Denkmaltag in Baden-Württemberg: 15 ungewöhnliche Orte öffnen
- Im Brennhaus, das am Tag des offenen Denkmals zu sehen ist, wurde fast 200 Jahre lang Obst verarbeitet.
- Foto: Bernd Weißbrod/dpa
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Baden-Württemberg. Am Sonntag, 13. September, öffnen im Land zahlreiche Denkmale, die sonst kaum zugänglich sind. Beim „Tag des offenen Denkmals“ geht es nicht nur um Burgen, Schlösser und Kirchen, sondern auch um Technikgeschichte, Industrieanlagen, Bunker, historische Bäder und besondere Orte des Alltags.
Für Ausflüge kann sich ein genauer Blick auf Öffnungszeiten und Anmeldung lohnen. Einige Programmpunkte sind frei zugänglich, andere nur im Rahmen von Führungen oder mit begrenzter Teilnehmerzahl. Mehrere Anmeldeschlüsse liegen bereits am Freitag, 11. September.
Diese 15 Orte sind am Denkmaltag besonders
Die Auswahl zeigt, wie vielfältig Denkmalschutz in Baden-Württemberg sein kann. Viele Orte erzählen Regionalgeschichte abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten.
- Ehemalige Tabakfabrik Karlsruhe-Grünwinkel: Das Areal zeigt den Wandel von einer Bau- und Kunsttischlerei zur Produktionsstätte für Rohtabak. Die Sheddachhallen und die Direktorenvilla von 1910 und 1911 sind nur bei Führungen zu sehen. Anmeldung bis Freitag, 11. September.
- Bahnpost und Bunker am Karlsruher Hauptbahnhof: Die Anlage verbindet frühere Bahnpost mit einem Schutzraum. Zugang gibt es nur bei einer Führung am Sonntag, 13. September, um 9.30 Uhr vor dem Ibis-Hotel in der Poststraße. Eine Anmeldung ist nicht nötig.
- Wasserschlössle in Überlingen: Der frühere Wasserhochbehälter von 1901 wirkt mit Natursteinportal und Türmen wie ein kleines Schloss. Geöffnet ist von 14 bis 18 Uhr. Erklärungen gibt es um 14.30, 15.30, 16.30 und 17.30 Uhr.
- Altes Volksbad Neckarstadt in Mannheim: Im Keller des früheren Fürsorgeamtes von 1931 sind 55 Bade- und Duschkabinen erhalten. Das Volksbad ist von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Auch das Herschelbad ist von 10 bis 16 Uhr zu besichtigen.
- Ehemaliges Schafhaus in Kraichtal: In dem früheren landwirtschaftlichen Gebäude wird Telefon- und Telegrafentechnik gezeigt. Zu sehen sind unter anderem öffentliche Fernsprecher, Telegrafengeräte und Vermittlungstechnik. Geöffnet ist von 10 bis 17 Uhr.
- Bodan-Werft in Kressbronn: Der frühere Werftstandort war zwischen 1919 und 2011 prägend für den Schiffbau am Bodensee. Eine Führung beginnt um 11 Uhr. Anmeldung bei der Tourist-Information Kressbronn bis Freitag, 11. September.
- Historische Fähre „Konstanz“: Das Schiff von 1928 gilt als erste Automobilfähre auf dem Bodensee und als älteste Binnenseeautomobilfähre Europas. Es liegt am Konzilsteg im Konstanzer Hafen und ist von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Ausfahrten sind um 12.30 und 15.30 Uhr geplant.
- Ehemalige Rechenmaschinenfabrik Thales in Rastatt: Zwischen 1914 und 1965 wurden hier Rechenmaschinen für den internationalen Vertrieb hergestellt. Besichtigungen sind von 13 bis 18 Uhr möglich. Führungen starten um 13.30 und 15.30 Uhr. Eine Anmeldung wird wegen begrenzter Plätze empfohlen.
- Ehemaliges Salzmagazin der Saline Clemenshall in Offenau: Das Gebäude aus den frühen 1820er Jahren enthält Holz früherer Gradierwerke. Führungen am Nachmittag starten alle 20 Minuten in Gruppen mit höchstens zehn Menschen. Die Anmeldung erfolgt vor Ort an der Kuchentheke.
- Hohenzollernzug in Weissach: Das denkmalgeschützte Eisenbahnensemble besteht aus Fahrzeugen von 1900 bis 1928. Der Lokschuppen ist von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Zusätzlich fährt der Dampfzug „Feuriger Elias“ zwischen Weissach und Korntal.
- Hohle Fels bei Schelklingen: Die Höhle ist ein bedeutender Fundort der Eiszeit. Dort wurden die älteste plastische Menschendarstellung und das älteste Musikinstrument der Welt entdeckt. Führungen, Vorträge und Mitmachaktionen sind geplant. Für den Bus-Infoshuttle zum Steinzeitdorf Ehrenstein wird Anmeldung empfohlen.
- Ehemaliger Atombunker in Tübingen: Unter dem Carlo-Schmid-Gymnasium liegt ein Schutzraum aus der Zeit des Kalten Krieges. Die 90-minütigen Führungen beginnen um 10.30 und 13 Uhr. Der Zugang ist nur mit Anmeldung möglich.
- Eiskeller und Bunker in Markgröningen: Der frühere Eiskeller wurde 1944 zum Luftschutzbunker umgebaut. Führungen finden um 12.15 und 17.15 Uhr statt. Kostenlose Eintrittskarten werden ab 11.20 Uhr am Informationsstand auf dem Kirchplatz ausgegeben.
- Historisches Brennhaus in Esslingen: In der denkmalgeschützten Schnapsbrennerei treffen historische Architektur und moderne Destillationstechnik aufeinander. Das Brennhaus ist von 12 bis 17 Uhr geöffnet.
- Alemannenbad Staufen: Das Freibad wurde 1893 angelegt und gilt als selten erhaltenes Beispiel historischer Badekultur. Führungen gibt es um 14 und 16 Uhr. Baden ist von 9 bis 20 Uhr möglich, das Denkmalprogramm läuft von 14 bis 17 Uhr.
Vor dem Besuch auf Anmeldung und Zeiten achten
Besonders bei Führungen in Bunkern, Fabriken, historischen Schiffen oder kleinen Technikdenkmalen sind Plätze oft begrenzt. Bei mehreren Angeboten ist eine Anmeldung vorgeschrieben oder empfohlen. Bei anderen Orten werden Tickets erst am Veranstaltungstag ausgegeben.
Der bundesweite Denkmaltag bietet damit auch in Baden-Württemberg Einblicke in Orte, die im Alltag meist verschlossen bleiben. Neben bekannten historischen Gebäuden stehen diesmal viele Beispiele für Industrie, Mobilität, Wasserversorgung, Badekultur und Archäologie im Mittelpunkt. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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