Mehr Personal in Zügen: Bahn testet neues Sicherheitskonzept rund um Mannheim
- Mehr Sicherheit im Regionalverkehr. DB Regio Mitte testet auf zahlreichen Linien rund um Mannheim die Doppelbesetzung mit zwei Kundenbetreuerinnen oder Kundenbetreuern pro Zug.
- Foto: Deutsche Bahn AG / Dominic Dupont
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Mannheim. Fahrgäste in vielen Regionalzügen rund um Mannheim erleben seit Montag, 13. April, mehr Personal an Bord. DB Regio Mitte setzt auf ausgewählten Strecken testweise zwei Kundenbetreuerinnen oder Kundenbetreuer pro Zug ein. Ziel ist mehr Sicherheit und eine schnellere Entschärfung kritischer Situationen.
Erste Erfahrungen nach einer Woche
Die erste Einsatzwoche ist nach Angaben der Deutschen Bahn positiv verlaufen. Mitarbeitende berichteten, dass sich Konflikte durch das gemeinsame Auftreten zu zweit schneller beruhigen ließen. Eine belastbare Bewertung sei nach kurzer Zeit noch nicht möglich. Die Rückmeldungen gelten dennoch als wichtiges Signal für die Akzeptanz des Modells.
Hintergrund sind Gespräche zur Sicherheit
Ausgangspunkt für das Pilotprojekt waren mehrere Runden Tische zur Sicherheit im Nahverkehr in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Daran beteiligt waren Mobilitätsministerien, Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen. Nach dem tödlichen Angriff auf den Kundenbetreuer Serkan Çalar im Februar sollen die Maßnahmen spürbar mehr Schutz für das Zugpersonal bringen.
So läuft der Testbetrieb
Die Doppelbesetzung erfolgt mit dem vorhandenen Personalbestand. Deshalb sind einige Züge doppelt besetzt, während andere zeitweise ohne Zugbegleitpersonal fahren. Die Einsätze wechseln regelmäßig.
- keine Strecke dauerhaft ohne Zugpersonal
- rotierende Verteilung auf Linien und Umläufe
- laufende Bewertung der Wirkung
In einem nächsten Schritt will DB Regio auch gemischte Teams aus Kundenbetreuung und Sicherheitspersonal prüfen.
Welche Netze betroffen sind
Die Umstellung gilt unter anderem für die S-Bahn Rhein-Neckar, das Dieselnetz Südwest, mehrere Pfalznetze sowie den Regionalexpress Süwex. Auch Verbindungen entlang der Mosel, im Saarland und in der Westpfalz sind Teil des Tests.
Situation in Hessen
Auf hessischen Strecken bleibt es grundsätzlich bei einer einzelnen Kundenbetreuerin oder einem einzelnen Kundenbetreuer pro Zug. Im Rhein-Main-Gebiet läuft jedoch das Pilotprojekt Tandemstreife weiter. Dort begleitet auf dem Main-Neckar-Ried-Express seit November zusätzliches Sicherheitspersonal die Kundenbetreuung. Die Vereinbarung gilt bis Ende Juni.
Wie lange die Doppelbesetzung insgesamt getestet wird, ist offen. Die Ergebnisse sollen die Grundlage für dauerhafte Personalkonzepte im Regionalverkehr bilden.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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