Asiatische Hornisse
NABU ruft zur Wachsamkeit und sachlichem Umgang auf
- Sekundärnest der asiatischen Hornisse
- Foto: Claudealleva
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Asiatische Hornisse breitet sich weiter in Mannheim aus
Bereits in den vergangenen Sommern wurden in Mannheim Asiatische Hornissen gesichtet. Inzwischen gibt es weitere bestätigte Funde: Aktuell wurde ein sogenanntes Sekundärnest der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) aus dem Vorjahr in der Ernst-Barlach-Allee entdeckt. Bereits im Herbst 2024 war zudem ein Nest an der Ludwigshafener Straße im Stadtteil Neuhermsheim festgestellt und fachgerecht entfernt worden. Die Nachweise zeigen, dass sich die invasive Art zunehmend auch im Stadtgebiet etabliert.
- Asiatische Hornisse
- Foto: Christel Sagniez
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Die Asiatische Hornisse stammt ursprünglich aus Südostasien und wurde vermutlich über internationale Warentransporte im Jahr 2004 nach Frankreich eingeschleppt. Seitdem breitet sie sich in Europa kontinuierlich aus. Globalisierung und Klimawandel begünstigen diese Entwicklung: Milde Winter erhöhen die Überlebenschancen der Tiere, während der Warenverkehr immer neue Verschleppungen ermöglicht. Im Westen Deutschlands ist Vespa velutina bereits fest etabliert und dehnt ihr Verbreitungsgebiet weiter aus.
- Asiatische Hornisse
- Foto: Haim Charbit
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Keine Panik: Nicht zu verwechseln mit der Riesenhornisse
Der NABU weist darauf hin, dass es sich bei der in Mannheim nachgewiesenen Art nicht um die Asiatische Riesenhornisse (Vespa mandarinia) handelt, die in Europa nicht vorkommt. Die Asiatische Hornisse ist etwas kleiner als die heimische Europäische Hornisse und an ihrem dunkleren Körper sowie den auffällig gelben Beinen gut zu erkennen. Ihre Staaten sind mit bis zu 2.000 Individuen jedoch deutlich größer als die der heimischen Hornisse.
Vespa velutina gründet ihre Nester zunächst an geschützten Orten wie Schuppen oder Rollladenkästen. Im Hochsommer zieht das Volk jedoch in ein großes Sekundärnest um, das meist hoch oben in Baumkronen gebaut wird. Diese Nester werden häufig erst im Herbst entdeckt, wenn die Bäume ihr Laub verlieren – so auch bei den Funden in Mannheim.
- Hornissennest
- Foto: apnear40
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Auswirkungen auf Insekten und Imkerei
Als invasive Art steht die Asiatische Hornisse seit 2018 auf der EU-Liste invasiver gebietsfremder Arten. Sie jagt andere Insekten als Proteinquelle für ihre Brut, darunter Honigbienen, Wildbienen, Fliegen und auch heimische Wespenarten. Durch ihre hohe Individuenzahl kann sie erheblichen Druck auf die heimische Insektenwelt ausüben und stellt eine zusätzliche Belastung für die Imkerei dar. In südlichen europäischen Ländern wurden zudem bereits Schäden an Obst- und Weinernten dokumentiert.
Für den Menschen ist die Asiatische Hornisse jedoch nicht gefährlicher als heimische Hornissenarten. Sie gilt nicht als aggressiv und greift nur an, wenn man sich ihrem Nest stark nähert. Stiche können – wie bei anderen Wespen – vor allem für Allergiker problematisch sein.
- Nest in der Ernst-Barlach-Allee
- Foto: Aljoscha Kertesz
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NABU bittet um Mithilfe
Der NABU warnt eindringlich davor, aus Unsicherheit auch heimische und besonders geschützte Europäische Hornissen zu töten. Viele Tiere werden fälschlicherweise für Asiatische Hornissen gehalten. Verdächtige Beobachtungen sollten daher gemeldet werden – idealerweise mit Foto – über die Meldeplattformen des Landes Baden-Württemberg oder über die NABU-Meldeaktion in Zusammenarbeit mit NABU|naturgucker.
Nester sollten keinesfalls eigenständig entfernt werden. Besonders Sekundärnester sind groß, schwer zugänglich und befinden sich meist in Baumkronen. Die Entfernung sollte immer durch Fachkräfte erfolgen.
Für Mannheim bedeutet die zunehmende Präsenz der Asiatischen Hornisse vor allem eines: sachlich bleiben, richtig informieren und gemeinsam dazu beitragen, Schäden für Natur, Imkerei und Bevölkerung so gering wie möglich zu halten.
Autor:Aljoscha Kertesz aus Mannheim-Süd |
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