Gerade noch gerettet: Wandgemälde am Speyerer Dom vor dem Verfall gesichert
- Das blaue Gewand der Madonna zeigt wieder die ursprüngliche Farbigkeit. Abgeschlossen ist die Restaurierung jedoch noch nicht.
- Foto: Domkapitel Speyer/Klaus Landry
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Speyer. Am Dom in Speyer laufen neue Instandhaltungsarbeiten. Zwei Projekte zeigen, wie dringend der Erhalt einzelner Bereiche geworden ist: Ein Wandgemälde in der Vorhalle musste kurzfristig gesichert werden, zudem wird der Sockelbereich gereinigt und instandgesetzt.
Die Maßnahmen werden durch die Dr.-Albrecht-und-Hedwig-Würz-Stiftung in der Bürgerstiftung der Sparkasse Südpfalz finanziert.
Wandgemälde drohte weiteren Substanzverlust
Besonders kritisch war der Zustand eines Wandbildes in der Vorhalle. Teile der Substanz waren bereits verloren gegangen, die Vergoldung galt zeitweise als nicht mehr zu erhalten.
Im Rahmen einer Diplomarbeit entwickelte Restauratorin Anne Lackner zwischen Oktober 2024 und November 2025 ein Konzept zur Sicherung. Über Monate hinweg untersuchte sie das Gemälde und legte Musterflächen an, um geeignete Methoden zu finden.
Das Ergebnis: Die Vergoldung konnte entgegen früherer Einschätzungen gesichert werden. Anschließend wurden erste Notsicherungsmaßnahmen umgesetzt.
Dombaumeisterin Hedwig Drabik ordnete die Lage ein: Die Arbeiten seien „gerade noch rechtzeitig“ erfolgt, da bereits deutlicher Substanzverlust sichtbar war.
- Freude über den Scheck der Dr.-Albrecht-und-Hedwig-Würz-Stiftung in der Bürgerstiftung der Sparkasse Südpfalz (v.l.n.r.): Domdekan Dr. Georg Müller, Christin Sauer, Vorständin der Bürgerstiftung der Sparkasse Südpfalz, Diplom-Restauratorin Anne Lackner, Dombaumeisterin Hedwig Drabik, Steinmetz Tobias Uhrig und Architektin Marta Schiedermaier
- Foto: Domkapitel Speyer/Klaus Landry
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Finanzierung steht – vollständige Restaurierung noch offen
Für Untersuchung, Gerüstbau und erste Sicherungsmaßnahmen stellte die Stiftung rund 60.000 Euro bereit.
Abgeschlossen ist das Projekt jedoch noch nicht. Auf Basis des erarbeiteten Konzepts müssen nun die Kosten für die vollständige Restaurierung ermittelt werden. Erst danach kann über die Umsetzung entschieden werden.
Sockelbereich des Doms in schlechtem Zustand
Parallel läuft ein weiteres Projekt am Bauwerk: die Reinigung und Neuverfugung der Sockelzone. Auch hier zeigt sich deutlicher Sanierungsbedarf.
Seit November 2025 werden Moose und Bewuchs entfernt, anschließend erfolgt eine Reinigung mit Heißdampf. Ziel ist es, die Substanz des Sandsteins zu schützen.
Steinmetz Tobias Uhrig erklärt das Vorgehen: „Durch die hohen Temperaturen werden die Keime und Sporen des biogenen Bewuchses abgetötet.“
Der Hintergrund: Bewuchs speichert Feuchtigkeit und beschleunigt so die Verwitterung des Materials.
Für diese Arbeiten stehen weitere 40.000 Euro aus Stiftungsmitteln zur Verfügung. In den kommenden Wochen sollen zusätzliche Gerüste aufgebaut werden, um auch höher gelegene Bereiche zu erreichen.
- Der untere Sockelbereich und die Bodenplatten sind bereits gereinigt. Das Gesims kommt in einem nächsten Schritt an die Reihe
- Foto: Domkapitel Speyer/Klaus Landry
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Domerhalt als Daueraufgabe
Der Speyerer Dom gilt als größte romanische Kirche der Welt und gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Entsprechend aufwendig ist der dauerhafte Erhalt des Bauwerks.
Neben großen Sanierungsprojekten sind es häufig kleinere Maßnahmen wie diese, die entscheidend dazu beitragen, Schäden frühzeitig zu erkennen und größere Eingriffe zu vermeiden.
Domdekan Dr. Georg Müller betonte die Bedeutung der Unterstützung: „Ich freue mich, dass wir durch das Zutun der Würz-Stiftung Projekte realisieren können, die für unseren Dom von enormer Bedeutung sind.“
Dieser Text wurde mit maschineller Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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