Stadt setzt mit ISEK auf Entsiegelung, Grünflächen, mobiles Grün

Der Platanenhain bei der Bepflanzung der Beete durch die Initiative "Wir vom Berliner Platz" | Foto: Wir vom Berliner Platz
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Ludwigshafen. Mit dem Innenstadtentwicklungskonzept (ISEK) soll die Innenstadt, die heute eine Wärmeinsel ist, deutlich mehr begrünte Areale erhalten. Neben mobilem Grün ist Entsiegelung das Mittel der Wahl. Schadstoffbelastungen machen . Bis ISEK 

Von Julia Glöckner

ISEK setzt nicht nur auf bauliche Sanierung, Reaktivierung von Leerstand und neue Freizeitangebote. Das Konzept sieht auch Entsiegelung und Begrünung in der City vor.

„Wo Entsiegelung möglich ist, wird dies auch umgesetzt“, teilt die Pressestelle auf Anfrage mit. Schadstoffbelastungen angesichts von Chemiebetrieben wie Giulini und Benckiser, die im Stadtzentrum angesiedelt waren, machen Entsiegelung jedoch nicht überall möglich. Nach Funden von Resten der Benckiserfabrik bei Baugrunduntersuchungen für die Kohl-Allee haben umfassende Schadstoffsanierungen stattgefunden. Wo die Fabrik im Boden gefunden wurde, wird die Grünachse zum Bahnhofsvorplatz verlaufen, die dort für mehr Frequenz sorgen soll - in Verlängerung zum Friedenspark Auch der Ernst-Kübler-Platz ist weitestgehend von Schadstoffen saniert, sodass dort Rasengittersteine verlegt werden können. Dort war der Standort von Giulini. 

Die Entsiegelung städtischer Flächen ist zudem oft ein großer Kostenfaktor. Wie schnell und umfassend die geplanten Maßnahmen umsetzbar sind, hängt davon ab, wie viele Mittel im Rahmen des ISEK von Bund und Land abrufbar sind. Jahr für Jahr sind einzelne Maßnahmen in Umsetzung. Das Maßnahmenpaket wird immer wieder angepasst. Auf lange Sicht werden viele Jahre vergehen, bis die Maßnahmen sichtbar werden. 

Zentrale Parks und Plätze

Der Ludwigsplatz soll grüne Oase bleiben. Am Ernst-Kübler-Platz und am Theaterplatz ersetzen Rasengittersteine die vollständige Versiegelung. Am Bürgerhof, Kornmarkt, Europaplatz sowie Friedrich-Wagner-Platz plant die Stadt dagegen Teilentsiegelungen und das Pflanzen von Bäumen. Der Berliner Platz wird laut ISEK entsiegelt, Eventflächen im Herzen der Stadt müssen allerdings erhalten bleiben.

Der Friedenspark wird in seiner Fläche mehr als verdoppelt. Er wird zu einem urbanen Baumgarten und bleibt Teil des grünen Bands „Ebertpark – Marienpark – Rheinufer“, das die Stadt durchzieht. Die Verknüpfung der Stadtteile soll im Park sowie über kleinere Grünflächen entlang der Kohl-Allee gelingen.

Die Verschattung sorgt dafür, dass Plätze im Sommer ihre Aufenthaltsqualität behalten. Diese lässt sich durch Wasserspiele, Mobiliar, Märkte und Food-Courts weiter erhöhen.

Baumpflanzungen und mobiles Grün

Neugepflanzte Bäume nach Entsiegelungen auf Plätzen und in Straßen werten vor allem Orte in der hitzebelasteten Innenstadt auf. Menschen suchen im Sommer Plätze auf, an denen sie sich abkühlen können. Stadtgrün hat zudem Erholungswert und nachweisbare Effekte auf das Wohlbefinden. Viele Städte setzen bereits auf das Pflanzen von Stadtbäumen in Straßenräumen sowie auf Entsiegelung an zentralen Orten im Stadtgebiet. Denn man kennt die wichtige Wirkung gegen Hitze und für das klimatische Wohlbefinden in der Stadt.

ISEK sieht zudem Maßnahmen vor, um in der Bismarckstraße neuen Bodenbelag zu verlegen. Entsiegelung und Begrünung auf dem Nachbarschaftsboulevard sind vorgesehen.

Daher plant die Stadt auch, mobiles Grün in Pflanzkübeln oder Hochbeeten an Orten aufzustellen, an denen (Teil-)Entsiegelung nicht möglich ist. Dafür eignen sich die verkehrsberuhigten Straßenräume im Kern der City, die sogenannten Superblöcke. Mobiles Grün kann echtes Grün nicht ersetzen, von dem stärkere Kühlungseffekte ausgehen und das bei Starkregen Wasser aufnimmt. Doch es ist die bessere Alternative zu zu wenig Stadtgrün.

Eine besondere Attraktivierung und Belebung sollen der Kornmarkt und der Friedrich-Wilhelm-Wagner-Platz erfahren. Ein begehbares Gründach soll das Kulturzentrum aufwerten, was auch der Gastronomie zugutekommt. Auch die Fläche um den verdichteten Platanenhain plant die Stadt weiter zu entsiegeln – zugunsten von Stadtgrün und Sitzmöbeln.

Private Maßnahmen

Das rheinland-pfälzische Baurecht schreibt bei Neubauten Dachbegrünung vor. Im Bestand sind Dächer, Innenhöfe und Fassaden im Sanierungsgebiet nachträglich zu begrünen. Begrünung und ein besseres Raumklima wirken wertsteigernd.

Die Stadt will daher auch Anreize für private Begrünungsmaßnahmen in den Höfen der Superblöcke setzen. Rankgitter, intensive Fassadenbegrünung, Entsiegelungsmaßnahmen oder Dachgrün können auch dort der Hitze durch Verdichtung und Beton entgegenwirken. Allerdings ist die Eigentümerstruktur komplex, weshalb die Kommunikation aufwendig ist.

Mit dem Maßnahmenpaket könnt Innenstadt zu durchgrünten wassersensiblen Quartier werden. Für die Umsetzung braucht es auch Eigentümer, für Klimaanpassung der Gebäude. jg

Weitere Informationen:
Der Bereich Stadtplanung berät Eigentümer zur energetischen Sanierung, für die Fördermitteln im Sanierungsgebiet abrufbar sind. Auch Begrünung von Dächern, Fassaden und versiegelten Freiflächen werden inzwischen durch diverse Länderprogramme, KfW, Bafa und Co gefördert. 

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Autor:

Julia Glöckner aus Ludwigshafen

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