„Die goldene Gans“
„Die goldene Gans“ auf der Freilichtbühne Mannheim
- Die Goldene Gans
- Foto: Wolfgang Neuberth
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„Die goldene Gans“ auf der Freilichtbühne Mannheim
„Die goldene Gans“ bringt Glück und Freude – für jene, die sich als würdig erweisen. In der Regie von Cornelia Bundschuh (Text, Melodien und Musik) sowie Thomas Nauwartat-Schultze (Melodien und Musik) wurde das bekannte Märchen der Gebrüder Grimm für das Familienstück der Freilichtbühne Mannheim komplett neu als Singstück mit acht eingängigen Liedern adaptiert.
Doch die Goldene Gans hat viele Gesichter. Die im Märchen belohnte Großzügigkeit und Freundlichkeit spiegeln sich auch im gelebten Gemeinschaftssinn der Freilichtbühne wider. So bewarb sich der Verein im vergangenen Jahr für den erstmals ausgeschriebenen RheinNeckarHeldenAward (RNHA) der VR Bank Rhein-Neckar. Mit insgesamt 200.000 Euro unterstützt die Bank jährlich Herzensprojekte von Vereinen und gemeinnützigen Organisationen.
Die VR Bank Rhein-Neckar eG fördert mit den RheinNeckar HeldenAwards gemeinnützige Organisationen in der Region mit insgesamt 200.000 Euro. Acht ausgewählte Projekte erhalten jeweils 25.000 Euro, um ihre Vorhaben zu verwirklichen.Die Freilichtbühne Mannheim wurde schließlich mit einem Hauptpreis von 25.000 Euro ausgezeichnet. Die großzügige Förderung floss in die umfassende Sanierung des in die Jahre gekommenen Regiehauses, das nun technisch auf dem neuesten Stand ist.
Zur Premiere des Familienstücks am 7. Juni überzeugte sich Vorstandsmitglied Dr. Konrad Braun persönlich vom Ergebnis und überreichte den symbolischen Scheck an Dominik Kobel (1. Vorsitzender), Sabine Valentin (Künstlerische Leitung) und Thomas Nauwartat-Schultze (Geschäftsleitung). Interessierte Vereine können sich übrigens noch bis zum 24. Juni für den RNHA 2026 bewerben.
Wer mit dem enormen Einsatz zahlreicher ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer Jahr für Jahr zwei Sommerstücke auf der Freilichtbühne, zwei Winterproduktionen im Zimmertheater, den Biergartenbetrieb sowie zahlreiche Konzerte und Märchennachmittage ermöglicht, hat diese Auszeichnung mehr als verdient.
Ein Dummling mit großem Herzen
Im Mittelpunkt des Familienstücks steht Adrian (Ben Schuchardt), ein Junge aus Gartenhausen, einem kleinen Dorf im Königreich Mannenheim. Er träumt davon, Erfinder zu werden, wird wegen seiner gutmütigen und verträumten Art jedoch von allen nur „Dummling“ genannt und bei jeder Gelegenheit zurückgesetzt. Dabei besitzt Adrian ein großes Herz, bewahrt trotz aller Ungerechtigkeiten seine Freundlichkeit und Großzügigkeit und ist keineswegs auf den Kopf gefallen – ihm fehlt lediglich ein wenig Glück.
Unterstützung erhält er von einer Waldfee (Corinna Jahn), die bei den übrigen Dorfbewohnern vor allem auf Egoismus und Herzlosigkeit trifft. Als Dank für Adrians Hilfsbereitschaft schenkt sie ihm eine goldene Gans, die ihm „Glück und Freude“ bringen soll.
Adrian beschließt, die Gans Prinzessin Isabella (Sin Rohs) zum Geburtstag zu schenken. Er weiß, dass die junge Prinzessin seit dem Tod ihrer Mutter tieftraurig ist und seitdem nicht mehr gelacht hat. Was Adrian jedoch nicht ahnt: Die herrische Schwester,Tante Olivia -Annika Schilder, von König Frederick (Simon Paulus) möchte Isabella möglichst schnell verheiraten und hat deshalb sämtliche heiratsfähigen Prinzen des Landes zum Geburtstagsfest eingeladen. Wer die Prinzessin zum Lachen bringt, soll ihre Hand erhalten.
