Karlsruhe führt Nextbike fort aber senkt den Zuschuss deutlich
- Ein Leihrad per App ausleihen und die letzten Meter durch Karlsruhe fahren: Das Nextbike-Angebot soll bleiben, der städtische Zuschuss sinkt aber deutlich.
- Foto: Stadt Karlsruhe, Roland Fränkle (Archiv)
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Karlsruhe. Wer in der Stadt spontan ein Leihrad braucht, soll auch in den kommenden Jahren weiter bei Nextbike einsteigen können. Der Gemeinderat hat beschlossen, das Fahrradverleihsystem fortzuführen und dafür einen neuen Vertrag mit dem Karlsruher Verkehrsverbund abzuschließen.
Der KVV will die Vergabe des Fahrrad-Verleihsystems ab März 2027 ausschreiben und damit die Weichen für die nächsten sechs Jahre stellen. Gleichzeitig hebt der Gemeinderat den Sperrvermerk auf, den er im Doppelhaushalt für den Zuschuss zum Bike-Sharing gesetzt hatte.
Zuschuss sinkt auf 75.000 Euro pro Jahr
Die Stadt plant künftig einen Zuschuss von 75.000 Euro pro Jahr. Das liegt deutlich unter den bisherigen Zuwendungen, die zuletzt bei 270.000 Euro jährlich lagen. Für die Neuregelung stimmten Grüne, SPD, Volt, KAL und Die Linke sowie die Einzelstadträte Max Braun (Die Partei) und Friedemann Kalmbach (FÜR). Dagegen votierten CDU, AfD und FDP/FW.
In der Debatte ging es vor allem um die Kosten und um die Frage, welche Rolle das Bike-Sharing im Mobilitätsmix spielt. Bettina Meier-Augenstein (CDU) nannte Nextbike „sicherlich eine schöne Ergänzung“ zu den Angeboten des KVV, begründete die Ablehnung ihrer Fraktion aber mit der finanziellen Belastung. Auch Dr. Stefan Noé (FDP) verwies auf die Kosten und kritisierte den Beschluss als „einseitige Bevorzugung des Fahrrad-Sharings“. Ceren Akbaba (Grüne) hielt dagegen und bezeichnete die Leihräder als „Standortfaktor, der die Stadt für junge Menschen attraktiver macht“. Sibel Uysal sah in Nextbike einen „wichtigen Baustein des Mobilitätskonzepts“ und betonte, nachhaltige Mobilität stehe dadurch „im Alltag einfach und unkompliziert“ zur Verfügung. Fabian Gaukel (Volt) verwies darauf, dass die Stadt Zuschüsse brauche, damit auch Randgebiete ausreichend versorgt werden. Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup sagte dazu: „Wenn wir das fortsetzen möchten, müssen wir einen Eigenbeitrag leisten“. Außerdem sollten die Fahrräder nicht wie E-Scooter dem freien Markt überlassen werden. Mentrup hofft, dass auch Nachbarkommunen bei der Fortsetzung von Nextbike mitziehen. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, soll der neue Vertrag mit dem KVV jetzt vorbereitet werden.
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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