"Die Toten Hosen - Das letzte Album": Neue ARD-Doku ab heute in der Mediathek
- Der Dokumentarfilm zeigt, und Campino sagt es schließlich auch offen, dass der Prozess, den er für ein neues Album durchläuft, oft quälend ist. (Archivbild)
- Foto: Jens Büttner/dpa
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Mainz. Eine neue ARD-Dokumentation gibt seltene Einblicke in die Arbeit einer der erfolgreichsten deutschen Rockbands. Der Film „Die Toten Hosen – Das letzte Album“ begleitet die Düsseldorfer Gruppe über zwei Jahre bei der Entstehung ihres möglicherweise letzten Studioalbums.
Im Februar beginnt die Geschichte in Senden im Münsterland. Bei nasskaltem Wetter ziehen sich Campino, Andi Meurer, Kuddel, Breiti und Vom Ritchie in einen umgebauten Bauernhof zurück. Dort arbeiten sie monatelang mit Produzent Vincent Sorg an ihrem 16. Studioalbum. Die Kamera ist erstmals dauerhaft dabei.
„Nochmal aus allen Rohren schießen“, beschreibt Sänger Campino das Ziel der Band. Doch der Prozess ist schwierig. Immer wieder werden Songs verworfen. Die Stimmung schwankt zwischen Euphorie und Erschöpfung.
90 Minuten Blick hinter die Kulissen
Regisseur Eric Friedler begleitet die Musiker über einen Zeitraum von zwei Jahren. Der 90 Minuten lange Film zeigt nicht nur die Studioarbeit. Auch die über 40 Jahre Bandgeschichte werden nachgezeichnet.
Die Dokumentation ist ab Mittwoch, 20. Mai, in der ARD-Mediathek abrufbar. Im Fernsehen läuft sie am Samstag, 23. Mai, um 23.25 Uhr im Ersten direkt nach dem DFB-Pokalfinale.
Die Band lässt ungewöhnlich tiefe Einblicke zu. „Wir haben nicht mehr viel zu verlieren“, sagt Campino bei der Premiere in Mainz. Wenn man sich auf so ein Projekt einlasse, müsse alles offen sein. Eine geschönte Darstellung wollte die Gruppe bewusst vermeiden.
Frühe Rückschläge und große Hits
Der Film erinnert auch an schwierige Anfangsjahre. Campino erzählt, dass die Band in ihrer Frühphase zahlreiche Plattenfirmen anschrieb und überall Absagen erhielt. „Die ersten zehn Jahre waren wir pleite“, sagt er.
Auch eine überraschende Geschichte zu einem ihrer größten Hits wird erzählt. Der Song „Tage wie diese“ war ursprünglich aus der Auswahl gestrichen worden. Erst Campinos damalige Freundin Birgit Minichmayr brachte das Lied zurück auf das Album.
Nebenbei erwähnt der Sänger eine private Neuigkeit. Campino ist noch einmal Vater geworden. Seine Frau habe ihm ein erstes Ultraschallbild geschickt. Darauf habe der Kopf des Babys wie der eines Teddys ausgesehen.
Abschied fällt der Band schwer
Der Film zeigt auch Zweifel und Sorgen. Gitarrist Kuddel spricht offen über seine Angst vor der „großen Leere“, wenn die Band irgendwann aufhört. Das mögliche letzte Album markiere für ihn einen Einschnitt.
Campino beschreibt den kreativen Prozess als anstrengend. Die Arbeit an einem Album sei oft quälend. „Es knallt immer richtig“, sagt der 63-Jährige. Der Druck führe manchmal sogar zu Nervenzusammenbrüchen.
Als die Songs schließlich fertig sind, wird es emotional. Campino fällt laut seinen Bandkollegen in ein Loch und muss weinen. Trotz aller Schwierigkeiten spricht er am Ende von einer „runden Sache“. Die Band habe alles gegeben, was derzeit möglich sei.
Der Film zeigt damit nicht nur die Entstehung neuer Musik. Er erzählt auch von Freundschaft, Druck und der Frage, wie man ein langes Kapitel würdevoll beendet. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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