Ökumenisches Frauenfrühstück
Frauenfrühstück im Franziskussaal
- Titel
- Foto: Beate Tilg
- hochgeladen von Wolfgang Neuberth
Ökumenisches Frauenfrühstück im Franziskussaal
Seit drei Jahren findet das ökumenische Frauenfrühstück halbjährlich abwech-selnd im Franziskussaal und in der evangelischen Pauluskirche statt, beide am Taunusplatz auf dem Waldhof gelegen. Sabine Seifert (evang. Gemeinde Wald-hof-Luzenberg) und Sonja Wacker (St. Franziskus) haben an diesem Oktober-samstag mit Hilfe ihrer „Perlen“, einem Team aus ca. 8 Frauen, einmal mehr ein Frühstücksbüffet gezaubert, das keine Wünsche offenließ. Auf die 75 Frauen, die an diesem Samstag-Morgen den Weg in den Franziskusaal fanden, wartete zudem ein beeindruckender Vortrag von Petra Heilig vom Leitungsteam des ökumeni-schen Bildungszentrums Sanctclara. Unter dem spannenden und sehr aktuellen Thema „female/feminism Rage, das positive Potential unserer Wut“ schlug sie einen Spannungsbogen über die Definitionen von geschlechtsspezifischen Unge-rechtigkeiten in unserer patriarchal geprägten und auf männliche Dominanz ange-legten Gesellschaft wie Sexismus, Femizide, ungleicher Lohn für gleiche Arbeit, Ungleichgewicht bei Zugang zu (leitenden) Ämtern und einigem mehr, über die Jahrhunderte geprägte anerzogene Ohnmacht und auf Duldung derselben angeleg-te entsprechende Erziehung des weiblichen Teils der Gesellschaft (Beispiel: „Hys-terie“ als herabwürdigenden Scheingrund für Wutäußerungen von Frauen) sowie die gesundheitlichen und mentalen Auswirkungen von persönlich unterdrück-ter/ungelebter Wut. Doch neben älteren Beispielen wie die Suffragetten-Bewegung Anfang des 19.Jhdts zur Durchsetzung des weiblichen Wahlrechtes sowie neuere Beispiele wie der mutige öffentlichkeitswirksame Auftritt von Gisele Pelicot oder die #metoo-Bewegung, zeigen auch die außerordentlich wirksame Nutzung des positiven Potentials der Äußerung von weiblicher Wut auf die gesellschaftliche Akzeptanz und die Notwendigkeit, bereits in der frühkindlichen Erziehung von Jungen und Mädchen auf eine „geschlechtslose“ Einordnung von Emotionen (Bsp bisher: Wut = männlich, fürsorglich sein = weiblich) zu achten z.B. zur bekräfti-gende Geschichten.
In der außerordentlich konstruktiven abschließenden Diskussionsrunde ergänzten persönliche Aspekte („Wut macht Mut“) und geäußerte Erfahrungen der Frauen den sehr dezidierten Vortrag von Frau Heilig. Ein Vormittag, der Mut macht, die teilweise neueren Erkenntnisse über ein gesellschaftlich bisher eher als unwichtig erachtetes Thema für sich selbst endlich entsprechend zu verinnerlichen.
Beate Tilg
Autor:Wolfgang Neuberth aus Mannheim |
|
| Wolfgang Neuberth auf Facebook | |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.