Erfolge, Wandel und Zukunftsperspektiven im Karlsruher "Tollhaus"
- Das neue Führungs-Trio des "Tollhaus" (v.l.); Geschäftsführer Sebastian Bau, dazu die beiden neuen Kollegen in der Geschäftsführung, Maíra Wiener und Daniel Geiger
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Karlsruhe. Gut besucht und mit Einblicken ins Programm hat das Karlsruher Kulturzentrum "Tollhaus" seinen Jahresempfang begangen, dabei zugleich auf ein intensives Jahr 2025 zurückgeblickt, sowie kommende Projekte vorgestellt.
313 Kulturveranstaltungen im Jahr 2025
Sebastian Bau und Maíra Wiener präsentierten zentrale Kennzahlen, Highlights sowie Entwicklungen des vergangenen Jahres - mit stolzen 313 Kulturveranstaltungen im und rund um das "Tollhaus". Neben etablierten Formaten wie "Zeltival", "Ausgeschlachtet" und "Atoll" wurden auch neue Programmpunkte wie "Bauernmarkt" oder "Wundertüte" hervorgehoben - trotz einer angespannten kulturpolitischen Lage. Erfreulich: Über 139.000 Besucherinnen und Besucher kamen zu den Veranstaltungen in den Karlsruher Osten. Interessant dabei, dass rund 40 Prozent der Besucher aus der Stadt Karlsruhe kommen, 20 Prozent aus dem Landkreis - der Rest aus dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland. Einblicke hinter die Kulissen des "Tollhaus" gab Daniel Geiger; ob technische Instandhaltungen wie die Sanierung der Dachträger im großen Saal, neue Website, externe Vermietungen (auch an Firmen), Betriebsveranstaltungen, künstlerische Residenzen oder neue Formate.
Eindrucksvolles Programm
Eine Videobotschaft des deutsch-iranischen Künstlers Mehrdad Zaeri, der auf seine am 22. April zusammen mit seiner Schwester stattfindende, politisch brandaktuelle Lesung aus persönlichen Briefen einer iranischen Schriftstellerin hinwies, sowie einer dieser Briefe als Vorgeschmack, leitete den Ausblick auf das kommende Programm ein. „Wir finden es wichtig, mit unserem Veranstaltungen auch zum Nachdenken anzuregen“, so Bau. Ein besonderer Fokus liege in diesem Jahr auf Nachhaltigkeit - unter anderem mit dem "Green Culture Festival", das am 9. und 10. Juni im "Tollhaus" stattfindet.
Angesichts steigender Kosten und unsicherer Förderstrukturen betonten die Geschäftsführer erneut die kulturpolitischen Herausforderungen - und auch den Willen, die Eintrittsgelder nur moderat anpassen zu wollen. Initiativen wie der "Live Music Fund" sowie Spenden- und Unterstützungsmodelle gewinnen dabei weiter an Bedeutung. „Wir haben noch keinen Grund, super pessimistisch zu sein, aber das Thema treibt uns um“, so Bau. Dennoch sei beim Blick in die Zukunft auch künftig im "Tollhaus" Platz für Pläne und Visionen.
Weitere Informationen unter: www.tollhaus.de
Autor:Jo Wagner |