FRANKLIN Steg über die B38 eingehoben
innovatives Holzbauwerk verbindet Stadtteile
- Nächtliche Maßarbeit
- Foto: MWST/Erkan Sezer
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FRANKLIN Steg über die B38 eingehoben – innovatives Holzbauwerk verbindet Stadtteile
Mannheim. – In den frühen Morgenstunden am Sonntag wurde in Mannheim ein Bauprojekt vollendet, das nicht nur Ingenieurinnen und Ingenieure fasziniert, sondern auch städtebaulich von großer Bedeutung ist: Der FRANKLIN Steg, eine innovative Holzbrücke über die B38, ist nun eingehoben. Damit rückt die Fertigstellung der neuen Verbindung zwischen den Stadtteilen FRANKLIN und Vogelstang in greifbare Nähe.
Die Brücke, die künftig Fußgängerinnen, Fußgängern und Radfahrenden eine sichere und barrierefreie Überquerung der stark befahrenen Bundesstraße ermöglicht, gilt als längste integrale Holzbrücke der Welt. Charakteristisch ist die Bauweise ohne Lager und Fugen – eine technische Besonderheit, die auf Dauer weniger wartungsintensiv ist und für eine elegante, schlanke Konstruktion sorgt.
Gefördert wird der Steg zu 100 Prozent durch den Bund. „Mit dem FRANKLIN Steg schlagen wir im wahrsten Sinne des Wortes eine Brücke zwischen zwei großen Stadtteilen“, sagte Oberbürgermeister Christian Specht beim Baustellenbesuch. „Das Bauwerk ist ein technisches Highlight, vor allem aber ein Gewinn für die Menschen. Es stärkt den Fuß- und Radverkehr und macht den Weg zwischen FRANKLIN und Vogelstang sicherer – auch für Schülerinnen und Schüler.“
Aufsehenerregende Bauweise
Die Bauarbeiten begannen Anfang August mit der Montage der spiralförmigen Rampenkonstruktion auf der Vogelstangseite. Die Helix besteht aus drei gebogenen Holzelementen sowie einem Übergangsträger und bildet die markante Auffahrt zum Brückenkörper. Am 10. August folgte die Anlieferung der beiden 45 Meter langen Hauptträger, die im Werk im Emsland vorgefertigt und per Schwertransport nach Mannheim gebracht wurden.
Am vergangenen Wochenende erfolgte schließlich der spektakulärste Schritt: In einer nächtlichen Aktion wurde die B38 gesperrt, Kräne aufgebaut und am Sonntagmorgen ab 5.45 Uhr die 81 Tonnen schweren Träger in die Widerlager gehoben. Nach nur 45 Minuten war der Einhub erfolgreich abgeschlossen – alles lief nach Plan.
Der Belag der Brücke wird aus Carbonbeton bestehen, einem Hochleistungsbaustoff, der sich durch lange Haltbarkeit, geringes Gewicht und minimale Wartungsanforderungen auszeichnet.
Symbol für Transformation und Integration
Doch die Brücke ist weit mehr als ein technisches Experiment. Für die MWSP (Mannheimer Wohnungsbau- und Stadtentwicklungsgesellschaft), die das Projekt in Kooperation mit dem Eigenbetrieb Stadtraumservice umsetzt, ist der Steg ein Schlüsselprojekt der Quartiersentwicklung.
„Die Integration der ehemaligen militärischen Flächen in bestehende Stadtstrukturen ist ein zentraler Teil unserer Arbeit“, betonte MWSP-Geschäftsführer Achim Judt. „Der FRANKLIN Steg verbindet nicht nur zwei Stadtteile, sondern ist auch sichtbares Zeichen für die Identität von FRANKLIN und einen neuen Stadteingang.“
Tatsächlich war FRANKLIN, das neue Stadtquartier auf dem Gelände der früheren US-Kaserne, bislang in Teilen vom benachbarten Vogelstang getrennt. Mit der neuen Brücke wird nicht nur die Mobilität verbessert, sondern auch das städtische Gefüge enger miteinander verknüpft.
Noch in diesem Jahr soll die Freigabe für den Fuß- und Radverkehr erfolgen. Dann wird der FRANKLIN Steg nicht nur ein sicherer Schulweg, sondern auch ein Symbol für die Transformation ehemaliger Konversionsflächen in lebendige Stadtquartiere sein.
Autor:Wolfgang Neuberth aus Mannheim |
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