Ausstellungen zum Pfalzpreis für Bildende Kunst im MPK
Viele Wolken und große Käfer

Kurator Dr. Heinz Höfchen, Nachwuchspreisträgerin Maria Trezinski, Pfalzpreisträgerin Heike Negenborn und Museumsdirektorin Dr. Britta E. Buhlmann (von links)  Foto: PS
  • Kurator Dr. Heinz Höfchen, Nachwuchspreisträgerin Maria Trezinski, Pfalzpreisträgerin Heike Negenborn und Museumsdirektorin Dr. Britta E. Buhlmann (von links) Foto: PS
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Ausstellung. Arbeiten, „die unterschiedlicher nicht sein könnten“, stellte Britta E. Buhlmann, Direktorin des Museums Pfalzgalerie Kaiserslautern (MPK), bei der Eröffnung der beiden Preisträgerausstellungen „Blickfang“ und „Amanita“ vor.
Heike Negenborn, die vom Bezirksverband Pfalz mit dem Pfalzpreis für Bildende Kunst geehrt wurde, verfremde unterschiedliche Landschaftsaspekte, ihr Blick sei systematisch geprägt. Ihre Wolkenbilder in der Ausstellung „Blickfang“ zeichneten sich durch „Vielseitigkeit“ aus, unterschiedliche Ebenen schienen übereinanderzuliegen. Bei den beiden prämierten Bildern „Netscape 2“ und „Netscape 3“, die zu einer Serie gehörten, seien verpixelte Landschaften miteinander kombiniert. Maria Trezinski, die für ihr Gemälde „Feuerwanze“ mit dem Nachwuchspreis ausgezeichnet wurde, beschäftige sich mit den Folgen radioaktiver Strahlung, den Opfern menschlicher Grausamkeit. Die Feuerwanze werde in der Ausstellung „Amanita“ von einer großen Ameise flankiert, die auf dem Rücken liege, was den Impuls zum Nachdenken gebe, was mit dem Tier passiert sei. Ihre Bilder würden uns das „denkende Sehen“ nahelegen, so Buhlmann.
„Wolken, viele Wolken und Käfer, große Käfer stehen in den beiden Schauen im Mittelpunkt“, sagte Kurator Dr. Heinz Höfchen. Negenborn, 1964 in Bad Neuenahr geboren und heute in Windesheim bei Bad Kreuznach lebend, sei von der holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts inspiriert, insbesondere von Jacob van Ruisdael. Sie stehe in einer spezifischen Tradition der Landschaftsmalerei, unter anderem einer neusachlichen Landschaftsmalerei. Wolken hätten schon seit Jahrhunderten eine spirituelle Bedeutung als verborgener Sitz des Göttlichen. „Heike Negenborn ist Landschafterin“, die inhaltlich und formal neue Wege gehe: „Die Wolken werden übermächtig, legen sich fast über die Landschaft“, die zentralperspektivisch angelegt sei. Diese handelten vom Verhältnis von Natur, ihrem Abbild und seinen medialen fotomechanischen Transfermöglichkeiten. Damit nehme sie Stellung zu der zunehmenden Vereinnahmung der analogen Wirklichkeit durch das digitale Bild.
Die in Speyer lebende Maria Trezinski, die 1994 in Braunschweig geboren und mit dem Nachwuchspreis ausgezeichnet wurde, sei durch die biologischen Forschungen in Tschernobyl inspiriert worden. Sie breche die gewohnte Perspektive auf das Gartentier „Feuerwanze“, so der Titel des prämierten Bildes, auf und konfrontiere den Betrachter direkt und unausweichlich. „Ihre dynamisch-zupackende Malerei zeigt Mutationen und Anomalien.“ Die gleichzeitig erschreckend und faszinierend wirkenden Anomalien entwickelten eine eigene phänomenologische Ästhetik. Neben Tieren porträtiere sie auch Pflanzen sowie Pilze, die biologisch zwischen Tier und Pflanze stünden. Ihre Pilz-Bilder zeigten „eine Ambivalenz zwischen Schönheit und Unheimlichem, Anziehendem und Abstoßendem“.
Zu beiden Ausstellungen gibt es jeweils einen Katalog mit Texten von Heinz Höfchen, die 80 beziehungsweise 48 Seiten mit zahlreichen Abbildungen umfassen. Ein letzter Rundgang mit den beiden Künstlerinnen und dem Ausstellungskurator Dr. Heinz Höfchen findet zur Finissage am Sonntag, 2. Juni, um 11 Uhr statt. Das MPK am Museumsplatz 1 ist dienstags von 11 bis 20 Uhr und mittwochs bis sonntags sowie an Feiertagen (auch an Ostern- und Pfingstmontag) von 10 bis 17 Uhr geöffnet; an Karfreitag bleibt das Museum des Bezirksverbands Pfalz geschlossen.ps

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