Mannheimer Vesperkirche 2021
Ruhe und Corona-Disziplin prägen Auftakt

Die wegen Corona vorgeschriebenen Abstände waren gewährleist. | Foto: Diakonisches Werk
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  • Die wegen Corona vorgeschriebenen Abstände waren gewährleist.
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Mannheim. Am Ende des Tages geht ein Aufatmen durch die Reihen der Verantwortlichen und Ehrenamtlichen: Alles hat sogar noch besser geklappt als erwartet. Das Hygiene-Konzept konnte perfekt umgesetzt werden, alle hielten sich an die vorgegebenen Corona-Regeln. Insgesamt wurden am ersten Tag über 200 Menschen in der CityKirche Konkordien in Mannheim mit warmem Essen und einen Vesperbeutel versorgt. Etwa zwei Drittel der Gäste bevorzugten das „to go“ Angebot, die anderen – zumeist Wohnsitzlose – nahmen im Kirchenraum Platz. Die Atmosphäre war ruhig und entspannt. Die Gäste spendeten insgesamt rund 60 Euro. Aus Corona-Gründen gibt es in diesem Jahr keine Kasse. Das Essen ist kostenlos und eine Spende freiwillig.

Gäste begeistert über das Angebot

„Die Dankbarkeit ist so groß und spürbar“, sagt Pfarrerin Anne Ressel, „gerade nach dieser eiskalten Nacht sind die Menschen so froh und glücklich, wenigstens für eine Stunde in einem geschützten und warmen Raum zu sitzen und an einem Tisch essen zu können“. Gerade diese Menschen seien von den Corona-Umständen besonders betroffen, berichtet sie weiter. Viele haben keine Rückzugsmöglichkeiten mehr, keinen Ort, um sich aufzuwärmen. Auch fehle es an Toiletten im öffentlichen Raum. „Die Vesperkirche ist wichtiger denn je“, sagt Dekan Ralph Hartmann, „das merkt man hier am ersten Tag ganz deutlich“.

Strenges Hygienekonzept erfolgreich 

Monatelang hatte das Leitungsteam an einem tragbaren Konzept für eine Vesperkirche unter Corona-Bedingungen gefeilt. „Heute nun hat sich gezeigt, dass wir auch in Corona-Zeiten die Vesperkirche bewerkstelligen und verantworten können“, freut sich Michael Graf, Direktor des Diakonischen Werks Mannheim. „Etwas gezittert haben wir schon“, gibt Dekan Ralph Hartmann zu, „aber heute stellen wir fest, dass alles reibungslos funktioniert. Unsere Ehrenamtlichen leisten großartige Arbeit“. Auch Dr. Peter Schäfer, Chef des Mannheimer Gesundheitsamtes, überzeugte sich vor Ort von der Umsetzung des gemeinsam erstellten Hygienekonzepts. „In diesen Tagen etwas abzusagen ist einfach“, erklärt er, „aber eine Vesperkirche trotz Corona möglich zu machen eine echte Herausforderung“. Das sei gut gelungen, betont er weiter. Ihm liege die Vesperkirche auch persönlich am Herzen, so Schäfer. Gerade in diesen Zeiten sei die Hilfe für bedürftige Menschen besonders wichtig.

Regeln gut angenommen

In der Vesperkirche werden unter Corona-Bedingungen dreimal täglich Menschen mit einem warmen Mittagessen versorgt. In der Citykirche Konkordien ist Platz für maximal 60 Personen. Eine halbe Stunde vorher müssen sich die Gäste in einem Wärmezelt registrieren lassen. Dort wird auch Fieber gemessen. In den Pausen wird der Kirchenraum gelüftet und desinfiziert. Die Gäste dürfen erst an dem ihnen zugewiesenen Platz die Schutzmasken abnehmen. Der vorgeschriebene „Parcours“ wurde von den Gästen gut angenommen, viele warteten geduldig, bis sie die Kirche betreten durften.

Zweigleisiges Konzept und Wärmezelt

Das Wärmezelt unmittelbar am Eingang der Citykirche spielt eine wesentliche Rolle. Es dient als Übergangsbereich und bietet, neben der Registrierung, auch für bedürftige Menschen die Möglichkeit, sich aufzuwärmen und nicht in der Kälte warten zu müssen. In den Jahren zuvor wurden während der Vesperkirche täglich 500 bis 600 Menschen versorgt, unter Corona-Bedingungen und mit Abstandregelungen können diesmal nur maximal 180 Menschen am Tag in der Kirche essen.

Strikte Hygienemaßnahmen und Abstandregeln

Grundsätzlich gilt ein strenges Hygiene-Konzept mit Abstandregeln, Maskenpflicht und Desinfizierung der Hände. Alle 270 Ehrenamtlichen werden mit FFP-2 Masken ausgestattet. Gäste, bei denen eine erhöhte Temperatur festgestellt wurde, können die Kirche nicht betreten. Unterstützt wird das Hygiene-Konzept von den Johannitern, die, wie in den Jahren zuvor, mit einer medizinischen Notversorgung vor Ort sind. Die Sozialberatungen des Diakonischen Werks und anderer Einrichtungen finden nicht – wie bisher – im Kirchenraum statt, sondern in einem großen Raum im gegenüberliegenden Gebäude. Auch Kleiderspenden können diesmal nicht angenommen werden, da es innerhalb der Kirche keine Möglichkeit gibt, Kleidung unter den gegebenen Hygienevorschriften zu verteilen. Allerdings werden über den Diakoniepunkt Konkordien Schlafsäcke, Decken und Isomatten an Wohnsitzlose weitergegeben. Die 24. Mannheimer Vesperkirche endet am 31. Januar.

Spenden für die Mannheimer Vesperkirche sind willkommen und können auf das Spendenkonto überwiesen werden.
Evangelische Kirche Mannheim
Sparkasse Rhein Neckar Nord
IBAN: DE44670505050039003007
BIC: MANSDE66XXX
Stichwort: Vesperkirche
Spenden sind auch online möglich unter www.vesperkirche-mannheim.de

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Autor:

Christian Gaier aus Mannheim

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