Einführung und Verabschiedung in St. Ingbert
Evangelisches Schulreferat Saarland eröffnet

- Superintendent Markus Karsch vom Kirchenkreis An der Saar am neuen Evangelischen Schulreferat Saarland: "Hier werden Fragen, Räume, Möglichkeiten und Perspektiven eröffnet."
- Foto: Amt für Religionsunterricht | Nadja Donauer
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Ein Neuanfang mit Feuer und Erfahrung: In der Martin-Luther-Kirche St. Ingbert wurden Pfarrer André Koch als Regionaler Beauftragter für den Religionsunterricht eingeführt und Pfarrer Horst Heller als langjähriger Leiter des Religionspädagogischen Zentrums verabschiedet.
Mit festlichen Trompeten- und Orgelklängen eröffnete am 22. August 2025 der Gottesdienst in der Evangelischen Martin-Luther-Kirche St. Ingbert. Oberkirchenrat Dr. Claus Müller und Kirchenrat Dr. Peter Busch führten Pfarrer André Kochoffiziell in sein neues Amt als Regionaler Beauftragter der Evangelischen Kirche der Pfalz für den Religionsunterricht im Saarland ein.
Koch bildet gemeinsam mit Pfarrer Tim Kahlen, seinem Kollegen aus der rheinischen Landeskirche, das Leitungsteam des neuen Evangelischen Schulreferats Saarland – direkt gegenüber der Kirche, in der Josefstaler Straße 22. Das Gebäude, in dem das neue Referat untergebracht ist, hat eine bewegte Geschichte: Es wurde 1875 als jüdische Synagoge erbaut – ein würdevoller Ort für Bildung und Begegnung.
Passend zum Anlass zitierte Dr. Peter Busch zur Begrüßung den Wochenspruch aus Lukas 12,48: „Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern.“
Der Gottesdienst stand ganz im Zeichen der Bildung. Der Dichter Aristophanes wurde zitiert: „Menschen bilden bedeutet nicht, ein Gefäß zu füllen, sondern ein Feuer zu entfachen.“ Dieses Feuer – so wurde deutlich – kann sich in vielen Facetten zeigen: in der Lehrplanarbeit, in Debatten mit der Kirchenleitung oder in digitalen Beiträgen. In seiner Predigt erinnerte sich André Koch an ein Didaktikbuch, das mangelnde Konzentration und geringe religiöse Vorkenntnisse bei Schülerinnen beklagte – ein Befund, der aktuell klingt, allerdings 1999 verfasst wurde. Kochs Reaktion:
„Einfach war es noch nie. Doch nach der Studie zeigten sich Lehrkräfte motiviert, nicht das Licht auszuschalten, sondern jetzt erst recht das Licht leuchten zu lassen. Als Leuchte für den Religionsunterricht wollen wir uns schon verstehen, wenn wir gemeinsam mit dem rheinischen Kirchenkreis immer mal wieder die Herzen erwärmen.“
In diesem Gottesdienst wurde Pfarrer Horst Heller feierlich verabschiedet. Als Initiator der Kooperation zwischen dem bisherigen Schulreferat in Heusweiler und dem Religionspädagogischen Zentrum in St. Ingbert prägte er die Entwicklung entscheidend mit. Mit Innovationsgeist und Leidenschaft etablierte er unter anderem das digitale Format „relilab“, gestaltete Bildungsplattformen und veröffentlichte zahlreiche Blogbeiträge. Nach 14 Jahren intensiver Arbeit übergab er das RPZ grundlegend modernisiert – und mit spürbarem pädagogischem Feuer – an seine Nachfolger.
Die Feierlichkeiten endeten mit einem Rundgang durch die neuen Räume. Superintendent Markus Karsch überreichte als Andenken einen Kunstdruck zum früheren Standort in Heusweiler. Oberkirchenrat Dr. Claus Müller zeigte sich beeindruckt:
„Mit dem neuen Schulreferat ziehen wir nicht nur in renovierte Räume ein, sondern auch in eine neue Ära des Religionsunterrichts im Saarland. Die Kooperation zwischen der Evangelischen Kirche der Pfalz und der Evangelischen Kirche im Rheinland ist ein starkes Zeichen dafür, wie kirchliche Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg gelingt – mit dem Ziel eines lebendigen, starken Religionsunterrichts für das Saarland.“
Das Schulreferat in der Alten Synagoge in St. Ingbert (Josefstaler Straße 22) ist montags und mittwochs 10 bis 16 Uhr sowie freitags 10 bis 14 Uhr geöffnet.
www.schulreferat.saarland
www.religionsunterricht-pfalz.de/wer-wir-sind/rpz-st-ingbert
Autor:Nadja Donauer aus Kaiserslautern |
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