Studie aus Mannheim: Heizen mit Gas oft teurer
- Eine Studie im Auftrag von MVV vergleicht die langfristigen Kosten von Fernwärme, Wärmepumpen und Gasheizungen.
- Foto: MVV Energie AG, Mannheim
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Mannheim. Wärmepumpen und Fernwärme sind nach einer Kurzstudie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE langfristig in vielen Fällen günstiger als neue Gasheizungen. Die Untersuchung wurde im Auftrag des Mannheimer Energieunternehmens MVV erstellt.
Verglichen wurden die Gesamtkosten für Heizung und Warmwasser über einen Zeitraum von 20 Jahren in einem beispielhaften Ein- und Mehrfamilienhaus. Laut Studie lagen die Kosten für Gasbrennwertheizungen mit steigenden Anteilen sogenannter grüner Gase in allen betrachteten Szenarien über denen von Wärmepumpen oder Fernwärme. Im Beispiel eines Einfamilienhauses könne der Unterschied je nach Technik bis zu 49.000 Euro betragen.
Preise für grüne Gase als Unsicherheitsfaktor
Als wesentliche Ursache nennt die Studie die unsicheren und langfristig steigenden Preise für Biomethan und andere grüne Gase. Diese hingen unter anderem von Importen, Infrastrukturkosten, globalen Märkten und politischen Vorgaben ab. Hinzu komme, dass sich die Kostenstruktur der Gasnetze verändern könnte: Wenn weniger Haushalte angeschlossen seien, könnten die Netzentgelte steigen.
MVV verweist in diesem Zusammenhang auf die geplante sogenannte Bio-Treppe, nach der Gasheizungen künftig wachsende Anteile grüner Gase nutzen müssten.
Individuelle Bedingungen bleiben entscheidend
Die Autoren betonen zugleich, dass die tatsächliche Wirtschaftlichkeit stark von den Rahmenbedingungen vor Ort abhängt. Einfluss haben etwa die Größe des Gebäudes, sein energetischer Zustand und die verfügbare Infrastruktur. Trotz dieser Unterschiede sei in den untersuchten Fällen die Wärmepumpe nie teurer gewesen als die jeweils günstigste Gasvariante. Fernwärme könne je nach Standort und Gebäudegröße ebenfalls ein günstiges Kostenniveau erreichen.
Neue Gasheizungen würden zudem über einen großen Teil ihrer Lebensdauer in einer Phase betrieben, in der ab Mitte der 2030er Jahre mit deutlich höheren Preisen für grüne Gase gerechnet werde.
MVV fordert Beratung vor Heizungstausch
Aus Sicht des Unternehmens zeigt die Untersuchung, dass Eigentümer die langfristigen Kosten neuer Gasheizungen nur schwer einschätzen können. MVV spricht sich deshalb für eine verpflichtende und unabhängige Beratung vor einem Heizungstausch aus.
Autor:Anouar Touir aus Ludwigshafen |