Interkulturelle Woche 2026 in Kaiserslautern: Diese besondere Meile erzählt die Geschichte der Stadt
- Begegnung, Musik, internationale Küche und ein ungewöhnlicher Blick auf 750 Jahre Stadtgeschichte: Kaiserslautern beteiligt sich auch 2026 an der bundesweiten Interkulturellen Woche.
- Foto: Ökumenischer Vorbereitungsausschuss zur Interkulturellen Woche
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Kaiserslautern. Begegnung, Musik, internationale Küche und ein ungewöhnlicher Blick auf 750 Jahre Stadtgeschichte: Kaiserslautern beteiligt sich auch 2026 an der bundesweiten Interkulturellen Woche. Vom 19. September bis 4. Oktober laden zahlreiche Vereine, Organisationen und Einrichtungen zu Veranstaltungen ein. Weitere Angebote folgen auch über den offiziellen Aktionszeitraum hinaus.
Organisiert wird das Programm vom Netzwerk Migration und Integration von Stadt und Landkreis Kaiserslautern gemeinsam mit dem Integrationsbüro und dem Citymanagement der Stadt Kaiserslautern.
Rund um die Stiftskirche wird Geschichte lebendig
Den traditionellen Auftakt bildet am Samstag, 19. September, von 11 bis 17 Uhr der „Markt der Begegnung“ in der Innenstadt rund um die Stiftskirche. Zahlreiche Vereine und Akteure aus der Integrationsarbeit stellen dort ihre Arbeit vor, informieren über ihre Angebote und laden zum persönlichen Austausch ein.
Auf der Bühne gibt es Tanz- und Gesangsbeiträge. Ein besonderer Höhepunkt ist der Auftritt der Band „Shaian“. Das interkulturelle Bandprojekt aus Kaiserslautern entwickelte sich vor zehn Jahren zu einer professionellen Combo und kommt anlässlich des Stadtjubiläums noch einmal für einen gemeinsamen Auftritt auf der Bühne zusammen.
Eine Besonderheit gibt es im Jubiläumsjahr „750 Jahre Kaiserslautern“ auch rund um den Markt selbst: Er wird zur „Meile der Migrationsgeschichte“. Dabei richtet sich der Blick auf die Geschichte Kaiserslauterns und darauf, welchen Einfluss Zu- und Abwanderung über die Jahrhunderte auf die Entwicklung der Stadt hatten.
Rund um die Stiftskirche können die Besucher einen historischen Zeitstrahl entdecken. QR-Codes und vor Ort bereitgestellte Monitore geben an verschiedenen Stationen Einblicke in unterschiedliche Epochen der Stadtgeschichte. In Zusammenarbeit mit Dr. Klesmann vom Stadtmuseum und Kuzmin von der RPTU wurden bedeutende Zeitabschnitte visualisiert, die von größeren Zu- und Abwanderungsbewegungen geprägt waren.
Die „Meile der Migrationsgeschichte“ zeigt damit, dass Migration ein fester Bestandteil der 750-jährigen Geschichte Kaiserslauterns ist. Menschen kamen aus unterschiedlichen Gründen in die Stadt, andere verließen ihre Heimat und suchten andernorts neue Perspektiven. Spuren dieser Entwicklungen sind bis heute unter anderem in Familien- und Straßennamen zu finden.
Von Erzählstunde und Boule bis zum internationalen Brunch
Nach dem Auftakt geht die Interkulturelle Woche mit einem vielseitigen Programm weiter. Am 22. September von 18 bis 20 Uhr lädt die Deutsche Angestellten-Akademie (DAA) in der Richard-Wagner-Straße 1 zu einem Workshop rund um die Gründung gemeinnütziger Vereine ein.
Am 23. September um 17 Uhr folgt im Foyer der Gemeinschaftsunterkunft Post des DRK am Guimaraes-Platz 5 eine Erzählstunde mit der Autorin und Sozialpädagogin Mehrnousch Zaeri-Esfahani. Unter dem Titel „Integration – Wer? Wofür? Und für wen?“ erzählt sie eine wahre Geschichte über zwei Frauengenerationen.
Das Mehrgenerationenhaus in der Kennelstraße 7 lädt am 24. September um 17 Uhr zum „Miteinander – Begegnungscafé für Menschen unterschiedlichen Glaubens“ ein. Einen Tag später, am 25. September ab 16 Uhr, steht am Boule-Platz an der Beach-Bar, Willy-Brandt-Platz 2, ein Internationales Boule-Turnier des Integrationsbüros auf dem Programm. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung unter integration@kaiserslautern.de wird erbeten.
Kreativ wird es am 26. September um 12 Uhr beim Akademischen Bildungszentrum ABZ e. V. in der Rummelstraße 9–11. Unter dem Motto „Jubiläum voller Farben und Flossen“ können Kinder ab sechs Jahren und Erwachsene an einer offenen Malstunde mit der Künstlerin Syniavska teilnehmen.
Gleich zwei Veranstaltungen gibt es am 27. September: Ab 11 Uhr lädt der Vielfalter e. V. in der Pirmasenser Straße 44a zum interkulturellen Brunch mit internationalen Köstlichkeiten ein. Spenden sind willkommen. Um 18 Uhr zeigt das Union-Studio für Filmkunst in der Kerststraße 24 die Tragikomödie „The Wedding Banquet“ über gesellschaftliche Erwartungen, Queerness und kulturelle Identität. Eine Einführung gibt Dr. Sun-Ju Choi. Der Eintritt ist frei. Zwei kostenlose Eintrittskarten pro Person können ab sieben Tage vor der Veranstaltung zu den Öffnungszeiten an der Kinokasse abgeholt werden, Restkarten gibt es an der Abendkasse.
Auch nach dem offiziellen Aktionszeitraum geht das Programm weiter. „DunkelBunt – Theaterpädagogik und politische Bildung, die bewegt!“ präsentiert am 9. Oktober um 18 Uhr im Jugendzentrum in der Steinstraße 47 „Heimats Spuren – Heimat, Zugehörigkeit und Erinnerung“. Das Theaterspiel beschäftigt sich mit persönlichen Fluchtwegen und Erfahrungen und wird gemeinsam mit Menschen aufgeführt, die diese selbst erlebt haben. Der Eintritt ist frei.
Eine zweite Aufführung folgt am 23. Oktober um 22 Uhr im Pfalztheater Kaiserslautern im Rahmen der „Spätschicht Vol. 67 persönlich: Heimats Spuren“. Menschen mit unterschiedlichen Fluchterfahrungen teilen dabei ihre persönlichen Geschichten. Tickets sind im Vorverkauf beim Pfalztheater sowie an der Abendkasse erhältlich. [red]
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |
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