Neue Hoffnung bei Demenz: Hochschule KL entwickelt Biosensoren für frühe Diagnostik
- Schematische Darstellung eines MXen-basierten elektrochemischen Biosensors
- Foto: Hochschule KL/KI-generiert
- hochgeladen von Ralf Vester
Kaiserslautern. Die Hochschule Kaiserslautern arbeitet an einer neuen Technologie, die Demenzerkrankungen künftig früher und deutlich einfacher erkennen könnte. Für das Forschungsprojekt „MeXenz“ erhält die Hochschule rund eine Million Euro Fördermittel vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.
Das Projekt startet Anfang 2027 und läuft über vier Jahre. Ziel ist die Entwicklung neuartiger Biosensoren, die Demenz-Biomarker schnell und möglichst ohne belastende Untersuchungen nachweisen können.
Demenzdiagnostik direkt in Arztpraxen möglich?
Geleitet wird das Projekt von Prof. Dr. Alexey Tarasov gemeinsam mit der Neurobiologin Prof. Dr. Kristina Endres. Das Forschungsteam setzt auf sogenannte MXene – spezielle Nanomaterialien mit besonders guten elektrischen Eigenschaften.
Die Sensoren sollen mehrere Biomarker gleichzeitig erkennen und so helfen, unterschiedliche Demenzformen frühzeitig zu unterscheiden. Langfristig könnte daraus ein sogenanntes Point-of-Care-System entstehen: eine unkomplizierte Untersuchung direkt in Arztpraxen oder Pflegeeinrichtungen.
„Die frühe Diagnose neurodegenerativer Erkrankungen gehört zu den größten Herausforderungen der modernen Medizin“, erklärt Professor Tarasov. Ziel sei es, Diagnosen schneller, einfacher und für Patientinnen und Patienten deutlich angenehmer zu machen.
Forschungsteam setzt auf Nanotechnologie
Die neuen Sensorsysteme werden im Projekt auch mit biologischen und klinischen Proben getestet. Gleichzeitig soll MeXenz junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den Bereichen Biosensorik, Nanotechnologie und Demenzforschung fördern.
Die Hochschule Kaiserslautern baut damit ihre Forschung in Medizintechnik und innovativer Diagnostik weiter aus. Bereits zuvor arbeiteten die beteiligten Forschenden gemeinsam an internationalen Projekten zur Biosensorik und neurodegenerativen Erkrankungen. [red]
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.