Prozess nach Kiosk‑Schüssen in Mannheim: Spur führt in die Türkei
- Die Anwälte des Angeklagten und die Dolmetscherin beim Prozessauftakt vor dem Landgericht Mannheim nach den Schüssen auf einen Kioskbesitzer. Der Angeklagte wurde erst hereingeführt, nachdem keine Fotos mehr gemacht werden durften.
- Foto: Stefanie Järkel/dpa
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Mannheim. Nach den Schüssen auf einen Kioskbetreiber in Mannheim rückt beim Prozess vor dem Landgericht eine mögliche Verbindung in die Türkei in den Fokus. Das Opfer berichtete zum Auftakt des Verfahrens von früheren Bedrohungen und Schüssen auf ein Geschäft von ihm im Ausland.
Der 39‑Jährige erklärte laut Übersetzung einer Dolmetscherin, ein Mann habe über Bekannte eine Art Schutzgeld verlangt. Als er sich geweigert habe, sei sein Laden in der Türkei beschossen worden. Derselbe Mann habe später gegenüber seiner Familie auch die Verantwortung für die Tat in Mannheim übernommen. Vor Gericht nannte das Opfer einen Namen.
Schüsse kurz nach Neueröffnung des Kiosks
Laut Anklage soll der heute 27 Jahre alte Angeklagte im Auftrag bislang unbekannter Hintermänner gehandelt haben. Am Samstag, 4. Oktober, habe er den an diesem Tag neu eröffneten Kiosk betreten und dann völlig überraschend auf den Betreiber geschossen.
Der 39‑Jährige wurde im Brustbereich getroffen und lebensgefährlich verletzt. Er musste notoperiert werden. Nach den Schüssen sei der Täter geflüchtet, weil er offenbar davon ausging, die Tat vollendet zu haben.
Festnahme mehr als eine Woche nach der Tat
Erst mehr als eine Woche später nahmen Ermittler den damals 26‑Jährigen fest. Seitdem sitzt er nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Untersuchungshaft. Zu möglichen Beziehungen zwischen Täter und Opfer sowie zu den Hintergründen der Tat hatten sich die Behörden zuvor nicht öffentlich geäußert.
Dem Angeklagten wird unter anderem versuchter Mord vorgeworfen. Im Falle einer Verurteilung droht grundsätzlich eine lebenslange Freiheitsstrafe. Bei einem Mordversuch kann das Gericht jedoch auch eine geringere Strafe zwischen drei und 15 Jahren verhängen.
Für das Verfahren sind noch acht weitere Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte Mitte Mai fallen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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