Inklusion im Mittelpunkt: Alle miteinander
Ausverkaufte Inklusionssitzung der Löwenjäger

Das Prinzenpaar der Tausendfüßlern  | Foto: Wolfgang Neuberth
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Inklusion im Mittelpunkt: Alle miteinander
Ausverkaufte Inklusionssitzung der Löwenjäger zeigt, wie Fasnacht verbindet
„Der Saal wird immer kleiner.“ Mit diesem augenzwinkernden Fazit brachte Sitzungspräsident Thomas Hamsch auf den Punkt, was die 5. Inklusions-Prunksitzung der Löwenjäger auszeichnete: Der Erfolg wächst von Jahr zu Jahr. Nach dem großen Zuspruch im Vorjahr war die Veranstaltung diesmal sogar restlos ausverkauft. Nicht ohne einen charmanten Seitenblick auf Kulturbürgermeister Thorsten Riehle – verbunden mit der leisen Hoffnung auf einen künftig größeren Saal.
Doch Zahlen und Platzfragen sind an diesem Nachmittag Nebensache. Denn die Botschaft ist klar: Fasnacht ist für alle da – niemand darf ausgeschlossen werden. Mit dieser Überzeugung haben die Löwenjäger vor fünf Jahren ein in Mannheim einmaliges Zeichen gesetzt und Inklusion auf die große Fasnachtsbühne gebracht.
„Wenn wir in die Heime gehen, bekommt das kaum jemand mit“, erklärte der stellvertretende Sitzungspräsident Mark Engels. „Wir wollten nicht für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung feiern, sondern mit ihnen.“ Eine Entscheidung, die sich als goldrichtig erwiesen hat – auch wenn sie wirtschaftlich keinen Gewinn bringt. Im Gegenteil: Der organisatorische Aufwand ist hoch, die Eintrittspreise bewusst niedrig. „Aber wir fühlen uns reich beschenkt“, betonte Engels. Die überschäumende Freude des bunt maskierten Publikums sei unbezahlbar.
Zahlreiche Behindertengruppen aus Nah und Fern waren der Einladung gefolgt, koordiniert über Ursula Frenz, die Behindertenbeauftragte der Stadt Mannheim. Schon vor Beginn lag spürbarer Frohsinn in der Luft.
Ein weiteres Highlight: Bis zu acht aktuelle oder ehemalige Fastnachts-Tollitäten feierten gemeinsam. Neben Stadtprinzessin Nadine II. von den Grokageli mit Stadtprinz Fabian I. vom Großen Feuerio war auch die Prinzessin der Stichler, Gloria I., vertreten. Sabine Klotz, Stadtprinzessin von 2016 und Regenbogenprinzessin auf Lebenszeit, kam mit ihrem Regenbogenprinzen „Joti“ Panaiotis Neuert und begleitete ihre Schwester Marina I., Inklusionsprinzessin auf Lebenszeit. Komplettiert wurde die illustre Runde durch das amtierende Inklusions-Prinzenpaar Natalie I. und Robin I. von den Tausendfüßlern.
Pünktlich um 15.11 Uhr zog ein farbenfroher Tross aus Tanzgarden, Elferräten und Tollitäten in den vollbesetzten Saal ein. Die Moderation übernahmen Thomas Hamsch und Mark Engels, die souverän und herzlich durch das abwechslungsreiche Programm führten.
Nach der Mottoverkündung „Inklusiv, Spaß für alle, so muss es schalle“ riss Inklusionsprinzessin Marina I. mit dem Stimmungslied „Wir haben oben, unten, vorne, hinten gute Laune“ die Gäste erstmals von den Stühlen. Es folgten die Piraten der Inklusionsgruppe des TV 1880 Käfertal unter der Leitung von Gabi Dörner und Bärbel Zidek.
Das Programm zeigte die ganze Vielfalt der Fasnacht: Die Kindertanzgruppe „Perma Lights“ aus Lampertheim ließ tanzende Gummibären lebendig werden, die Löwenkids verzauberten als Meerjungfrauen die Gäste, Jugend- und Juniorengarde überzeugten mit Show- und Gardetänzen. Besonders beeindruckend waren die Auftritte der Inklusionsgruppen – bei denen man nur erahnen konnte, wie viel Übung und Hingabe hinter den scheinbar mühelosen Choreografien steckt.
Gleich dreimal begeisterten die Tausendfüßler unter der Leitung von Alexander Gipp mit ansteckender Lebensfreude. Das Gesangsduo NaSté mit Nadja Leswinski und Stefan Röger brachte den Saal endgültig zum Kochen. Und bei der Polonaise zeigte sich: Selbst ein Rollstuhl ist hier kein Hindernis – alle machen mit.
Den krönenden Abschluss lieferte Jeanette Friedrich, bevor sich alle Aktiven zum großen Finale auf der Bühne versammelten. Bunt, bunter, am buntesten. Fröhlich, fröhlicher, am fröhlichsten.
Nach zweieinhalb Stunden verging die Zeit wie im Flug. Akteure, Begleitpersonen und Gäste – ob groß oder klein – gingen mit einem Lächeln nach Hause. Besonders verdient machen sich dabei die vielen Begleitpersonen, die Menschen mit und ohne Rollstuhl sicher zurück in ihre Wohngruppen brachten. Die weiteste Anreise hatte eine Gruppe aus Wiesloch mit 45 Personen.
Ein großes Kompliment an die Löwenjäger und alle Ehrenamtlichen vor und hinter der Bühne. Sie haben Menschen, die allzu oft am Rand der Gesellschaft stehen, einen unvergesslichen Nachmittag geschenkt. Nachahmer ausdrücklich erwünscht – denn beim Thema Inklusion ist in Mannheim noch viel Luft nach oben.
Text : Beate Tilg  Bilder : Wolfgang Neuberth

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Wolfgang Neuberth aus Mannheim

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