Kultur auf Rezept aus Kaiserslautern wird bei Charité-Kongress Thema
- Kulturangebote als Teil der Behandlung: Das Projekt „Kultur auf Rezept“ verbindet medizinische Versorgung und kulturelle Teilhabe in Kaiserslautern
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Kaiserslautern. Das Modellprojekt „Kultur auf Rezept“ aus Kaiserslautern bekommt eine Bühne auf Bundesebene: Christoph Dammann, Direktor des Kulturreferats der Stadt Kaiserslautern, stellt das Projekt am Donnerstag, 17. September, beim Kongress „Social Prescribing (soziale Verschreibung)“ der Charité in Berlin vor.
Dabei geht es um einen Ansatz, der medizinische Versorgung und kulturelle Teilhabe zusammenbringt. Depressive Patientinnen und Patienten erhalten individuell ausgewählte Kulturangebote, die von der „Link-Workerin“ Sabrina Roth vermittelt und begleitet werden.
So funktioniert „Kultur auf Rezept“
Das Projekt entwickelte das Kulturreferat gemeinsam mit dem Westpfalz-Klinikum. Ziel ist es, kulturelle Teilhabe als ergänzenden Bestandteil eines gesundheitlichen Versorgungsprozesses zu erproben.
Gefördert wird „Kultur auf Rezept“ durch die Bundeskulturstiftung sowie das Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration Rheinland-Pfalz (nun Ministerium für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur). Laut Stadt liegen erste Ergebnisse vor, die „vielversprechend“ seien und in Kürze publiziert werden.
Stimmen aus Kaiserslautern und dem Westpfalz-Klinikum
Bürgermeister und Kulturdezernent Manfred Schulz ordnet die Einladung nach Berlin so ein: „Es ist eine große Ehre für Kaiserslautern, dass unser Projekt bei einem Kongress der Charité vorgestellt wird. Das zeigt, dass die Verbindung von Kultur und Gesundheit weit über unsere Region hinaus auf Interesse stößt. Darauf können wir als Kulturstadt stolz sein.“ Nach seinen Angaben gab es zudem bereits mehrere Nachfragen aus anderen interessierten Städten bundesweit.
Die medizinische Studienleitung liegt bei Chefärztin Janina Geib von der Psychosomatischen Klinik des Westpfalz-Klinikums. Sie sagt: „Zur Entlastung bestehender Engpässe in der psychiatrischen Versorgung weist unsere Pilotstudie auf ‚Social Prescribing‘ als vielversprechenden Ansatz hin. Die hohe Akzeptanz und die durchweg positive Resonanz der Teilnehmenden unterstreichen dessen großes Potenzial als wertvollen Baustein im Gesundheitssystem.“
Auch Christoph Dammann betont die Zusammenarbeit und die nächsten Schritte: „Die ersten Ergebnisse zeigen, dass unser Modell funktioniert. Das Projekt wäre ohne die hervorragende Arbeit von Janina Geib und Sabrina Roth und die enge Verbindung von medizinischer und kultureller Expertise nicht möglich gewesen. Die Einladung nach Berlin ist für mich deshalb vor allem eine Anerkennung dieser gemeinsamen Arbeit – und eine Chance, die Erfahrungen aus Kaiserslautern in eine bundesweite Diskussion einzubringen.“
Mittelfristig soll die in England im National Health System seit Jahren genutzte „soziale Verschreibung“ und „Kultur auf Rezept“ auch in die medizinische Versorgung integriert werden; dazu gebe es Anfragen aus anderen Städten sowie Kontakte zu Krankenkassen und in die Gesundheitspolitik. red
Autor:Monika Klein aus Kaiserslautern |
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