Mannheim drängt in Berlin auf Lösung für seinen überlasteten Bahnknoten
- Schienenverkehr und Kapazitäten rund um Mannheim stehen im Mittelpunkt der Debatte.
- Foto: Stadtmarketing Mannheim/ Timo Volz
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Mannheim. Vor den Beratungen im Bundestag zur Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim drängt die Stadt auf eine Lösung für den überlasteten Bahnknoten. Für die Region geht es dabei um verlässlichere Bahnverbindungen, mehr Kapazität und weniger Lärm.
Der aktuelle Planungsstand sieht vor, dass die Neubaustrecke im Mannheimer Norden in Waldhof endet. Aus Sicht der Stadt Mannheim, des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar und des Verbands Region Rhein-Neckar bleibt damit die entscheidende Frage offen, wie die Züge weiter zum Hauptbahnhof und zum Rangierbahnhof gelangen sollen.
Wenn zusätzliche Fern- und Güterzüge auf das bestehende Netz geleitet werden, drohen nach Einschätzung der beteiligten Akteure noch mehr Verspätungen. Auch die Lärmbelastung in der Region würde weiter steigen. Dazu kommt nach ihrer Sicht ein weiter unzureichendes S-Bahn-Angebot.
Forderung nach Weiterbau und Tunnel
Die Stadt fordert deshalb bei der Parlamentarischen Befassung, die Strecke durch das Stadtgebiet bis zum Mannheimer Hauptbahnhof weiter zu planen. Außerdem soll ein Tunnel den Rangierbahnhof direkt anbinden und so Bestandsstrecken und Stadtgebiet vom zunehmenden Güterverkehr entlasten.
Wie die Stadt Mannheim mitteilt, kritisieren Mannheim und die Region auch den Stillstand beim Anschlussprojekt Richtung Süden. Für die Neubaustrecke und Ausbaustrecke Mannheim-Karlsruhe liegt für den südlichen Abschnitt zwar mit der Trasse R4 eine Vorzugsvariante vor. Bei der Durchfahrung des Mannheimer Stadtgebiets gibt es aber seit Jahren keinen Fortschritt.
Ein Grund dafür ist nach Angaben der Stadt die weiter fehlende Zugzahlenprognose 2040 des Bundes. Diese Daten gelten als Voraussetzung, um verbindlich über einen Tunnel unter Mannheim zu entscheiden. Nach Darstellung der Stadt garantiert nur diese Lösung Lärmschutz für die Bürgerinnen und Bürger und schafft die nötigen Kapazitäten für den Ausbau der S-Bahn Rhein-Neckar.
Um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, reiste Oberbürgermeister Christian Specht vor den Bundestagsberatungen nach Berlin. Dort führte er Gespräche mit dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr sowie mit Abgeordneten des Bundestags.
Eines der wichtigsten Bahnverkehrsprojekte Deutschlands kann nicht einfach im Norden Mannheims enden, betont Oberbürgermeister Christian Specht. Mannheim ist ein zentraler Dreh- und Angelpunkt für den Schienenverkehr in ganz Europa. Eine Neubaustrecke, die im Norden Mannheims endet und den Knoten vollständig kollabieren lässt, bringt keine dringend benötigten zusätzlichen Kapazitäten ins Schienennetz. Daher hoffen wir, dass der Bundestag die verkehrs- und wirtschaftspolitische Notwendigkeit erkennt und die Strecke weiter bis zum Hauptbahnhof und Rangierbahnhof beschließt – für eine echte Verkehrswende und künftig wieder verlässliche Bahnverbindungen.
Autor:Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen |