„Der Berg der Wahrheit“ ruft
Filmpremiere im Kulturhaus Käfertal
- Fabian Springer (18), der an der Filmmusik mitgewirkt hatte, brachte es auf den Punkt und sprach aus, was alle dachten: „Ich bin stolz, dabei zu sein
- Foto: ES
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„Der Berg der Wahrheit“ ruft – Episodenfilm feiert Premiere im Kulturhaus Käfertal
Käfertal. Manchmal genügt ein einziges Gedicht, um Großes ins Rollen zu bringen. Verfasst wurde es von der jungen Teilnehmerin Nora während eines Songwriting-Workshops des soziokulturellen Zentrums YOUNITY im Kulturhaus Käfertal im Sommer 2023. Was zunächst wie ein persönlicher Text wirkte, entpuppte sich für Musiker und Projektleiter Zacharias Zschenderlein als weit mehr: eine kraftvolle Metapher für inneres Wachstum, Sinnsuche und die Frage nach dem eigenen Platz im Leben.
Aus dieser Inspiration entstand in der YOUNITY-Gruppe die Idee, Geschichten aus der eigenen Erfahrungswelt der Jugendlichen zu sammeln – und ihnen schließlich filmischen Ausdruck zu verleihen. Aus dem ursprünglichen Gedanken eines Kurzfilms entwickelte sich in zweijähriger Vorbereitungszeit, mit rund 35 Drehtagen und dem Engagement von etwa 70 Beteiligten, ein knapp zweistündiger Episodenfilm. „Der Berg der Wahrheit“, bestehend aus fünf Episoden und sechs Schicksalen, feierte nun seine Premiere im Kulturhaus Käfertal.
Ganz im Stil großer Filmpremieren – Dresscode: schillernd – fuhren die jungen Protagonistinnen und Protagonisten in einer Limousine vor und schritten über den roten Teppich ins Rampenlicht. Ute Mocker, Leiterin des Kulturhauses Käfertal, und Regisseur Zacharias Zschenderlein begrüßten an diesem besonderen Abend nahezu alle Mitwirkenden sowie zahlreiche Familienangehörige, Freundinnen und Freunde und Förderer des Hauses im gut gefüllten Saal.
In ihren Ansprachen betonte Mocker, wie stolz sie auf alle Beteiligten sei – insbesondere auf jene, die auch hinter den Kulissen mit großem Herzblut zum Gelingen des Films beigetragen haben. Besonders hob sie das Durchhaltevermögen der Jugendlichen hervor: „Dass so viele über einen so langen Zeitraum dabeigeblieben sind, ist keineswegs selbstverständlich – gerade einer Generation, der man dies oft abspricht.“ Zschenderlein ergänzte augenzwinkernd, das Projekt sei ein echtes Abenteuer gewesen, ein Marathon mit Höhen und Tiefen – „aber mit einem Ergebnis, das jede Anstrengung rechtfertigt“.
Bemerkenswert: Nahezu alles an dem Film – von den Geschichten über Drehbuch, Kostüme und Filmmusik bis hin zum Ton – stammt aus eigener Hand der YOUNITY family. Lediglich in einzelnen Bereichen, etwa bei der Kameraführung, wurde professionelle Unterstützung hinzugezogen.
Die Episoden erzählen von realen Erlebnissen der Generation Z auf dem Weg ins Erwachsenwerden, teils fiktionalisiert und in innere, psychische Bilderwelten verlagert. Es geht um Wünsche, Träume und Zukunftsvorstellungen, aber auch um den Druck von Eltern, Familie und Gesellschaft. Die Geschichten bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Anpassung und Verweigerung, Reflexion und Selbstbehauptung. Offene Enden und versteckte Botschaften laden das Publikum dazu ein, eigene Standpunkte zu hinterfragen und den Dialog zu suchen.
Besonders eindrucksvoll ist die letzte, titelgebende Episode mit Lea Defaux, die nicht nur den Song „Weitergehen“ komponierte, sondern auch die Rolle der Jolly verkörpert. „Der Film ist eine Reise durch sich selbst – jeder hat seine Wahrheit“, sagt sie. Symbolträchtig macht sich Jolly, nur mit Rucksack und Landkarte ausgestattet, auf den Weg, den steilen und hindernisreichen „Berg der Wahrheit“ zu erklimmen – eine abstrakte, aber kraftvolle Allegorie auf Selbstbestimmung und Sinnsuche.
Für keinen der Mitwirkenden war der Film vorab in seiner Gesamtheit zu sehen gewesen. Umso größer war die Begeisterung und Überwältigung nach der Premiere. Ute Mocker bat alle Beteiligten auf die Bühne, wo sie von langanhaltendem Applaus getragen wurden. Fabian Springer (18), der an der Filmmusik mitgewirkt hatte, brachte die Stimmung auf den Punkt: „Ich bin stolz, dabei zu sein.“ Spontan vergab er dem Film „11 von 10 Punkten“.
Beim anschließenden Get-together im Foyer nutzten Filmschaffende, Mitwirkende und Gäste die Gelegenheit zum Austausch. Ausgestellte Originalrequisiten und Kulissen boten zusätzliche Gesprächsanlässe und vertieften die Eindrücke des Abends.
YOUNITY, abgeleitet von „YOU“ und „UNITY“, steht für das Ziel, Menschen unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Religion in ihrer Individualität zu vereinen. Dieser Gedanke prägt die gesamte Kultur- und Sozialarbeit im Kulturhaus Käfertal mit vielfältigen Angeboten in Musik, Tanz und Bildung – vor allem für Kinder und Jugendliche. Der Film „Der Berg der Wahrheit“ zeigt eindrucksvoll, welches kreative Potenzial freigesetzt wird, wenn man jungen Menschen Vertrauen schenkt. Ein Erfolg, der nicht zuletzt auch dem Engagement von Projektleiter Zacharias Zschenderlein zu verdanken ist.
Text: und Bilder: Beate Tilg
Autor:Wolfgang Neuberth aus Mannheim |
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