Mannheim startet Patenprojekt für Tuberkulose-Patienten
- In Mannheim startet ein Patenprojekt, das Menschen mit Tuberkulose im Behandlungsalltag unterstützen soll.
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Mannheim. Das Universitätsklinikum Mannheim baut die Unterstützung für Menschen mit Tuberkulose aus. Für das neue Patenprojekt Together Against Tuberculosis stehen 30.000 Euro bereit.
Medizinstudierende begleiten Patientinnen und Patienten im Behandlungsalltag ehrenamtlich als feste Ansprechpersonen. Sie begleiten sie etwa zu Arztterminen und helfen bei organisatorischen Fragen. Das soll vor allem Menschen unterstützen, die mit sprachlichen oder sozialen Barrieren zu tun haben.
Wie die Universitätsmedizin Mannheim mitteilt, läuft das Modell bereits in Gießen, Würzburg, Dresden und Heidelberg. In Mannheim ist zudem eine enge Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt vorgesehen. Regelmäßige Netzwerktreffen sollen das Projekt standortübergreifend weiterentwickeln.
Unterstützung über drei Jahre geplant
Für die Einführung in Mannheim sind über drei Jahre insgesamt 30.000 Euro vorgesehen. Mit dem Geld finanziert das Projekt unter anderem eine studentische Hilfskraft, die die Patenschaften koordiniert und den Kontakt zwischen Patientinnen und Patienten, Studierenden, medizinischen Teams und Gesundheitsämtern organisiert.
Professor Dr. Maurice Stephan Michel, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Mannheim, sagt: „Gerade bei einer langwierigen und anspruchsvollen Behandlung wie der Tuberkulose kann eine verlässliche Begleitung im Alltag einen wichtigen Unterschied machen“. „Das Patenprojekt schafft eine zusätzliche Verbindung zwischen den Patientinnen und Patienten, den behandelnden Ärztinnen und Ärzten und den zuständigen Gesundheitsbehörden. Davon profitieren nicht nur die Betroffenen selbst, sondern letztlich auch die öffentliche Gesundheit“, so Professor Michel.
Dr. med. Karla Boos, Leiterin der Sektion Infektiologie am Universitätsklinikum Mannheim und ärztliche Ansprechpartnerin des Projekts in Mannheim, ergänzt: „Durch die persönliche Begleitung zu den Arztterminen, verständliche Erklärungen und konkrete Unterstützung im Alltag können erfahrungsgemäß Vertrauen aufgebaut und die Therapie stabilisiert werden“.
Die Finanzierung übernehmen sechs Rotary-Clubs. Koordiniert wird die Unterstützung vom Rotary Club Mannheim Rhein-Neckar. Beteiligt sind außerdem die Rotary Clubs Mannheim, Mannheim-Brücke, Mannheim-Friedrichsburg, Mannheim-Kurpfalz und Heidelberg.
Tuberkulose ist in Deutschland selten, bleibt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation aber weltweit eine der Infektionskrankheiten mit den meisten Todesfällen. Das Projekt setzt genau dort an, wo Behandlung im Alltag schwierig wird. Es soll helfen, die Versorgung in der Region gezielter zu verbessern.
Autor:Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen |