Wall zwischen Ost- und Westberlin bewegt noch immer die Gemüter
Magie am Tag des Mauerbaus

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Heidelberg (hb). „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“ Was Walter Ulbricht, Staats- und Parteichef der DDR, am 15. Juni 1961 verkündete, war keine zwei Monate später Makulatur. Am 13. August 1961, heute vor exakt 59 Jahren, schob die Deutsche Demokratische Republik dem Drang ihrer Bürgerinnen und Bürger gen Westen einen Riegel vor – im wahrsten Sinne des Wortes. Zuvor hatten jeden Monat Tausende das Land verlassen, und rund 50 000 Ost-Berliner im Westteil der Metropole gearbeitet, nicht zuletzt weil die D-Mark etwa viermal so viel wert war wie die Mark der DDR. Das Bollwerk zwischen Ost und West sollte fortan 28 Jahre, zwei Monate und 27 Tage lang das Leben der Menschen auf beiden Seiten prägen. Erst am 9. November 1989 war das Symbol des Kalten Krieges, das so vielen Familien Leid zugefügt, ihnen die Freiheit entzogen und für mindestens 140 den Tod bedeutet hatte, Geschichte.
Doch hat die Menschheit aus dieser Tragödie gelernt? Zur Beantwortung reicht ein Blick an die Südgrenze der Vereinigten Staaten von Amerika, wo ein monströses Bauwerk über 3200 Kilometer Gestalt annimmt – eine Mauer. Kostenpunkt: Knapp vier Milliarden Dollar. Isaac Newton hätte ob dieser Entwicklung im 21. Jahrhundert wohl nur ungläubig den Kopf geschüttelt. Der englische Naturforscher und Philosoph, der 1726 im Alter von 83 Jahren starb, hatte schon vor rund 300 Jahren lamentierend festgestellt:

„Wir bauen zu viele Mauern und nicht genügend Brücken!"


   Das heutige Heidelberg mit seiner Vielfalt an Neckarbrücken hätte dem Wissenschaftler also sicherlich gefallen. Dass sich just am Jahrestag des Mauerbaus ein Regenbogen als Symbol der Harmonie und Hoffnung über die schönste dieser Verbindungen legte, die Alte Brücke, nahm der Freundeskreis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes im Rhein-Neckar-Raum zum Anlass, Menschen aus aller Welt mit der historischen Bedeutung des Tages, dem Naturschauspiel (s. Foto) und Newtons Zitat zu konfrontieren und ihre Reaktionen an dieser Stelle zu dokumentieren:

"Eine bedrohliche Erinnerung für die ganze Welt, dieser 13. August 1961!" - Omar Alassar, Syrien

"In times of pandemic, we can imagine the wall as an immense protective mask of about 45 km (at the border between East and West Berlin) or even 155 km (around entire West Berlin) to prevent freedom and the joy of work from infecting the socialist republic of Marx." - Hugo Pernía, Venezuela

„Humanity has been struggling with its own separations when in reality we are simply unified. We all search for one common purpose: to feel that we belong, are loved, secure and happy. Divisions have created horrors throughout history, such as famine, slavery, arrogance, wars - and the list goes on. So building divisions is just a way to go back to suffering, while seeing the bridge that unites us is the way to feel at ease in the world and to let anyone else feel that way. This rainbow above is a dream of nature to gap the two edges of a river, which are not really separated. I am confident that with the awareness of these issues, we can create that rainbow reality for all of us, united with nature as a whole.” - Natalia Sánchez Kuntz, Mexiko

"The rainbow is a metaphor for unification. The colors of a rainbow represent the real sense of unity - a rainbow as a bridge between the East and the West! The breaking of the Berlin Wall is the symbol not only for the unification of East and West Germany but also for filling the gap between two schools of thought that hindered the achievement of the 'real freedom' - humanity! Let's break the 'walls of hate' to join for humanity! Unity in diversity is humanity! Imagine a world where peace and prosperity prevail." - Ramesh Kumar Maskey, Nepal

In the Arabic language, a long time ago, the Tunisian poet Abu al-Qasim al-Shabi wrote "If, one day, a people desires to live, then fate will answer their call`. For many, many years, Germans in the east and west halves of the ONE country passed the message from generation to generation that they are ONE and will stay ONE. And fate answered their call! The wall was built with bricks on the ground, but no separation existed in peoples’ minds or in their hearts. I wish Sudan will become ONE again too, sooner or later." - Samir Shaheen, Sudan

“Hoffen wir mal, dass in drei Monaten neue Brückenbauer in den USA an der Macht sind!“ – Mathias Essig, Deutschland

“As the rainbow connects the two banks of the river which always run together in parallel but never meet, in the same way the love between Berliners connected them despite the wall between them.” - Anees Qumar Abbasi, Pakistan

"The emotions and feelings after the fall of the Berlin Wall are beyond the mind’s imagination - they will forever live in the heart of men." - Sadiq Idris, Nigeria

“Why and for what? Was it worth all the pain and suffering? I remember this wall being built. Just couldn’t understand why it was happening. Separating families, friends, relatives. Who does this horrible thing to a society? The fear of a wall being built in New Zealand was real. Was joyous when the wall came down. Thanks for rainbows where beauty still reigns.” - Carmel Daly, Neuseeland

"Different thoughts can separate people, families and friends. We shouldn´t let any wall separate our souls!" - Hilda Stekman, Venezuela

“A wall is like a canvas. It can either be filled with fear and hatred or with art that stands against the hate. The choice is ours!– Shipra Tholia, Indien

Optimismus pur drückt, last but not least, folgendes Zitat aus dem Lied "Over the rainbow" aus, für dessen Text in den 1930er Jahren E. Y. Harburg verantwortlich zeichnete und das u.a. durch Israel Kamakawiwoʻoles Interpretation mit Ukulele weltberühmt wurde:

"Somewhere over the rainbow, blue birds fly and the dreams that you dreamed of -
                                                  dreams really do come true.
"

Autor:

Henning Belle aus Wochenblatt Rhein-Neckar

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