Eine lange Kette voller Überraschungen
Auf seiner Reise begegnet Adrian den eitlen und ständig streitenden Wirtstöchtern, einer resoluten Wirtin, einem steifen Pfarrer, dem eingebildeten Prinzen Eduard sowie drei schwärmenden Groupies. Alle wollen etwas von der goldenen Gans besitzen. Doch die hat eine besondere Eigenschaft: Wer sie aus Habgier oder eigennützigen Motiven berührt, bleibt an ihr kleben.
So entsteht nach und nach eine immer länger werdende Menschenkette, die dem Dummling unfreiwillig folgen muss. Hinzu kommen die Räubermutter (Bianca Valentin) und ihr begriffsstutziger Sohn (Niklas Wagner), die die Situation für ihre Zwecke ausnutzen möchten. Doch erneut greift die Waldfee ein. Mithilfe eines Zaubers werden die Bäume des Waldes lebendig und helfen Adrian aus seiner misslichen Lage.
Schließlich erreicht die bunte Gesellschaft die Stadt, in der das große Geburtstagsfest der Prinzessin stattfindet. Ob Adrian die traurige Isabella tatsächlich zum Lachen bringt und ob seine selbstlose Tat tatsächlich Glück und Freude verbreitet, soll an dieser Stelle nicht verraten werden.
Nur so viel: Zum Finale verwandelt sich die Bühne in eine große Party, auf der die knapp 50 großen und kleinen Mitwirkenden kaum Platz finden.
Begeisternde Inszenierung
Die rund zweieinhalb Stunden Spielzeit vergehen wie im Flug. Dafür sorgen zahlreiche fantasievolle Einfälle und überraschende Bühneneffekte. Besonders bezaubernd sind die als Bäume verkleideten Kinder, die durch den Zauber der Waldfee lebendig werden, sowie die jüngsten Mitwirkenden als Waldtiere.
Mit sichtbarer Spielfreude wirbeln rund 30 Kinder als Dorfbewohner, Büsche, Bäume und Tiere über die Bühne. Für viele Lacher sorgen die beiden trotteligen Wachen Fass und Schnarch (Michael Sinthern und Sebastian Färber), der herrlich überhebliche Prinz Eduard (Jonathan Schilder) sowie der ständig grantelnde Lehrer (Bernhard Schönfelder).
Ein großes Kompliment gilt auch den mehr als 25 Helferinnen und Helfern hinter den Kulissen. Ob Kostüme, Maske, Technik, Bühnenbau, Bühnenbild oder die aufwendige Choreografie der zahlreichen Kinder – überall wird sichtbar, mit wie viel Herzblut gearbeitet wurde.
Tosender Applaus für eine starke Gemeinschaftsleistung
Die Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten die Aufführung gespannt und aufmerksam bis zum letzten Akt. Der lang anhaltende Applaus und die Standing Ovations am Ende waren Ausdruck großer Begeisterung für die beeindruckende Leistung aller Beteiligten.
Nach dem Schlussapplaus versammelten sich die Mitwirkenden gemeinsam mit ihren Familien im Backstagebereich, um die gelungene Premiere gebührend zu feiern.
„Die goldene Gans“ ist noch an allen Sonntagen bis Anfang August auf der Freilichtbühne Mannheim zu sehen.
Karten gibt es per E-Mail an tickets@flbmannheim.de, über Reservix oder telefonisch unter 0621/7628100. Weitere Informationen finden Interessierte auf der Homepage der Freilichtbühne Mannheim sowie auf Instagram und Facebook.
Text: Beate Tilg Bilder : Wolfgang Neuberth
Autor:Wolfgang Neuberth aus Mannheim |
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