Dreifaltigkeitskirche
Der "Gospelchor Hemsbach" erfolgreich in Sandhofen
- Foto: Andreas Waldschmidt
- hochgeladen von Monika Mohr-Waldschmidt
(mmw) Obschon die Kirche am Sonntag, den 21.Juni, nicht vollbesetzt war, konnten sich die Sängerinnen mit Dirigentin Peny Bauer über ein mitreißendes Publikum freuen. Es wurde tüchtig mitgeklatscht und am Ende gab es sogar einen langanhaltenden, begeisternden Applaus und eine anschließende Zugabe des fröhlichen Songs „Doo Dub Da“.
Dieser war zugleich das Eingangslied. Es wurde aber nicht einfach nur vorne in Reih und Glied vorgetragen. Dafür waren die Sängerinnen aus den Sopranen an den Seiten eingelaufen, während die Altstimmen am Altar auf ihre Sangeskolleginnen warteten. Und als der Alt begann und die Soprane nacheinander einsetzten, war die positive Stimmung und die Freude spürbar in der wunderschönen Dreifaltigkeitskirche. Diese Stimmung sollte den Abend über anhalten.
Die hübsche neoklassische Kirche in Sandhofen wurde bald schon in ein Potpourri an Tönen getaucht. Die herrliche Akustik verstärkte den Gesang der etwa 30 Sängerinnen und das Klavierspiel von Renny Löffler aufs Vortrefflichste.
Nach diesem Lied und des freundlichen Grußworts von Gastgeberin Pfarrerin Nora Keller, begrüßte auch die 1. Vorsitzende des Vereins Monika Mohr-Waldschmidt das Publikum. Diese führte dann auch durch das Programm und nahm die Gäste mit auf eine Reise in die Vergangenheit, in die Südstaaten Amerikas. Die Spirituals und Gospel reihten sich in 4 Abschnitten aneinander, von getragen bis fröhlich, von ruhig bis temperamentvoll, aber immer mit Hoffnung und dem Wunsch nach Erlösung und Freiheit. Denn neben den christlichen Inhalten dieser Gospels, waren auch hin und wieder Hinweise, quasi Codes, versteckt, die die ehemaligen Sklaven untereinander zur Vorsicht aufforderten oder auf geplante Fluchten hinwiesen.
So stand im übersetzten Gospel „Niemals vergess ich den Tag“ der Himmelswagen als Metapher für Flucht, im Spiritual „Hush“ hingegen wurde zur absoluten Ruhe aufgerufen, weil jemand eine Flucht in den Norden plante. Was für die Sklavenaufseher also harmlose christliche Lieder waren, boten diese Gospels den entmachteten Menschen auf den Plantagen die Möglichkeit miteinander zu kommunizieren und sich gegebenenfalls zu warnen.
Kein Gospel, aber nicht minder wichtig, da es ein Zeugnis aus jener Zeit darstellt, ist das weltbekannte „Amazing Grace“ des ehemaligen, geläuterten Sklavenhändlers John Newton. Dieses Stück interpretierte der Gospelchor mit seiner Solistin Marliese Ehret, die mit ihrer tragenden und kraftvollen Stimme dem Lied neuen Glanz verlieh. Ebenso eine Aufwertung durch die Solistin Natascha Haack bekam eben jedes „Hush“. Das Solo in schneller Wortfolge gesungen, meisterte die Sängerin bravourös.
Eine Überraschung hatte die Gesangsgruppe auch noch im Gepäck. Dirigentin Peny Bauer sang das Stück „Bleibend ist deine Treu/Great is thy faithfulness. Das sie sang stand im Programm, was sie singen würde, hörten die Zuschauer*innen erst als die ersten ausdrucksstarken Töne durch die Kirche tanzten.
Georg Friedrich Händels Stück: Sehnsucht nach Frieden“ reihte sich nahtlos in die Reihe der Gospels ein, gerade in der heutigen Zeit wichtiger den je ist dieser Ruf nach Frieden. Kein Gospel, aber ein inneres Anliegen der Sängerinnen dieses Lied zu Gehör zu bringen.
Als die letzten Töne erklangen, fühlte sich der Chor beseelt von der positiven Reaktion des Publikums und die Freude über ihren eigenen Gesang. Den Wunsch mit Musik die Menschen glücklich zu machen, steht für die Frauen des Hemsbacher Chors an erster Stelle. Diesem wurden sie am Sonntag mehr als gerecht.
Wer mehr über den Chor wissen oder ihn gar für ein Events buchen möchte:
www.gospelchor-hemsbach.de; Instagram und Facebook: Gospelchor Hemsbach.
Songs aus unterschiedlichen Konzerten kann man auf YouTube unter „Gospelchor Hemsbach“ hören und sehen.
Autor:Monika Mohr-Waldschmidt aus Mannheim |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.