Ausschreitungen drängen den Fußball in den Hintergrund – Waldhof unterliegt dem 1. FCK im DFB-Pokal mit 0:1
- Die Reiterstaffel der Polizei kommt aufs Spielfeld.
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Von Andreas Martin
Fußball. Das Erstrundenspiel im DFB-Pokal zwischen dem Drittligisten SV Waldhof Mannheim und dem Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern schlägt bundesweit hohe Wellen. Allerdings nicht wegen eines packenden Fußballabends, den der 1. FCK erst in der letzten Minute der Verlängerung vor 23.513 Zuschauern im ausverkauften Mannheimer Carl-Benz-Stadion durch das Tor von Ibrahim Kanaté mit 1:0 (120.) für sich entschied, sondern durch die Begleiterscheinungen, die nach Ablauf der regulären Spielzeit durch das Verhalten der beiden verfeindeten Fanlager beinahe zum Abbruch der Begegnung geführt hätten. So versuchten beide Trainer in der Pressekonferenz nach dem Spiel zwar den Blick auf das sportliche Geschehen am Freitag zu lenken, weil trotz allem nicht Untergehen sollte, dass sich beide Seiten auf dem Platz ein überaus enges Pokalmatch geliefert hatten. Sowohl Gästecoach Torsten Lieberknecht als auch Waldhof-Trainer Rui Mota war aber klar, dass es nicht sportliche Szenen sein werden, die von diesem Spiel in Erinnerung bleiben. So dankten denn auch beide Trainer den Einsatzkräften der Polizei und des Ordnungsdienstes im Stadion, dass diese Pokalpartie nach Ende der regulären Spielzeit beim Stand von 0:0 nach mehr als halbstündiger Unterbrechung doch noch mit der Verlängerung fortgesetzt werden konnte.
Eskalation nach Abpfiff der regulären Spielzeit
Nach Polizeiangaben war es kurz nach Ende der Nachspielzeit der regulären Spielzeit auf dem Platz zu einem Gerangel zwischen Spielern der Buwe und der Roten Teufel gekommen. Von der Haupttribüne wurden als Reaktion Becher auf die Spieler und Spielerbank des 1. FC Kaiserslautern geworfen, woraufhin aus dem Gästefanblock Raketen in Richtung der Haupttribüne abgefeuert wurden. Dies veranlasste Anhänger des SV Waldhof Mannheim auf den Platz zu stürmen. Die Polizei rückte daraufhin mit einem Großaufgebot inklusive Reiterstaffel vor, um diese in ihren Block zurückzudrängen. Dabei wurden nach Polizeiangaben 35 Polizeibeamte durch den Einsatz von Pyrotechnik aus dem Waldhof-Fanblock leicht verletzt. Insgesamt hatten die Ausschreitungen 85 leichtverletzte Personen zur Folge, von denen acht zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gebracht wurden. Die Polizei ermittelt nun wegen Körperverletzungsdelikten, Sachbeschädigungen, Landfriedensbruchs, sowie des tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte und Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz. Es soll diesbezüglich auch schon zu vorläufigen Festnahmen gekommen sein. Außerhalb des Carl-Benz-Stadions kam es allerdings zu keinen größeren Zusammenstößen, weil auch hier das Konzept der Polizei aufging.
DFB kündigt Konsequenzen an
Beide Vereine haben die Übergriffe vom Freitagabend verurteilt und gemeinsam mit dem DFB, den Sicherheitsbehörden und den eigenen Fans eine Aufarbeitung der Vorgänge angekündigt. Lob gab es dabei von beiden Seiten für Schiedsrichter Robert Schröder (Hannover) und sein Team. Schröders Ansage das Spiel sofort abzubrechen, sollte es nach der über halbstündigen Spielunterbrechung in der Verlängerung zu weiteren Übergriffen kommen, fruchtete. Das Spiel konnte jetzt ohne größere Vorkommnisse zu Ende gebracht werden, woran an diesem Abend nicht mehr jeder geglaubt hatte. Bereits während der regulären Spielzeit waren beide Fanlager durch das Abbrennen von Pyrotechnik negativ aufgefallen. Geldstrafen von Seiten des DFB dürfen beide Clubs bereits einplanen, allerdings sind auch Zuschauerteilausschlüsse oder Zuschauerkomplettausschlüsse als mögliche weitere Sanktion durch den DFB denkbar, was sich sowohl auf DFB-Pokalauftritte als auch auf Ligaspiele erstrecken könnte. Der DFB hat jedenfalls bereits eine Aufarbeitung der Geschehnisse und Konsequenzen daraus angekündigt. Das nächste Ligaspiel hat der Waldhof am Sonntag, dem 30. August (16.30 Uhr) beim TSV Havelse, der nur durch den Lizenzentzug für den TSV 1860 München in der Dritten Liga geblieben ist. va
Autor:Andreas Martin aus Mannheim |
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