaueschinger Musiktage 2026. 20 Klanginstallationen, neue Werke und fünf Live-Konzerte machen Donaueschingen vom 15. bis 18. Oktober zum Treffpunkt für zeitgenössische Musik. Im Mittelpunkt steht die Polyphonie, die das Festival mit den vielen Perspektiven einer komplexen Gegenwart verbindet.
Zum Auftakt öffnen am 15. Oktober drei Klanginstallationen bei freiem Eintritt. Yann Leguay lädt in der Alten Molkerei dazu ein, Objekte selbst zum Klingen zu bringen, während Miles Friday in der Orangerie Lautsprecher, tieffrequente Drones und aufblasbare Formen zu einer 32-kanaligen Installation verbindet.
Donaueschinger Musiktage 2026: Drei Installationen zum Auftakt
Ab 18 Uhr verarbeitet die Künstlerin Gwendoline Robin im Museum Art.Plus Geräusche aus dem Hochgebirge, darunter Flüsse, Wind und die Rufe von Murmeltieren. Zwei Installationen bleiben dort bis zum 8. November zugänglich, außerdem steht am Eröffnungsabend eine Podiumsdiskussion über neue Formen der Musikvermittlung auf dem Programm.
Am 16. Oktober eröffnet das SWR Symphonieorchester unter der Leitung von Brad Lubman das Festival offiziell. Gemeinsam mit dem SWR Experimentalstudio bringt das Orchester vier neue Werke zur Uraufführung, darunter Kompositionen von Natasha Barrett und Stefan Prins, die musikalisch nach dem Umgang mit einer erschütterten Welt fragen.
Neue Werke zwischen Kontrolle und Improvisation
Igor C Silva verbindet in seiner Arbeit Dirigent, Orchester und Solistinnen und Solisten in einem Spiel aus Interaktion und Improvisation. Als Trompeterin ist Susana Santos Silva dabei ebenso beteiligt wie der Komponist selbst mit Live-Elektronik; Hannah Kendall greift Verse des martinikanischen Dichters Édouard Glissant aus dem Jahr 1949 auf.
Auch abseits der Orchesterkonzerte bleibt das Programm vielseitig. Simon Steen-Andersen entwirft mit seiner Bühnen- und Videoperformance UR! ein Doppelporträt von Kurt Schwitters und Michael Schmid, das Ensemble Speak Percussion aus Melbourne präsentiert ein Projekt für Skulpturinstrumente, Video und Percussiontrio.
Die Improvisationsformation ONCEIM ist erstmals in Donaueschingen zu hören und spielt Werke von Marina Rosenfeld und Éliane Radigue. Das Ensemble Modern bringt unter der Leitung von Xizi Wang Brigitta Muntendorfs Last Show als soziales Live-Experiment auf die Bühne, während das Ensemble Resonanz unter Enno Poppe polyphone Perspektiven von Rebecca Saunders und Ann Cleare aufführt.
Live im Radio und als Videostream
SWR Kultur begleitet das Festival mit einem mobilen Pop-up-Studio in Donaueschingen. Fünf Konzerte laufen live, darunter die beiden Auftritte des SWR Symphonieorchesters am 16. und 18. Oktober, das Konzert des Ensemble Modern am 17. Oktober sowie das Konzert des Ensemble Resonanz am 18. Oktober.
Zwölf Uraufführungen sind während dieser Übertragungen im Radioprogramm von SWR Kultur und in ARD Sounds zu hören. Die beiden Konzerte des SWR Symphonieorchesters zeigt SWR Kultur außerdem im Live-Videostream auf SWRKultur.de und auf dem YouTube-Kanal von ARD Klassik.
Zum Abschluss steht Chefdirigent François-Xavier Roth am Pult des SWR Symphonieorchesters. Auf dem Programm stehen Werke von Mauro Lanza, Clara Iannotta, Fabien Lévy und Noriko Baba.
Rahmenprogramm für Publikum und Fachleute
Zum Festival gehören Gespräche mit Künstlerinnen und Künstlern, Führungen durch die Klanginstallationen, eine Noten- und Buchausstellung sowie eine Stadtführung. Im Kommunalen Kino guckloch läuft außerdem der Film Dear Lara von Lara St. John erstmals in Deutschland.
Das Vermittlungsprogramm reicht von Konzerten für alle Schülerinnen und Schüler der Erich Kästner-Schule über Workshops an zwei weiteren Schulen bis zum Programm Next Generation für Studierende. Das Seminar Abenteuer Neue Musik richtet sich an Lehrende und Studierende, zudem treffen sich Fachleute bei zwei Netzwerktreffen.
Das vollständige Programm und die Broschüre stehen auf SWR.de/donaueschingen. [red]
Autor:Film und Fernsehen: Shows, Serien und Stars aus Ludwigshafen |