1930s Revisited“ im Kulturcafé
Swingende Zeitreise ins goldene Jahrzehnt
- Das Schönborn-Prandl Quartett
- Foto: Wolfgang Neuberth
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1930s Revisited“ im Kulturcafé – Swingende Zeitreise ins goldene Jahrzehnt
Käfertal. Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr kehrten Olaf Schönborn und Daniel Prandl auf die Bühne des Kulturcafés im Kulturhaus Käfertal zurück. Unter dem Titel „1930s Revisited“ widmeten sich die beiden Protagonisten der regionalen Jazzszene diesmal ganz der Musik der 1930er Jahre – jenem Jahrzehnt, in dem Swing und Broadway-Klänge die Welt eroberten und bis heute nachhallen.
Von Beginn an war die besondere Atmosphäre spürbar. Das Kulturcafé war bis auf den letzten Platz gefüllt, ein erwartungsvolles Publikum begleitete das Quartett auf seiner musikalischen Reise in die Vergangenheit. Schönborn und Prandl hatten sich intensiv mit den Originalaufnahmen dieser Epoche beschäftigt, Arrangements studiert und Hintergrundgeschichten gesammelt. So entstand ein abwechslungsreiches Programm mit bekannten Klassikern und weniger gespielten Schätzen – stets ergänzt durch informative und unterhaltsame Moderationen, die den historischen Kontext lebendig machten.
Unterstützt wurden sie von Shana Moehrke am Kontrabass und Jakob Dinnebier am Schlagzeug. Gemeinsam ließen sie den authentischen Sound der 1930er Jahre lebendig werden: elegant in den Balladen, federnd im Swing, stets mit spürbarer Spielfreude und stilistischer Sicherheit. Fein aufeinander abgestimmte Soli und sensibles Zusammenspiel prägten den Abend.
Gleich zu Beginn setzte das Ensemble mit „It Don’t Mean a Thing (If It Ain’t Got That Swing)“ von Duke Ellington ein kraftvolles Zeichen. Der Titel brachte den typischen Swing-Rhythmus auf den Punkt und zog das Publikum sofort in seinen Bann. Mit „One O’Clock Jump“ von Count Basie bewies das Quartett später seine rhythmische Klasse – getragen vom präzisen Schlagzeug und dem warmen Fundament des Kontrabasses.
Auch gefühlvolle Momente kamen nicht zu kurz. „My Funny Valentine“, bekannt durch Interpreten wie Chet Baker, erklang in einer zurückhaltenden, intimen Fassung und sorgte für gespannte Stille im Saal. „The Way You Look Tonight“ überzeugte mit zeitloser Eleganz, während „I Can’t Get Started“ sehnsuchtsvolle Zwischentöne anschlug und viel Raum für musikalische Feinheiten ließ.
Mit „Kann denn Liebe Sünde sein“, untrennbar verbunden mit Zarah Leander, brachte das Quartett zudem einen Hauch deutschsprachiger Revuekultur auf die Bühne. Ebenso stimmungsvoll erklangen „Singin’ in the Rain“, „Autumn in New York“, „They Can’t Take That Away from Me“, „Die ganze Welt ist himmelblau“ sowie „Irgendwo auf der Welt“.
Zwischen den Stücken gaben Schönborn und Prandl Einblicke in die gesellschaftlichen Hintergründe der 1930er Jahre, erzählten von Tanzpalästen, Radioshows und Broadway-Premieren. Dabei wurde deutlich, wie sehr Musik damals Trost, Ablenkung und Lebensfreude spendete. So wurde der Abend nicht nur musikalisch, sondern auch kulturgeschichtlich zu einer bereichernden Zeitreise.
Das begeisterte Publikum dankte mit langanhaltendem Applaus und entließ das Quartett erst nach einer mitreißenden Zugabe. „1930s Revisited“ erwies sich als stimmungsvolle Hommage an ein Jahrzehnt voller Kreativität – nostalgisch, authentisch und zugleich erstaunlich frisch interpretiert. Ein Konzert, das noch lange nachklang und Lust auf eine Fortsetzung machte.
Autor:Wolfgang Neuberth aus Mannheim |
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