Kulturpreis 2026: Warum Kaiserslautern Jörg Heieck auszeichnet
- Im vergangenen Jahr wurde Erika Klos (Zweite von links) – auf dem Foto mit Manfred Schulz (von links), Reinhold Gondrom und Christoph Dammann – damit geehrt
- Foto: Stadt Kaiserslautern/gratis
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Kaiserslautern. Der Kulturpreis Kaiserslautern 2026 geht an den Fotografen Jörg Heieck – entschieden hat das der Kulturausschuss am Mittwoch, 28. Mai, einstimmig.
Der Künstler wurde von einer ganzen Reihe von Lautrer Bürgerinnen und Bürger vorgeschlagen, dabei etliche Kollegen, Künstler und Kulturschaffende.
Juryentscheidung und Begründung
„Mit der Verleihung des Kulturpreises Kaiserslautern an Dr. Jörg Heieck würdigen wir einen profilierten Künstler mit besonderer Perspektive auf unsere Stadt und Region und auch die Bedeutung des Genres der Fotografie im kulturellen Schaffen unserer Stadt,“ so Bürgermeister und Kulturdezernent Manfred Schulz.
Heiecks Arbeit und Bezug zu Kaiserslautern
Jörg Heieck, geboren 1964 in Münster und aufgewachsen in Otterbach, ist Künstler und promovierter Physiker. Er studierte Physik, Mathematik und Philosophie in Frankfurt und Edinburgh, finanziert mit Jazz und Bierzeltmusik. Als Wissenschaftler war er mehrere Jahre für Agfa, Kodak und das ITER Kernfusionsprojekt der Europäischen Kommission in Italien tätig, 1995 wurde er mit dem ITEK Award der amerikanischen Gesellschaft für Imaging Science ausgezeichnet. Heieck ist Vater zweier erwachsener Kinder und lebt in Kaiserslautern. Dort lehrt er Physik und Photographie.
Fotograf, Physiker und Kulturvermittler
Seine internationale Anerkennung spiegelt sich in Ausstellungen und Projekten im In- und Ausland wider. Jörg Heieck repräsentiert Kaiserslautern auf eine Weise, die authentisch und zugleich künstlerisch anspruchsvoll ist. Als Künstler und promovierter Physiker verbindet er wissenschaftliche Tiefe mit künstlerischer Brillanz – eine seltene Kombination, die sein fotografisches Werk ebenso auszeichnet wie sein unermüdliches kulturelles Engagement in der Stadt und der Region.
Heieck hat die Stadt Kaiserslautern und die Pfalz wie kaum ein anderer Fotokünstler in Bild und Buch festgehalten. Bereits 1993 erschien mit „Himmelreich - Bilder aus der Pfalz" sein erster Bildband über die Heimatregion. 2006 widmete das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern seiner Landschaftsfotografien eine Ausstellung, zu der der Katalog Lauterland" erschien. Es folgten weitere Bildbände, darunter 2010 „Kaiserslautern. Ansichten" sowie der Ausstellungskatalog „150 Jahre Pfaff – von Kaiserslautern in die Welt".
Kaiserslautern und die Pfalz im Fokus seiner Arbeiten
Mit reduzierten Schwarzweiß-Fotografien stellte Heieck abseits bekannter Postkartenmotive Fragen zum Stadtbild Kaiserslauterns, zum architektonischen Selbstverständnis und der zukünftigen Entwicklung einer Stadt am Ende des Industriezeitalters. Aktuell entsteht ein weiterer Bildband zum 750-jährigen Stadtjubiläum 2026, der historische Stadtansichten aus den 1980er Jahren in einen fotografischen Dialog mit aktuellen Aufnahmen von Heieck setzt, gedacht als langfristiges Zeitdokument.
Heiecks Arbeiten wurden vielfach im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern ausgestellt, zuletzt 2016 daneben im Stadtmuseum (Theodor-Zink-Museum | Wadgasserhof) sowie in der Fruchthalle. Im Rahmen der „Lange Nacht der Kultur“ zeigte er in der Fruchthalle eine großformatige Projektion seiner „Blur"-Fotografien – einer Werkreihe, die Heisenbergs Unschärferelation und die Raumzeit als bildnerische Leitideen nutzt.
Seine Ausstellungstätigkeit reicht weit über Kaiserslautern hinaus: Stationen umfassen unter Anderem die Kunsthalle Mannheim, das Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen, die Landesvertretung Rheinland-Pfalz in Berlin sowie internationale Ausstellungsorte in Ägypten, Uruguay, Kroatien und dem Libanon. Seine Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen.
Engagement für Kunst und Kultur in der Region
Seit mehreren Jahren betreibt und kuratiert Heieck den Brownian Motion Art Space in Kaiserslautern, in dem er internationale Fotokünstlerinnen und Fotokünstler ausstellt und sich in regionalen Kulturprojekten engagiert. Mit dieser selbst initiierten Galerie schafft er einen Ort des Austauschs, die internationale zeitgenössische Fotokunst in die Stadt bringt und Kaiserslautern auf der künstlerischen Landkarte sichtbar macht. Darüber hinaus hat er mehrere Gruppenausstellungen zur Fotografie in Kaiserslautern kuratiert und organisiert und trägt damit aktiv zur Vernetzung der lokalen und überregionalen Kunstszene bei.
Als Gründungsmitglied und Aktivist beim Kulturwerk Pfaff setzt Heieck sich für die nachhaltige kulturelle Entwicklung des ehemaligen Industrieareals ein.
Mit 3000 Euro dotierter Kulturpreis
Mit dem von Kulturreferatsleiter Christoph Dammann initiierten Preis sollen hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Produktion oder Präsentation der Bildenden Künste, der Darstellenden Künste/Theater und Tanz, der Literatur und Musik anerkannt werden, die entweder durch die Person des Preisträgers oder durch das Werk in einem Zusammenhang mit dem kulturellen Leben der Stadt Kaiserslautern stehen. Der Preis kann sowohl an natürliche Personen als auch an juristische Personen und Personengruppen oder Institutionen verliehen werden, die nicht regelmäßig mit öffentlichen Mitteln gefördert werden.
Der Preis wird jährlich vergeben und ist mit 3000 Euro dotiert, davon 1500 Euro aus dem Kulturetat und 1500 Euro von der Sparkassenstiftung - Kunst und Kultur. Jede Bürgerin/jeder Bürger der Stadt Kaiserslautern hat das Recht, mögliche Preisträgerinnen/Preisträger, die auszeichnungswürdige kulturelle Leistungen vollbracht haben, vorzuschlagen.
Bisherige Preisträger waren Sigrid Wack, Wolfgang Marschall, die Künstlerwerkgemeinschaft, der Verein für Baukultur und Stadtgestaltung, Michael Halberstadt und Erika Klos. red
Autor:Monika Klein aus Kaiserslautern |
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