Sparen im Bistum Speyer
Fällt Polizeiseelsorge dem Rotstift zum Opfer?

In einem offenen Brief wendet sich der  Gemeinsame Beirat der Polizeiseelsorge im Bistum Speyer und in der evangelischen Kirche der Pfalz jetzt an Generalvikar Andreas Sturm. Man ist in Sorge, der Rotstift könnte die Polizeiseelsorge treffen.
  • In einem offenen Brief wendet sich der Gemeinsame Beirat der Polizeiseelsorge im Bistum Speyer und in der evangelischen Kirche der Pfalz jetzt an Generalvikar Andreas Sturm. Man ist in Sorge, der Rotstift könnte die Polizeiseelsorge treffen.
  • Foto: Robert Marinkovic/Pixabay
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Speyer. In einem offenen Brief wendet sich der  Gemeinsame Beirat der Polizeiseelsorge im Bistum Speyer und in der evangelischen Kirche der Pfalz jetzt an Generalvikar Andreas Sturm. Es geht um die Sparmaßnahmen, die in der Diözesanversammlung vom 12. Februar beschlossen wurden - und um die Sorge, der Rotstift könnte auch die Polizeiseelsorge treffen.

Die Polizeiseelsorge in der pfälzischen Landeskirche und im Bistum Speyer ist jeweils mit einer halben Stelle „Polizeiseelsorge“ und einer halbe Stelle „Notfallseelsorge“ hauptamtlich besetzt. Der Polizeiseelsorgebeirat unterstützt und berät die beiden Polizeiseelsorger Anne Henning und Matthias Orth, da, wo es möglich ist, und fungiere als Brücke zu den einzelnen Polizeipräsidien und den insgesamt mehr als 50 Dienststellen mit etwa 3.000 Beamten und Verwaltungsmitarbeitern. 

In dem offenen Brief an den Speyerer Generalvikar heißt es: "Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten sollen von ihrem Auftrag her für Sicherheit und Ordnung sorgen. Dennoch sind wir Menschen mit Herz, Seele und Gemüt. Wir freuen uns, wenn wir anderen Menschen helfen können. Wir lassen uns erschüttern, wenn wir zu Menschen gerufen werden, die Not und Gefahr, oft sogar Gewalt und Verbrechen ausgeliefert sind. Und wir verbergen unsere Gefühle nicht, wenn wir mit Tod und Trauer in Berührung kommen."  Durch die Polizeiseelsorge erführen Polizisten Beistand, wenn es darum gehe, mit dem Erleben von Gewalt, Tod und Trauer, Lebensgefahr, Schuld, Schwäche und Gerechtigkeit umzugehen.



Polizeiseelsorge wird gebraucht

"Polizeiseelsorge will die unzähligen Facetten der Zuwendung Gottes aufzeigen und spürbar werden lassen und damit eine lebensfreundliche Haltung fördern, die im Polizeiberuf besonders nötig, aber durch zahllose Erfahrungen von Elend, Lüge, Gewalt,
Schuld und Tod auch besonders gefährdet ist", heißt es in dem Brief weiter. Derzeit gibt es das Angebot der Einzel- oder Gruppenseelsorge  für den gesamten Raum des Bistums Speyer und der evangelischen Landeskirche. Die Mitarbeit der Seelsorgenden im Kriseninterventionsteam der Polizei Rheinland-Pfalz sei erwünscht und werde begrüßt. Der Beirat kommt in seinem Schreiben zu dem Schluss: Polizeiseelsorge wird gebraucht. 

Der Beirat ist in Sorge, weil Sturm im Februar strukturelle Einsparungen im Bistum Speyer vorgestellt hatte. Bereits Ende April sollen Sparbeschlüsse in Höhe 6,4 Millionen Euro gefasst werden, die dann für den Bistumshaushalt 2022 gelten. Weitere Sparbeschlüsse in Höhe von 17,6 Millionen Euro sollen in den nächsten Jahren folgen. Noch wurde die Polizei- und Notfallseelsorge zwar nicht genannt, doch die Mitglieder des Beirats fürchten, dass auch hier der Rotstift angesetzt werden könnte.

"Die hauptamtliche Repräsentanz der Polizeiseelsorgenden wird von den Verantwortlichen der Polizei Rheinland-Pfalz und vom für die Polizei zuständigen Ministerium des Innern und für Sport hoch geschätzt. Dies wurde schon mehrfach bestätigt. Auch in der Wirkung nach innen, bis in die letzte Dienststelle hinein, wird wahrgenommen, dass Kirche sich den Herausforderungen in Staat und Gesellschaft stellt. Die Polizei wird hiermit augenfällig unterstützt und wertgeschätzt", argumentieren die Briefschreiber und schließen ihr Schreiben mit einem Appell: "Herr Generalvikar, sparen Sie nicht am falschen Ende! Kirche sollte nah bei den Menschen sein, dort wo sie leben und arbeiten. Die Polizei- und Notfallseelsorge wird gebraucht, so wie es immer Polizistinnen und Polizisten braucht."

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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