Katastrophenschutzübung im Westpfalz-Klinikum: Plötzlich wird aus der Übung Ernst
- Bei einer Katastrophenschutzübung trainierte das Westpfalz-Klinikum den Umgang mit einem Massenanfall von Verletzten. Das Foto zeigt die Triage einer Patientin in der Zentralen Notaufnahme
- Foto: Westpfalz-Klinikum
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Kaiserslautern. Viele Verletzte gleichzeitig, volle Notaufnahme und hoher Zeitdruck: Das Westpfalz-Klinikum hat am Samstag, 5. September, für den Ernstfall trainiert. Doch während der Katastrophenschutzübung wurde das Szenario plötzlich Realität: Die Übung musste unterbrochen werden, weil das Klinikum tatsächlich Verletzte eines Wohnungsbrandes versorgen musste. Danach ging das Training weiter.
Wenn plötzlich viele Verletzte gleichzeitig eintreffen
Im Szenario ging es um ein Schadensereignis im Stadtgebiet. Nach einer Schlägerei zwischen mehreren Personengruppen bricht eine Massenpanik aus, bei der viele Menschen verletzt werden und in kurzer Zeit medizinische Hilfe brauchen.
Im Mittelpunkt standen die Sichtung der Verletzten, ihre Versorgung in der Zentralen Notaufnahme sowie die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Bereichen. Auch die Kommunikation und Koordination durch Krankenhauseinsatzleitung und Krisenstab spielte eine zentrale Rolle. Wie das Westpfalz-Klinikum mitteilt, trafen dabei unterschiedlich schwer verletzte Menschen gleichzeitig ein. Darunter waren sowohl Patienten, die der Rettungsdienst brachte, als auch gehfähige Betroffene, die selbst in die Notaufnahme kamen.
Matthias Moritz, Leiter der Krankenhaus-Einsatzleitung, sagt: „Bei einem Massenanfall von Verletzten zählt jede Minute. Dann müssen viele Menschen gleichzeitig wissen, was zu tun ist, und sich darauf verlassen können, dass die Abläufe funktionieren. Genau deshalb sind solche Übungen so wichtig. Sie bringen uns an unsere Grenzen, schaffen wichtige Erfahrungen und geben uns die Sicherheit, im Ernstfall richtig zu reagieren“.
Dann wird aus der Übung plötzlich Realität
Während des Trainings wurde ausgerechnet ein Teil des Szenarios kurz Realität. Die Übung musste unterbrochen werden, weil das Klinikum tatsächlich Verletzte eines Wohnungsbrandes versorgen musste. Danach setzte das Team das Training fort.
Prof. Dr. med. Alexander Hofmann, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Handchirurgie am Westpfalz-Klinikum, sagt: „Dieser Moment hat uns allen vor Augen geführt, wie nah Übung und Realität beieinanderliegen. Wir trainieren solche Szenarien, damit wir vorbereitet sind – und plötzlich müssen wir das Erlernte tatsächlich anwenden. Gerade dann zeigt sich, wie wichtig eingespielte Abläufe, klare Zuständigkeiten und ein vertrauensvolles Miteinander sind“.
Auch bereits aufgenommene Patienten im Blick
Ein weiterer Schwerpunkt war die Frage, wie das Klinikum in so einer Lage zusätzliche Verletzte versorgen kann, ohne die Behandlung der bereits aufgenommenen Patienten aus dem Blick zu verlieren. Prof. Dr. med. Stefan Hofer, Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Intensiv-, Notfallmedizin und Schmerztherapie in Kaiserslautern, betont die Bedeutung regelmäßiger Übungen für sichere Abläufe unter Zeitdruck.
Moritz erklärt dazu: „Bei einer solchen Lage geht es nicht nur darum, möglichst viele zusätzliche Patienten aufzunehmen. Wir müssen gleichzeitig dafür sorgen, dass die Menschen, die bereits bei uns sind, weiterhin gut und sicher versorgt werden. Das erfordert ein hohes Maß an Organisation und Kommunikation“.
Externe Partner unterstützen das Klinikum
An der Übung beteiligten sich zahlreiche Mitarbeitende aus verschiedenen Berufsgruppen und Bereichen des Klinikums. Hinzu kamen externe Partner und Hilfsorganisationen wie Arbeiter-Samariter-Bund und Malteser Hilfsdienst, die als Ressourcen durch die Berufsfeuerwehr zur Verfügung gestellt wurden. Außerdem begleiteten Beobachter von Polizei, Rettungsdienstbehörde, Technischem Hilfswerk, Bundeswehr und Berufsfeuerwehr sowie weitere externe Experten aus dem Netzwerk "Massenanfall von Verletzten" (MANV) die Übung.
Nach dem Abschluss wertet das Klinikum die Erfahrungen und Beobachtungen nun aus. Ziel ist es, Strukturen und Abläufe weiter zu verbessern. red/lmo
Autor:Monika Klein aus Kaiserslautern |
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