Grundschulen und Kitas bleiben noch geschlossen
Kretschmann: Maßnahmen gelten faktisch bis zum 21. Februar

  • Foto: Staatsministerium
  • hochgeladen von Jo Wagner

Das Statement des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann ist deutlich: Das Auftreten einer Virusmutante in einer Kita in Freiburg hat die Situation für eine mögliche stufenweise Öffnung von Grundschulen und Kitas grundlegend geändert. Daher bleiben sie zunächst bis zu den Fastnachtsferien geschlossen.

Es war nicht nur bei zwei Kindern eine südafrikanische Virusmutante nachgewiesen worden, sondern auch bei mindestens 18 weiteren Kindern sowie Erziehern. „Damit müssen wir feststellen, die Mutanten stehen nicht mehr nur vor der Tür. Sie sind bereits da“, so Kretschmann. „Bislang zeigen die Sequenzierungen, also die Untersuchung, mit welchem Virus sich positiv getestete Menschen angesteckt haben, dass zwischen zwei bis drei Prozent der Neuinfizierten von der mutierten Variante infiziert wurden. Das klingt nach wenig, kann aber sehr schnell steigen, wenn wir nicht aufpassen.“

Damit werde das Virus ein noch stärkerer Gegner als die bisherigen Varianten. „Wir müssen uns deshalb noch strikter an die bestehenden Maßnahmen halten, damit die Infektionszahlen weiter sinken“, so Kretschmann. Jede Diskussion um bevorstehende Lockerungen sei damit erstmal gegenstandslos geworden, machte Kretschmann klar.

Schwierige Abwägung
Seine Gründe, die ihn bewogen haben, eine vorsichtige und schrittweise Öffnung der Schulen anzustreben, seien nicht hinfällig geworden sind. „Ich sehe ja, welche Auswirkungen die Schließung von Schulen und Kitas auf die Kinder und ihre Familien haben, dass Kinder leiden, weil sie ihre Freunde nicht mehr sehen können und ihre Spielkameraden nicht mehr kommen und ein Teil der Kinder im Unterricht nicht mehr so gut mitkommt“, erklärte Kretschmann sich. Distanzunterricht und Homeoffice unter einen Hut zu bringen, das sei nervenaufreibend auch für die Eltern. Daher wollte man die Kitas und Grundschulen Anfang Februar behutsam öffnen. Durch das Auftreten der Variante sei diese Absicht aber hinfällig geworden.

Notbetreuung nur bei wirklichen Bedarf in Anspruch nehmen
Ein Thema ist allerdings das "Ausnutzen" der Notbetreuung: „Für Schulen und Kitas gelten die bisherigen Maßnahmen bis zum 15. Februar fort. Da ab dem 15. Februar an den meisten Schulen aufgrund der beweglichen Ferientage Fastnachtsferien sein werden, gelten die Maßnahmen faktisch bis zum 21. Februar“, umriss Kretschmann das weitere Vorgehen bei den Grundschulen und Kitas. Es gibt bis dahin keinen Präsenzunterricht, die Grundschulen und Kitas bleiben geschlossen. Die Notbetreuung wird weiterhin angeboten. Kretschmann appellierte aber nochmal an die Eltern, die Notbetreuung nur in Anspruch zu nehmen, wenn man keine andere Möglichkeit habe.

Das Land werden die Zahl der Schnelltests an Schulen und Kindergärten forcieren und die Teststrategie im Land so überarbeiten, dass auch andere Berufsgruppen, die in deren Alltag viele Kontakte haben, intensiver getestet werden. Dazu würden Lehrer an  Grundschulen für die Notbetreuung in den kommenden Tagen weiter mit FFP2-Masken ausgestattet. Es sei klar, dass man Schulen und Kindertageseinrichtungen nicht dauerhaft schließen könne. Man müsse auch mit der Virusmutante umgehen lernen, so Kretschmann. Zunächst müsse man aber mehr über die Verbreitung herausfinden. Daher strebe das Land an, alle positiven PCR-Test auf mögliche Mutationen zu überprüfen.

Infos: https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/

Autor:

Jo Wagner

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