Kampf, Comeback und Nervenstärke
Deutscher Meister: TV 1880 Käfertal
- Deutscher Fausballmeister 2026
- Foto: Uwe Spille
- hochgeladen von Wolfgang Neuberth
Deutscher Faustballmeister: TV 1880 Käfertal
Triumph bei der Deutsche Meisterschaft im Faustball 2026
Der TV 1880 Käfertal hat es geschafft: Die „Monnemer Buuwe“ sind Deutscher Meister 2026 in der Halle. In einem dramatischen Turnierverlauf mit einem nervenaufreibenden Halbfinale und einem emotionalen Endspiel krönten sich die Mannheimer bei ihrer vorerst letzten Hallen-DM selbst – und schrieben Vereinsgeschichte.
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Das Halbfinale: Kampf, Comeback – und ein Schockmoment
TV Brettorf – TV 1880 Käfertal 3:5
(11:5, 5:11, 11:4, 9:11, 9:11, 11:6, 14:15, 9:11)
Der Nordmeister aus Niedersachsen verlangte dem TVK alles ab. Brettorf führte nach drei Sätzen mit 2:1 – auch, weil Käfertals Hauptangreifer Marcel Stoklasa immer wieder an der Leine scheiterte und nur schwer in seinen Angaberhythmus fand. Mehrfach wurde er durch knapp abgepfiffene Bälle aus dem Konzept gebracht.
Doch wenn der Ball im Feld einschlug, dann mit voller Wucht. Vor allem im zweiten Satz zeigte sich die Offensivkraft der Kurpfälzer. Kapitän Nick Trinemeier agierte als Ruhepol, fing Kurzbälle ab und legte präzise für Stoklasa auf. Daniel Maurer glänzte mit spektakulären Abwehraktionen, dennoch spielten Eigenfehler zunächst den konzentrierten Brettorfern in die Karten.
Nach der ersten Pause brachte Maximilian Breier zusätzliche Stabilität ins Käfertaler Spiel. Der TVK wurde ruhiger, variabler und kämpfte sich zurück. Zwar ging Satz sechs deutlich an Brettorf, doch der siebte Durchgang entwickelte sich zu einem Krimi. Beim Stand von 14:14 und Angabe Brettorf hielt die Käfertaler Abwehr dem Druck stand, Stoklasa verwandelte eiskalt – Satzgewinn.
Eine Schrecksekunde überschattete die Partie: Nico Müller und Felix Schneider prallten bei einem Stoppball zusammen, Müller musste verletzt vom Feld. Die spätere Diagnose: Schlüsselbeinbruch – das Aus fürs Finale.
Im achten Satz führte Brettorf bereits 9:6. Doch dann schlug die Stunde Stoklasas: Fünf Punkte in Serie – selbst eine Auszeit konnte ihn nicht stoppen. Mit einem krachenden Preller beendete er das packende Halbfinale. Käfertal stand im Endspiel.
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Das Finale: Nervenstärke gegen den Serienmeister
TV Käfertal – TSV Pfungstadt 5:3
(12:10, 11:8, 12:10, 4:11, 7:11, 11:7, 7:11, 11:7)
Im Finale wartete mit dem TSV Pfungstadt der langjährige Dominator des deutschen Hallenfaustballs. Doch Käfertal startete hochkonzentriert und erspielte sich eine beeindruckende 3:0-Satzführung. Die Mannheimer wirkten entschlossen, endlich den großen Wurf zu landen.
Pfungstadt kämpfte sich jedoch eindrucksvoll zurück und verkürzte auf 2:3. Käfertal blieb ruhig, stellte auf 4:2, ehe die Hessen nochmals auf 3:4 herankamen. Die Spannung in der Halle war greifbar.
Im achten Satz fanden Stoklasa und Trinemeier wieder zu ihrer Dominanz. Punkt für Punkt arbeiteten sich die Kurpfälzer Richtung Titel. Als Nick Trinemeier – später zum MVP des Finales gewählt – den entscheidenden Matchball verwandelte, brachen alle Dämme. Spieler, Betreuer und Fans lagen sich in den Armen, es wurde gejubelt, geweint und gelacht.
Im Interview dankte der Kapitän der gesamten Käfertaler Faustball-Familie für die jahrzehntelange Unterstützung. Zu viele verlorene Endspiele hatten die Mannschaft in den vergangenen Jahren geprägt – nun folgte die Erlösung.
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Ein Titel mit besonderer Bedeutung
Bei ihrer vorerst letzten Deutschen Hallenmeisterschaft – der Verein zieht seine Mannschaft für die kommende Saison aus der Bundesliga zurück – beschenkt sich der TV 1880 Käfertal mit einer außergewöhnlichen Leistung.
Wie schon in der Feldsaison, als der TSV 1860 Hagen bei den Finals in Dresden triumphierte, muss sich Pfungstadt diesmal mit der Vizemeisterschaft begnügen.
Der TV 1880 Käfertal ist Deutscher Meister 2026 – ein emotionaler Triumph, erkämpft mit Leidenschaft, Teamgeist und unerschütterlichem Glauben an die eigene Stärke.
Autor:Wolfgang Neuberth aus Mannheim |
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