Verheiratet mit den Verlobten durch Italien
Teatro alla Scala - Mailand

- Irene vor dem Teatro alla Scala
- Foto: Stephan Alberti-Riedl
- hochgeladen von Stephan Alberti-Riedl
Im Roman Die Verlobten macht der Pfarrer Don Abbondio Theater, als er von den Bravi bedroht wird: Er übertreibt und überdramatisiert sich als Opfer der Umstände, um sich davor zu drücken, Renzo und Lucia zu verheiraten. Was Manzoni und eine Redewendung mit dem Teatro alla Scala zu tun hat, werden wir in diesem Artikel näher beleuchten.
Das Teatro alla Scala ist eines der berühmtesten Opernhäuser der Welt. Es wurde 1778 eröffnet und diente zur Uraufführung bekannter Werke wie denen von Gioachino Rossini, Gaetano Donizetti und Giuseppe Verdi. Die Oper existiert nicht nur bis heute, es ist sogar möglich, das an sie angeschlossene Museum (Museo Teatrale alla Scala) zu besuchen und mehr über ihre Geschichte zu erfahren. So konnten wir dort Originalkostüme, Bühnenbilder und Masken bekannter Inszenierungen bewundern. Weiterhin sind dort auch persönliche Gegenstände großer Künstler ausgestellt wie die von: Maria Callas (die primadonna assoluta, bekannt für ihre Auftritte in Norma, Lucia di Lammermoor und La Traviata), Carla Fracci (Primaballerina, so bekannt, dass sie auch im Famedio nahe bei Manzoni beerdigt wurde), Arturo Toscanini (leitete das Haus, reformierte musikalische Standards) sowie Giuseppe Verdi (der größte italienische Opernkomponist).
Wir konnten sogar einen Blick in den Zuschauerraum der Scala werfen und den Aufbau einer Probe beobachten. Weiterhin erfuhren wir so einiges über Verdi und seine Beziehung zu Alessandro Manzoni. Er war ein glühender Verehrer des Autors: Er sah ihn nicht nur als Schriftsteller, sondern als Symbol für Integrität und italienischen Patriotismus. Sie trafen sich nur einmal persönlich, aber Verdi soll bei der Begegnung keinen Ton herausgebracht haben und vor Manzoni sogar auf die Knie gegangen sein.
Nach Manzonis Tod komponierte Verdi die Messa da Requiem, das 1874 uraufgeführt wurde. Da die Kirche San Marco zu klein für das große Publikum war, wurde die Aufführung ins Teatro verlegt. In der Messa da Requiem bringt Verdi seine Trauer um Manzoni zum Ausdruck. Sie besteht aus sieben großen Abschnitten, von denen Dies irae der bekannteste Teil ist.
Bleibt noch zu erwähnen, dass Manzoni nur indirekt mit der Scala zu tun hat, weil er ein distanziertes Verhältnis zur Oper hatte. Er schrieb zwar als Jugendlicher Theaterstücke, aber diese waren mehr zum Lesen als zum Aufführen gedacht. Weiterhin hat er die oberflächliche Ausrichtung und das kommerzialisierte Bühnengeschehen nicht gemocht. Für ihn lag die Aufgabe des Theaters in der moralischen Bildung und Erziehung, wie er in seiner Schrift (Lettera al Signor Chauvet) ausführte.
Unser Fazit: Ob zur Unterhaltung oder zur Erziehung, das Teatro alla Scala überzeugt mit seiner Geschichte, seinem Museum und seinem musischen Angebot.
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