Neujahrsempfang Neustadt 2026: „Pflicht zur Zuversicht“
- Abschluss mit Marc Weigel und Holger Wienphal
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„Wir haben die Pflicht zur Zuversicht“ war eine zentrale Botschaft, die Oberbürgermeister Marc Weigel beim städtischen Neujahrsempfang im gut gefüllten Neustadter Saalbau am 9. Januar 2026 den Bürgerinnen und Bürgern mit auf den Weg gab. Die Moderation der Rück- und Ausblicke übernahm wie gewohnt der SWR-Journalist Holger Wienphal.
Mit einem Filmimpuls wurden zu Beginn an die vielfältigen Veranstaltungen rund um die Feierlichkeiten der 750 Jahre Stadtrechte erinnert. Mit Videobotschaften grüßten Vertreter der Partnerstädte. Das erste Thema des Abend beschäftigte bereits den Stadtrat im Mai 2025 auf Hambacher Schloss. „Raum für Großartige Gewächse“ ist ein Unternehmensnetzwerk auf Initiative der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft WEG. Im Interview verdeutlichten Geschäftsführerin Karin Henneke, Sophie Christmann vom Weingut Christmann als Vertreterin eines traditionellen Betriebs sowie Boris Kirchner als Geschäftsführer der Team Rosberg Engineering (TRE) als Vertreter für Innovationsbetriebe das Anliegen des Kreises. „Wir wollen Unternehmen interessieren, sich in Neustadt heimisch zu machen“, betont Hennecke. Besonders beeindruckte die Zuschauer die Entwicklung eines Fahrsimulators, der in der Lage sein wird, Fahrstunden zu simulieren. Dadurch solle die von der Bundesregierung geforderte Kostendämpfung beim Erwerb eines Führerscheins möglich gemacht werden. Der Simulator konnte im Untergeschoss des Saalbaus getestet werden. Begeistert wurde die Andeutung Kirchners aufgenommen, dass dieser sogar in Neustadt hergestellt werden könne.
Im Zentrum der Veranstaltung stand der Jahresrückblick mit Bildern, verbunden mit der Rede des Oberbürgermeisters. Er zeigte die Vielfalt der Ereignisse, vom Rheinland-Pfalz-Tag über die Feste der Weindörfer, große Events und Kulturveranstaltungen wie das Neustadter Kulturszenario bis zum Weihnachtsmarkt und dem riesigen Adventskalender am Rathaus, diesmal mit Motiven von Ed Heck. Erinnert wurde auch an tragische Ereignisse sowie an verdiente Bürger der Stadt, die im Jahr 2025 verstorben sind, so an den Künstler Gernot Rumpf oder ehemalige Vorsitzende des Stiftskirchen-Fördervereins, Christiane Conrad. Anknüpfend an die Bilder schlug die Rede von Oberbürgermeister Weigel einen Bogen von der großen Politik zur Stadtpolitik. Angesichts der Krisen in der Welt habe man die „Pflicht zur Zuversicht“. Teils sehr detailliert ging er auf wirtschaftliche Vorgänge des vergangenen Jahres, besonders das hohe Defizit im städtischen Haushalt, wie auch auf Herausforderungen in der Zukunft ein. Als großen Erfolg wurde der Erwerb der Hertie-Ruine gewertet, als Herausforderung, der sich die Stadt annehmen müsse, gelte der Finanzbedarf des Krankenhausumbaus. Hier fordert die Marienhaus GmbH von der Stadt, sich mit einem zweistelligen Millionenbetrag zu beteiligen. In der Schwebe sei, wie es angesichts architektonischer Komplikationen mit dem Klemmhof-Umbau weitergehe. Angesichts der Absatzkrise beim Weinbau rief Weigel dazu auf, Pfälzer Wein, ob alkoholisch, nicht alkoholisch oder als Traubensaft, zu konsumieren, was ihm einen großen Beifall bescherte. Ebenfalls wurde der Dank an die vielen Ehrenamtlichen, besonders die Blaulichtfamilie, mit Beifall goutiert.
Ein besonderer Moment war, als Weigel dem nichts ahnenden langjährigen Vorsitzenden der Trachtengruppe Neustadt, Rudi Müller, hinter dem Tresen die Goldene Ehrennadel der Stadt überreichte. Ein weiteres Thema war die bevorstehende Landesgartenschau 2027. Deren künstlerische Leiterin, Rebecca Siemoneit-Barum, präsentierte mit den „Blumenfrauen“ und der Neustadter Band „Hetzel und die Stifte“ eindrucksvoll den umgedichteten Roger Cicero-Song „Wir sind dein Sommer“. Dabei gab sie auch bekannt, dass es rund 200 Kulturveranstaltungen auf der LGS geben und dass der Vorverkauf der Jahreskarten für die Landesgartenschau ab April 2026 anlaufen werde. Im Rahmenprogramm beeindruckten die Kindertanzschule mit einem Auftritt, wie auch die Puzzle-Band der Neustadter Lebenshilfe. Ein neuer Film, der wie die anderen des Abends von Screenday und Tino Latzko produziert wurde, setzte diese wichtige soziale Einrichtung der Stadt in Szene. Im Anschluss an die professionell gestaltete Veranstaltung blieb viel Zeit zum Austausch, den viele nutzten.
Autor:Michael Landgraf aus Neustadt/Weinstraße |
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