Europa-Hoffnung bei Rhein-Neckar Löwen trotz Unruhe im Club
- Führt Maik Machulla die Löwen noch in einen europäischen Wettbewerb? (Archivbild)
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Mannheim. Für die Rhein Neckar Löwen besteht in der Handball Bundesliga weiterhin eine kleine Chance auf den Europapokal. Der Club aus Mannheim kämpft als Tabellensiebter um Platz sechs. Gleichzeitig sorgen Berichte über Spannungen in der sportlichen Führung für Unruhe.
Kapitän Patrick Groetzki will den Traum von Europa noch nicht aufgeben. „Wir wollen uns am Ende nichts vorwerfen lassen und irgendwie dranbleiben“, sagte der Rechtsaußen. Vier Punkte fehlen aktuell auf den TBV Lemgo Lippe, der den sechsten Platz belegt. Allerdings könnte der Abstand noch wachsen. Den Löwen droht wegen eines Formfehlers bei einer Anti Doping Schiedsvereinbarung ein Punktabzug ausgerechnet aus dem gewonnenen Spiel gegen Lemgo. Sollte der Punkt gestrichen werden, würde sich die Ausgangslage im Kampf um die internationalen Plätze deutlich verschlechtern.
Trainer und Sportchef im Fokus
Sportlich steht Trainer Maik Machulla im Mittelpunkt. Er war im Sommer angetreten, um den Club wieder dauerhaft in der Spitzengruppe zu etablieren. Gemeinsam mit Sportchef und Vereinsikone Uwe Gensheimer. Nach übereinstimmenden Medienberichten der „Rhein Neckar Zeitung“ und des „Mannheimer Morgen“ soll das Verhältnis zwischen beiden angespannt sein. Von einem „belasteten Verhältnis“ ist die Rede.
Machulla bezeichnete die Zusammenarbeit zuletzt als „gut“. Zugleich räumte er ein, dass es im Sinne der Sache auch „hitzige“ Diskussionen gebe. Gensheimer äußerte sich bislang nicht öffentlich zu den Berichten. Beim deutlichen 41.27 Heimsieg gegen die HSG Wetzlar fehlte der Sportchef zudem in der Halle. Der Verein nannte eine Krankheit als Grund. Das Ausbleiben sorgte jedoch erneut für Diskussionen.
Löwen brauchen eine Serie
Um den Europapokal noch zu erreichen, brauchen die Mannheimer in den verbleibenden Spielen eine Siegesserie. Gleichzeitig sind sie auf Ausrutscher der Konkurrenz angewiesen. „Da müssen andere Mannschaften mitspielen“, sagte Groetzki. Schon vor der Saison hatte der Verein nach zahlreichen personellen Veränderungen Geduld angekündigt. Acht Neuzugänge mussten integriert werden.
Machulla setzt deshalb verstärkt auf Spieler, die auch in der kommenden Spielzeit Teil des Kaders sein werden. Rückraumspieler Edwin Aspenbäck erhält beispielsweise mehr Einsatzzeit als der scheidende Lukas Sandell. Der junge Schwede gilt als einer der positiven Überraschungen der Saison.
Groetzki vor neuem Abschnitt
Besondere Aufmerksamkeit gilt auch der rechten Außenbahn. Dort drängt das Talent Gino Steenaerts zunehmend in die Mannschaft. Gleichzeitig steht mit Patrick Groetzki eine Vereinslegende im Kader. Der 35 Jahre alte Kapitän spielt seit 2007 für die Löwen und wird im Sommer eine Aufgabe im Management übernehmen. Trainer Machulla versucht einen Spagat. „Patrick soll seine Karriere nicht als Spieler beenden, der von der Bank kommt“, sagte der Coach.
Mit Groetzkis Abschied endet ein weiteres Kapitel der Meistergeneration. Zugleich kehrt mit Marius Steinhauser ein früherer Löwen Spieler zurück. Weitere Zugänge stehen mit Jacob Lassen, Aron Seesing und Niclas Mierzwa bereits fest. Machulla blickt deshalb trotz der aktuellen Situation optimistisch nach vorn. „Mit diesem Kader können wir sehr sehr happy sein“, sagte der Trainer. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |