Stadt will City baulich aufwerten – Treffpunkte und Care Angebote ausbauen

Der Kornmarkt wird mit Mitteln aus dem Förderprogramm ISEK entsiegelt. Auf dem Flachdach soll eine begrünte Dachterrasse das Zentrum neu beleben. | Foto: Torsten Kleb
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  • Der Kornmarkt wird mit Mitteln aus dem Förderprogramm ISEK entsiegelt. Auf dem Flachdach soll eine begrünte Dachterrasse das Zentrum neu beleben.
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Ludwigshafen. Die Stadt Ludwigshafen möchte die Innenstadt aufwerten. Vor allem attraktivere Orte zum Verweilen und für Freizeitnutzung sowie bauliche Aufwertungen sollen das Wohnen attraktiver machen und das Quartier für alle Milieus öffnen.

Von Julia Glöckner

Die City soll wieder ein attraktives Wohnviertel werden. Auf Grundlage des Innenstadtentwicklungskonzepts (ISEK) haben Stadtplanung und Stadtentwicklung gemeinsam ein Maßnahmenpaket ausgearbeitet. Die bauliche Aufwertung steht im Fokus. Daneben setzt die Stadt auf innovative Freizeitnutzungen und Fürsorgearbeit im sozial benachteiligten Quartier. Die Stadtbegrünung und Entsiegelung fällt unter ein eigenes Handlungsfeld sowie die Aktivierung des Leerstands

Welche der genannten im ISEK genannten Maßnahmen sich den kommenden Jahren realisieren lassen, hängt stark davon ab, wie viel Mittel dafür abrufbar sind. Je nachdem, welche Entwicklungen sich in der City abzeichnen, werden einzelne Maßnahmen ausgewählt und immer wieder neu angepasst. 

Bauliche Aufwertung im Quartier

Wohnen ist eng mit Aufenthaltsqualität verknüpft. Für private Maßnahmen, also Sanierungen sowie Fassadenaufwertungen an den Bauten, die vorwiegend aus den 50er stammen, sind Fördermittel im Sanierungsgebiet abrufbar.

Zudem sollen Neubauten das Viertel aufwerten. Laut Stadtplanungsamt ist die Bausubstanz einzelner Gebäude in Privatbesitz, die in der Zeit des Wirtschaftswunders für den schnellen Wiederaufbau sorgten, auf Dauer nicht erhaltenswert ist. Demnach ist nach ISEK in 20 bis 50 Jahren damit zu rechnen, dass Projektentwickler einzelne Grundstücke aufkaufen, um nach Abriss neue Projekte zu realisieren.

Viele Bestandsgebäude ließen sich jedoch durch energetische Sanierung, mehr Grün in Innenhöfen, auf Dächern und an Fassaden sowie durch Aufstockungen neu in Wert setzen. Vom Neubau entlang der Kohl-Allee wird voraussichtlich weitere Aufwertung ausgehen.

Rund um den Ludwigshafener Hauptbahnhof haben sich über Jahre deutliche Missstände entwickelt, deren Potenziale für eine neue Nutzung  in einer Machbarkeitsstudie geprüft werden sollen. Das Excelsior Hotel und eine angrenzende Autowerkstatt sollen sich zudem in einem schlechten baulichen Zustand befinden.

Die GAG wertete Bürgerhof und Passage mit mehreren Neubauten um den Passageneingang deutlich auf | Foto: Julia Glöckner
  • Die GAG wertete Bürgerhof und Passage mit mehreren Neubauten um den Passageneingang deutlich auf
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Städtebauliche Wahrzeichen

Die Stadt hält es für möglich, städtebauliche Missstände durch gezielten Grunderwerb zu beheben und dafür Schlüsselimmobilien aufzukaufen. Parallel dazu werden zentrale Gebäude saniert: Die Arbeiten am Bürgermeister-Reichert-Haus sollen noch im Sommer 2026 abgeschlossen sein. Auch die Modernisierung von Volkshochschule und Musikschule ist auf lange Sicht. Das Dach des Kulturzentrums „dasHaus“ soll in eine Grünterrasse umgewandelt werden. Aufwertungsmaßnahmen sind zudem am Vorplatz geplant, der entsiegelt und mit Bäumen bepflanzt wird.

