Vier Saxofone, ein Sound
🎷 SAXOFONIA begeistert im Kulturhaus Käfertal
- Freemann Robbins-, Carl Kraemer,Ralf Brinkmann, Christoph Krzeslack
- Foto: Wolfgang Neuberth
- hochgeladen von Wolfgang Neuberth
🎷 SAXOFONIA begeistert im Kulturhaus Käfertal
Vier Saxofone, ein Sound – und ein Abend voller Groove
Käfertal. – Ein Konzert ganz ohne Schlagzeug – und dennoch voller Rhythmus, Energie und Klangfülle: Das Saxofonquartett SAXOFONIA hat am Sonntagabend im Kulturhaus Käfertal eindrucksvoll bewiesen, wie facettenreich „Saxofon pur“ klingen kann. Unter dem Motto „Made for Music“ erlebte das Publikum ein abwechslungsreiches Programm.
Vier Saxofone in unterschiedlichen Stimmlagen sorgen für eine erstaunliche Klangvielfalt. Christoph Krzeslack legt mit dem Baritonsaxofon das Fundament, während Ralf Brinkmann, Carl Krämer und Freeman Robbins flexibel zwischen Melodie, Begleitung und Solo wechseln. Mal steht das Altsaxofon im Vordergrund, mal prägt das Tenorsaxofon das Geschehen, ehe das Sopransaxofon in hohe Tonlagen entschwebt.
Das Markenzeichen des Quartetts sind die unverwechselbaren SAXOFONIA-Arrangements – maßgeschneidert und geprägt von einem ausgewogenen Zusammenspiel aus Harmonie, Rhythmus und Improvisation. Jazz bildet dabei den Schwerpunkt, ergänzt durch Funk, Soul und bekannte Klassiker.
Schon im ersten Set spannte die Band einen weiten Bogen: vom „Maple Leaf Rag“ über „St. Thomas“ bis zu „Here Comes the Boss“. Besondere Akzente setzten Feature-Beiträge wie „Devil’s Pulpit“ oder „Guataca City“. Mit „When the Saints Go Marching In“ ging es in die Pause.
Auch der zweite Teil überzeugte: „Sir Duke“, „Love for Sale“ und „Hard Times“ boten Raum für Soli, während „I Feel Good“ und „Something Stupid“ für Wiedererkennung sorgten. Mit „Motel“, „And What If I Don’t“ und „Don’t Worry“ zeigte sich die Band vielseitig. Die Zugabe „Isn’t She Lovely“ rundete den Abend ab.
Bereits ab 15 Uhr hatte das BegegnungsCafé geöffnet und sorgte für eine angenehme Atmosphäre. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, sich vor Konzertbeginn zu treffen und einzustimmen – ein gelungener Auftakt für einen musikalischen Abend.
Die vier Musiker verbindet langjährige Erfahrung und große Leidenschaft. Trotz ihres Zusammenspiels wirkt nichts routiniert, sondern frisch und lebendig. SAXOFONIA spielt bewusst ohne große Technik und eignet sich auch als Walking Act.
Gerade dieser direkte Zugang zur Musik war auch im Kulturhaus spürbar: Die Zuhörer erlebten ein Konzert ohne Distanz, bei dem jede Nuance unmittelbar wirkte.
Im Finale suchte die Band schließlich die Nähe zum Publikum: Die Musiker verließen die Bühne, spielten mitten im Saal weiter und bezogen die Zuhörer direkt ein. Diese besondere Atmosphäre sorgte für einen emotionalen Höhepunkt und großen Applaus, der erst nach mehreren Verbeugungen langsam abebbte.
Immer wieder zeigte sich an diesem Abend, wie gut die vier Musiker aufeinander abgestimmt sind: Blicke, kleine Gesten und musikalische Übergänge griffen nahtlos ineinander und verliehen dem Konzert eine spürbare Leichtigkeit. Gerade diese Feinabstimmung machte viele Momente besonders und sorgte für ein intensives Hörerlebnis.
Mit ihrem klaren Konzept gelingt es dem Quartett, eine eigene Klangwelt zu schaffen – intensiv, abwechslungsreich und mitreißend. Ein Abend, der zeigt: Vier Saxofone reichen völlig aus, um ein Publikum nachhaltig zu begeistern und noch lange nachzuklingen.
Autor:Wolfgang Neuberth aus Mannheim |
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