Geheimnisvolle Heimat
Forschungsprojekt über seltene Libellen an der Druslach

Helm-Azurjungfer
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Lustadt. Am Mittwoch entschied der Bau- und Umweltausschuss der Verbandsgemeinde Lingenfeld über ein Forschungsprojekt an der Druslach. Die Wissenschaftlerin Isabelle Immerschitt war an die Verbandsgemeinde herangetreten und hat erklärt, dass sie im Rahmen eines Promotionsvorhabens beim Bundesamt für Naturschutz im Fachgebiet FFH-Richtlinie/Natura 2000 ein Vorhaben zum Schutz der Helm-Azurjungfer, einer FFH-Libellenart durchführen möchte. Ein geeignetes Gewässer für dieses Vorhaben sei, so Immerschitt, die an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe studierte, die Druslach im Bereich zwischen dem Gelände des FC Lustadt und der „Lachenmühle“, da die seltene Libellenart dort bereits nachgewiesen werden konnte.

Forschungsgebiet Druslach zwischen dem Sportplatz des FC Lustadt und der Lachenmühle
  • Forschungsgebiet Druslach zwischen dem Sportplatz des FC Lustadt und der Lachenmühle
  • Foto: Heike Schwitalla
  • hochgeladen von Heike Schwitalla

Dort will sie nun verschiedene Pflegekonzepte erproben und damit herausfinden, welches sich am besten zum Erhalt der seltenen Libellenart eignet. Das Projekt startet noch 2021 und wird 2022, gegebenenfalls auch 2023, überprüft. Die SGD Süd hat dem Projekt bereits zugestimmt, befürwortet dieses sogar ausdrücklich. Und am Mittwoch hat nun auch der Bau- und Umweltausschuss der Verbandsgemeinde Lingenfeld die Durchführung des Forschungsprojekten einstimmig genehmigt. Zugestimmt hat das Gremium damit auch den Kosten in Höhe von rund 2.000 Euro, die auf die Verbandsgemeinde durch den neu entstehenden Reinigungs- und Mahdaufwand  an der Uferböschung einmalig zukommen.
Isabelle Immerschitt erläuterte dem Gremium ihr Vorhaben und erklärte, dass die Mahd der Uferböschung von nun an im Zeitraum von August bis Oktober stattfinden müsse, das sei für Flora und Fauna verträglicher als der bisherige Zeitpunkt zwischen Dezember und Februar. Die zusätzlichen Kosten entstehen dieses Jahr, da heuer bereits gemäht wurde und die Mahd im Augst erneut durchgeführt und der Grünschnitt danach abtransportiert werden muss. Der bisherige Zeitpunkt der Mahd falle in die Schon- und Laichzeit der Amphibien und auch für die Helm-Azurjungfer sei eine spätere Mahd besser, um allzu schnelles und großräumiges Nachwachsen zu vermeiden, soll der Grünschnitt im Idealfall abtransportiert werden. Das senke langfristig die Kosten wieder, da im Folgejahr weniger gemäht werden müsse, so Immerschitt. 
Zukünftig sollen dann immer vereinzelt Bereiche ungemäht bleiben - im jährlichen Wechsel, um der Libelle und anderen Insekten mehr Schutzraum zu bieten. Wichtig sei außerdem, dass immer gegen die Fließrichtung des Gewässers gemäht werde, das ermögliche Fischen, Amphibien und Insekten die Flucht vor dem Mähgerät.

Libellenart vom Aussterben bedroht

Die Helm-Azurjungfer gilt in Deutschland als stark bedroht und vom Aussterben gefährdet und ist europaweit eine der Libellenarten mit dem höchsten Schutzstatus. Umso beeindruckender, dass Isabelle Immerschitt die Helm-Azurjungfer an besagtem Abschnitt der Druslach bereits nachgewiesen hat. Um sie dort zu erhalten, hat sie nun Pflegekonzepte entwickelt, die sie im Rahmen ihrer Forschungsarbeit erprobt. Das Insekt mag keine Beschattung und liebt die Sonne, andererseits benötigen die Larven, die sich bevorzugt in kleinen Fließgewässern aufhalten, im Wasser Pflanzen, um zu überleben - auch ihre Eier legt diese Libellenart in die Pflanzen an und im Gewässer ab. Was ihren Lebensraum betrifft, sei die Helm-Azurjungfer recht wählerisch - die „Diva unter den Libellen“ - erklärte Immerschitt dem Gremium. Das Tier halte sich bis zu zwei Jahre als Larve im Wasser auf und fliege nur für rund vier Wochen vor seiner Paarungszeit. Immerschitt hat deshalb ein Mahd-Konzept für den Bereich der Druslach erarbeitet, das den Bedürfnissen der Libellenart entgegenkommt. Basierend auf den Ergebnissen ihrer Untersuchungen soll später ein Leitfaden entstehen, der die Belange aus der Praxis der Gewässerunterhaltung und ihrer ökologischen Forschung kombiniert.

Info

Wer Flora und Fauna an der Druslach erkunden möchte, dem sei der "Bacherlebnisweg Druslach" empfohlen, der sich auch für einen Familienausflug mit Kindern hervorragend eignet.

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Autor:

Heike Schwitalla aus Germersheim

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