Gebote für BASF-Wohnungen in Ludwigshafen: Verkauf wird geprüft
- Die BASF plant einen Teilverkauf von Wohnungsbeständen ihrer Tochtergesellschaft BASF Wohnen + Bauen GmbH (Archivbild)
- Foto: Uwe Anspach/dpa
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Ludwigshafen. Für Tausende Mieter in Ludwigshafen rückt eine Entscheidung über ihre Wohnungen näher. Der Chemiekonzern BASF prüft derzeit mehrere Kaufangebote für den Wohnungsbestand seiner Tochter BASF Wohnen und Bauen.
Nach Angaben des Unternehmens sind bis zum Abgabeschluss am Montag, 27. April mehrere Gebote eingegangen. Interessenten kommen sowohl aus der Region als auch aus anderen Teilen Deutschlands. Das Portfolio mit rund 3300 Wohnungen habe bei potenziellen Käufern deutliches Interesse geweckt, teilte ein Sprecher in Ludwigshafen mit.
Gespräche mit Interessenten im Mai geplant
Die eingegangenen Angebote werden nun geprüft. Erste vertiefte Gespräche mit möglichen Käufern sollen im Mai beginnen. Details zu den Bietern oder zu möglichen Kaufpreisen nannte BASF nicht.
Nach Unternehmensangaben spielen bei der Auswahl nicht nur wirtschaftliche Aspekte eine Rolle. Auch qualitative Kriterien werden berücksichtigt. Dazu gehört etwa, ob ein Investor den Wohnungsbestand langfristig und im Sinne der Stadtentwicklung bewirtschaften will.
Stadt Ludwigshafen bewirbt sich selbst um Wohnungen
Auch die Stadt Ludwigshafen hat Interesse an den Wohnungen. Oberbürgermeister Klaus Blettner informierte den Stadtrat darüber, dass sich die Kommune gemeinsam mit einem Konsortium rund um die kommunale Wohnbaugesellschaft GAG um den Kauf bewerben will.
Blettner betonte, der Verkauf sei mehr als ein reines Immobiliengeschäft. Es gehe um Verantwortung für gewachsene Nachbarschaften und für die Menschen, die dort leben. Die Stadt sei bereit, Verantwortung für den Bestand zu übernehmen.
BASF will sich stärker auf Kerngeschäft konzentrieren
Der Konzern hatte den geplanten Verkauf im Februar angekündigt. Das Wohnungsportfolio umfasst zwei Teile.
- Rund 1100 Eigentumswohnungen sollen einzeln verkauft werden.
- Etwa 3300 Wohnungen sollen als Gesamtpaket mit den Gebäuden an einen Investor gehen.
Für den Großteil des Bestands soll bis Anfang 2027 ein Käufer gefunden werden. Hintergrund ist die strategische Neuausrichtung des Unternehmens. BASF will sich stärker auf sein Kerngeschäft konzentrieren und die Wettbewerbsfähigkeit des Stammwerks in Ludwigshafen stärken.
Der geplante Verkauf stößt allerdings auch auf Kritik. Gewerkschaften und Vertreter der Landespolitik äußerten bereits Bedenken. Auch bei der Hauptversammlung des Dax-Konzerns am Donnerstag könnten Fragen dazu aufkommen. dpa/red
Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |