Abschied von der Fasnacht
Am Aschermittwoch ist alles vorbei
- Die Trauergemeinde
- Foto: Wolfgang Neuberth
- hochgeladen von Wolfgang Neuberth
auch bei den Löwenjägern,
Tränenreicher Abschied von der Fasnacht
Schwarze Tischdecken und silberne Luftschlangen anstatt bunten Jubels, Trubel, Heiterkeit. Fracks, Zylinder und herzerweichende Tränen des Elferrates anstatt lustiger Ahoi-Rufe in der Narrenkappe. Das kann nur eines bedeuten. Es ist Aschermittwoch und damit ist traditionsgemäß die Fasnachtskampagne, die am 11.11. so lustig begonnen hatte, endgültig zu Ende und wird nun würdevoll und tränenreich zu Grabe getragen. Davon zeugte auch der geschmückte Sarg mitten auf der Bühne. In seiner „Trauer“-Rede beteuerte Mark Engels, Vizepräsident der Löwenjäger mit erstickter Stimme, dass er zu Beginn der Kampagne die noch junge unschuldige „Fasnacht“ vor den Alkohol- und sonstigen Exzesse des Elferrates gewarnt habe, er aber jetzt am Ende mit ganz leisem Ahoi Abschied nehmen müsse. Als Strafe und zur Buße mussten jeder der Elferräte einen absolut ungenießbaren Schluck eines undefinierbaren Gebräus zu sich nehmen. Zumindest ließ ihre verzogenen Mienen das vermuten.
Wie es allgemeiner Aschermittwochsbrauch ist, wurde allen Gästen lecker eingelegter Sahnehering mit Pellkartoffeln serviert, die mit sichtlichem Appetit verspeist wurden.
Anschließend ließ Thomas Hambsch, Präsident der Löwenjäger, die vergangene Kampagne mit der Mottositzung „Sommer, Sonne, Holiday“, noch einmal Revue passieren und gab damit gleichzeitig Tipps, wie die Zeit bis zum Beginn der nächsten Kampagne sinnvoll verbracht werden könne. Da luden die Lödies mit Petticoat und Vespas noch einmal ein zu einem Trip in das sonnige warme Italien mit viel Espresso und Amore oder, wenn man nach dem Willen des männlichen Geschlechts auf der sicheren Seit bleiben will, zu heimischen Campen mit Lagerfeuer. „Ein Hoch auf uns“, ein Hoch auf das Männerballett mit Dame für diese immer wieder erquickliche Darbietung. Wer weiß wie viele Nachahmer der ein oder andere Vorschlag findet. Aber für Hambsch gab es doch zu viel Regen im Tanz und in der Kampagne und deshalb schlug er stattdessen einen Flug vor, der weit weit wegführt. Der Flug 08/15 der Offiziersgarde jedoch lässt bei einigen Turbulenzen und frei fliegenden Getränken inklusive nichts Gutes erahnen. Aber Hauptsache in den Süden. Mit „ab in den Süden“ und „Pack die Badehose ein“ zeigten die fünf Solistinnen der Löwenjäger den Jugend und Junioren Garden in rosaschillernden Outfits abschließend ein Medley aus ihrem aktuellen Tanz, den sie demnächst auf den süddeutschen Meisterschaften in Hof vertreten dürfen. Und dann war es doch Zeit, die Kampagne endgültig zu beenden. „Gestern noch Konfetti, Stimme weg, Konfetti weg… warum tun wir uns das eigentlich immer wieder an?“, so fragen sich die Organisatoren nach jeder kraftraubenden Veranstaltung. Aber das grandiose Gelingen und der Erfolg jeder weiteren Veranstaltung gab die passende Antwort darauf. „Es steckt so viel Gemeinschaft und Herzblut in diesem Wahnsinn“, so Hambsch. Und er hob dabei besonders die hervorragende Jugendarbeit des Vereins hervor: „Ein Verein ohne Jugendarbeit ist wie ein Baum ohne Wurzeln. Der Baum kann noch eine Weile weiterleben, aber irgendwann stirbt er“. Ein aus vollem Herzen kommender Dank ging dabei auch an die Trainerinnen und Betreuerinnen der Garden. Und Hambsch betonte auch, dass selbst ein Großteil der Aktiven hervorgegangen sei aus den Garden. Hambsch dankte dem mitreißenden Publikum, denn „Fasnacht lebt zwischen den Menschen“, er vergaß auch nicht, den Senatoren und Sponsoren für die treue Unterstützung zu danken, ohne deren Beitrag Vereinsarbeit gar nicht denkbar wäre, sowie dem Team des Kulturhauses für die gute Zusammenarbeit.
Nun, so Hambsch, beginne die Zeit der guten Vorsätze, auch die nächsten Veranstaltungen wie das Spargelfest im Mai und das Stadtfest im Juni stünden schon vor Tür. Und es blieb nichts weiterzusagen, als gute Wünsche für die „närrische Entzugszeit, die nun folge“. Und damit sprach er allen Anwesenden aus dem Herzen.
Text: Beate Tilg Bilder: Wolfgang Neuberth
Autor:Wolfgang Neuberth aus Mannheim |
|
| Wolfgang Neuberth auf Facebook | |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.