Belebte Straßen und Plätze

Mit den geplanten Superblöcken in der City werden Straßen und Plätze weitestgehend vom Autoverkehr befreit. Superblöcke haben bereits in vielen Städten das Wohnen und den Aufenthalt gestärkt. Viele Großstädte nutzen freigewordene Kreuzungen in Superblöcken vorübergehend als Spiel- und Sportflächen sowie als innovative Pop-up-Orte für weitere Freizeitangebote.

Der Superblock

In den Straßen im Superblock haben Fußgänger und Radfahrer Vorrang. Durchfahrtssperren, die Autofahrer im Einbahnverkehr leiten, sorgen dafür, dass sie nicht direkt in den Nachbarblock kommen, Anwohner und Lieferverkehr kommen noch ans Ziel. Fußgänger, Radfahrer können direkten Weg nehmen.

Die Stadt Ludwigshafen plant dies vor dem Hintergrund, dass sich vor allem Jugendliche, Kinder und Senioren konsumfreie Treffpunkte wünschen. Straßendekorationen und andere Elemente wie Parklets können die Innenstadt sicht- und erlebbar aufwerten. In Straßen und auf Plätzen im verkehrsberuhigten Superblock lassen sich laut ISEK Sitzmobiliar und mobiles Grün in Pflanzkübeln oder Hochbeeten platzieren. Denn Entsiegeln ist vielerorts nicht möglich.

Parklets sorgen für Belebung in verkehrsberuhigten Straßen Wiens | Foto: Stadt Wien
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Parkräume in der City werden zu Radwegen und Aufenthaltsflächen umgewandelt, weil Autofahrern Parkhäuser am City-Ring zur Verfügung stehen. Dieser Umgehungsring besteht Kohl-Allee, Rheinufer-, Zollhof-, Wrede- und Heinigstraße und soll den gesamten Autoverkehr aufnehmen.

Daneben setzt Ludwigshafen auf Belebung durch die Kultur- und Kreativwirtschaft, etwa durch Galerien für regionale Künstler oder Multi-Use-Spaces für Aktive aus der Zivilgesellschaft. Gleichzeitig will die Stadt Kultur- und Veranstaltungsorte noch sichtbarer machen, indem sie neue Feste und Events nach Ludwigshafen holt.

Durch den Stadtumbau City West werden Brachen am Flussufer frei. Diese lassen sich durch eine Verlängerung der Erlebniszone am Fluss nutzen, etwa mit Ausweitung der Gastromeile oder Rheinpromenade. Auch ganz neue Nutzungen am Fluss sind vorstellbar.

Leitbild Caring City

Ebenso können soziale Einrichtungen, Kulturstätten und Parks das Stadtleben wieder in die City bringen und Nachbarschaften stärken. Volkshochschule, Musikschule und Stadtbibliotheken bieten allen sozialen Gruppen Zugang zum öffentlichen Leben.

Im sozial benachteiligten Viertel liegt der Fokus auf dem Ausbau und der Etablierung von Fürsorgearbeit. Treffpunkte für Kinder und Jugendliche, Senioren, Obdachlose sowie weitere soziale Angebote können wichtige Stellschrauben sein, um Zusammenhalt zu stärken. Die „Caring City“ richtet den Alltag der Menschen bewusst auf Begegnung, Teilhabe und gegenseitige Unterstützung aus und stärkt so das Zusammenleben im Quartier.

Ein Quartiersbüro soll sich vor Ort um die Anliegen der Bewohner kümmern. Quartiersmanagern können Menschen ihre Sorgen erzählen und sich gemeinsam für gute Ideen im Stadtteil einbringen. Die Büros fungieren als Bindeglied zwischen Bewohnern, Verwaltung und Politik.jg

Weitere Informationen:
Fast der gesamte Kern der City zwischen den Hochstraßen ist als Sanierungsgebiet ausgewiesen. Damit sind Zuschüsse für private Modernisierungen an Gebäuden möglich, zu denen das Stadtplanungsamt berät.

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Autor:

Julia Glöckner aus Ludwigshafen

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