Ehrenamt gegen digitale Ausgrenzung: Projekt Dig-Id startet in KL
- Vermittelt in den Kursen Wissen rund ums Internet und ist Ansprechpartner für das Projekt Dig-Id: Horst Hamacher vom Seniorennetzwerk Kaiserslautern
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Kaiserslautern. Ohne Smartphone oder Internet geht im Alltag kaum noch etwas. Das Senioren Netzwerk Kaiserslautern unterstützt mit dem Projekt Dig-Id ältere Menschen beim Einstieg in die digitale Welt.
Von Monika Klein
Auf die Schnelle einen Termin online vereinbaren, mit der App beim Einkaufen sparen, Bankgeschäfte mit dem Smartphone erledigen und ein Foto an die Lieben schicken: Wer heutzutage nicht digital unterwegs ist, der ist ausgeschlossen, abgehängt und muss oft auch Nachteile in Kauf nehmen. Betroffen davon sind vor allem ältere Mitbürger – ihnen nimmt sich das Senioren Netzwerk Kaiserslautern (SeNeKL) unter anderem mit dem auf drei Jahre angelegten Projekt "Digitale Identität für alle Senioren" (Dig-Id) an.
Projekt Dig-Id richtet sich an Einsteiger ohne Vorkenntnisse
Dig-Id richtet sich an Senioren, die bis dato mit Internet, Smartphone und Tablet nichts am Hut haben und die in der digitalen Welt bislang nicht existieren. Sie können sich an die haupt- und ehrenamtlichen Berater in täglichen Sprechstunden wenden, um ihre Anliegen im Internet zu tätigen. Eigene Geräte benötigen sie nicht, da 14 Smartphones und sechs Tablets genutzt werden können. Sollte ein eigenes Gerät zur Verfügung stehen, kann es mitgebracht werden.
Die Berater legen E-Mail-Adressen und Accounts an, um beispielsweise Nachrichten verfassen oder Bestellungen online tätigen zu können. Sie erläutern, wie ein Foto aufgenommen und verschickt wird, oder erstellen ein Profil in sozialen Netzwerken und Messenger-Diensten, um den Austausch mit Familie und Freunden zu ermöglichen.
Unterstützung durch ehrenamtliche Senioren
Dass es sich bei den Beratern selbst um Senioren handelt, sieht Horst Hamacher als Vorteil an. "Die Hemmschwelle ist geringer und es fällt leichter, Fragen zu stellen", sagt er. Hamacher ist Mitglied im Seniorenbeirat der Stadt Kaiserslautern und im Vorstand des SeNeKL. Außerdem ist er einer der Digitalbotschafter, die in einem Raum im Untergeschoss der Mall "K in Lautern" bei Problemen mit Tablet, Handy oder Laptop weiterhelfen.
Kostenlose Kurse und persönliche Beratung
In diesem Raum gibt das SeNeKL unter dem Titel "Digitale Hilfe" kostenlose Kurse für Personen ab 60 Jahre, denen bei Problemen im Umgang mit Smartphone, Tablet und Co. geholfen wird. Der Anfängerkurs findet am ersten und dritten Dienstag des Monats von 14 bis 15.30 Uhr statt, der Kurs für Fortgeschrittene am zweiten und vierten Dienstag des Monats zur selben Zeit.
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- Foto: Horst Hamacher/gratis
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Ende 2025 hat ein neuer Kurs begonnen. Auch jetzt könne man noch dazu stoßen, so Hamacher. Bei eingehendem Beratungsbedarf kann auch eine Eins-zu-Eins-Beratung in Anspruch genommen werden. Sie wird montags von 10 bis 11.30 Uhr nach Voranmeldung angeboten.
Digitalcafé in der ASZ-Stadtteilwerkstatt
Dann gibt es noch das ebenfalls kostenlose Digital-Café der Stadtteilwerkstatt im Arbeits- und sozialpädagogischen Zentrum, Pfaffstraße 3. An jedem ersten Mittwoch im Monat gibt es von 10 bis 11.30 Uhr Hilfestellung. Ansprechpartnerin ist Marion Rübel, Telefon 0631 3163616 oder E-Mail marionruebel@asz-kl.de.
Hamacher erhofft sich, dass sich aus dem Fortgeschrittenenkurs Personen finden, die bereit sind, sich beim Dig-Id-Projekt selbst als ehrenamtliche Berater zu engagieren. Darüber hinaus wird eine Dreiviertelstelle geschaffen, die nach seinen Vorstellungen mit einem Vorruheständler oder Rentner besetzt werden könnte. Auch schwebt ihm vor, dieses Angebot auf die Stadtteile auszuweiten.
Projektstart am 1. Mai – Finanzierung gesichert
Bis das Projekt offiziell am 1. Mai starten kann, gibt es für Hamacher und seine Mitstreiter Lisa Niegemann, Angela Neu-Meij und Guido Schwarzer noch einiges zu klären, etwa juristische Fragen zum Datenschutz. Ebenso fehlt es an geeigneten Räumlichkeiten, um Privatsphäre zu gewährleisten. Hamacher schwebt das Mehrgenerationenhaus in der Kennelstraße vor, wo sich drei kleine Räume befinden. Ein Antrag sei im Stadtrat gestellt worden, erzählt er.
Dass Dig-Id überhaupt umgesetzt werden kann, ist einerseits der Förderung der Deutschen Fernsehlotterie in Höhe von 105.000 Euro zu verdanken. Weitere 25.000 Euro stammen aus den Töpfen der Stiftung Bürgerhospital. "Damit ist das Projekt voll finanziert", hält Hamacher fest.
Info und Kontakt
Horst Hamacher, Telefon 06301 669064, E-Mail seniorennetzwerk.KL@gmail.com
Autor:Monika Klein aus Kaiserslautern |
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