90.000 feiern Rock am Ring am Nürburgring
- Viele Acts wurden vom Regen verschont.
- Foto: Thomas Frey/dpa
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Nürburgring. Zehntausende Musikfans haben trotz Regen und Schlamm beim Festival Rock am Ring in der Eifel gefeiert. Rund 90.000 Besucher kamen von Freitag, 5. Juni, bis Sonntag, 7. Juni, zum traditionsreichen Event am Nürburgring.
Das Festival fand bereits zum 41. Mal statt und war seit Herbst ausverkauft. Rund 70 Acts standen auf drei Bühnen. Parallel lief in Nürnberg das Zwillingsfestival Rock im Park.
Zu den größten Namen am Freitag gehörten Linkin Park, Limp Bizkit und Papa Roach. Am Samstag folgten unter anderem Electric Callboy, Volbeat und Bad Omens. Für den Abschluss am Sonntagabend waren The Offspring und Iron Maiden angekündigt.
Ein besonderer Moment kam bereits am Freitagabend. Mit Feuerwerk und einer LED-Anzeige wurde der erste bestätigte Headliner für das kommende Jahr verkündet. Die US Band Blink 182 soll 2027 erstmals beim Festival in der Eifel auftreten.
Überraschung beim Wetter
Die Wetterprognosen vor dem Festival waren ungünstig. Es wurden Gewitter, Wind und kräftige Schauer erwartet. Tatsächlich blieb es während vieler Konzerte überraschend trocken.
Zum Auftakt klarte der Himmel zeitweise auf. Im Abendlicht zog Papa Roach zusätzlich Aufmerksamkeit auf sich, als ein Hubschrauber über das Gelände flog. Später sorgte Linkin Park mit Sängerin Emily Armstrong für emotionale und laute Momente vor der Hauptbühne.
Regenschauer gab es dennoch. Beim Auftritt von Gitarrist Tom Morello reagierte das Publikum besonders laut auf eine politische Botschaft. Auf der Rückseite seiner Gitarre waren die Worte „Nazis raus“ zu lesen.
Typisch für das Festival waren auch die Reaktionen im Publikum. Viele Fans feierten in Moshpits, ließen sich beim Crowdsurfing über die Menge tragen oder zeigten die klassische Pommesgabel.
Das Publikum war altersmäßig breit gemischt. Neben jungen Besuchern waren auch Familien und ältere Fans vor Ort. Eine 62 Jahre alte Besucherin berichtete, sie erfülle sich mit dem Festival einen Wunsch aus Studienzeiten.
Schlamm auf den Campingplätzen
Vor Beginn der Konzerte hatte anhaltender Regen viele Campingflächen stark aufgeweicht. Auf manchen Wegen bildete sich tiefer Schlamm. Besucher scherzten deshalb von einer „Wattwanderung“ vor ihren Zelten.
Teilweise lief Wasser in Zelte. Einige Pavillons wurden durch Wind beschädigt. Viele Besucher begegneten den Bedingungen mit Humor und Kreativität.
- Stuhl Weitwurf Wettbewerbe auf dem Campingplatz
- Improvisierte Golfspiele mit Dosen und Pavillonstangen
- Gemeinsames Vorlesen aus der Bravo über Lautsprecher
Kritik an Toiletten und Duschen
Für Unmut sorgte bei einigen Besuchern die Zahl der Toiletten und Duschen. In sozialen Netzwerken kritisierten Nutzer lange Wartezeiten und defekte Anlagen. Teilweise mussten Besucher laut eigenen Angaben bis zu 40 Minuten warten.
Die Veranstalter erklärten auf Instagram, dass die gleiche Anzahl an Anlagen wie im Vorjahr bereitstehe. Bei erweiterten Campingflächen seien zusätzliche Kapazitäten aufgebaut worden. Genaue Zahlen wurden jedoch nicht genannt.
Polizei meldet ruhigen Verlauf
Trotz der großen Besucherzahl blieb das Festival nach Angaben der Einsatzkräfte überwiegend friedlich. Die Polizei sprach bis Sonntagmittag von einem „verschwindend geringen Straftatenaufkommen“.
Auch für den ADAC blieb die Lage überschaubar. Einige Fahrzeuge mussten aus schlammigen Flächen gezogen werden. Mit der Abreise vieler Besucher rechneten Helfer bis Montagfrüh mit zunehmendem Verkehr rund um den Nürburgring. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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